Futsal: UFC 5:2, Brasil Germania 2:5

Es läuft rund: Costantino Ruggio, Gereon Quick und Georg von Coelln in der Auszeit der Partie, die der UFC mit 5:2 gewann. [Foto: TA]
Mitten im Boniburger Wald wurde der Ball flach gehalten. Wunderbar flach, wie es ganz der Auffassung der Futsal-Akteure entspricht. Am zweiten Spieltag der westdeutschen Liga dieser offiziellen DFB-Hallensportart zogen sich bei Germania Mauritz im Gymnasium St. Mauritz der UFC Münster mit seiner Ersten und Liga-Neuling Fustal Brasil Germania Mauritz ganz unterschiedlich aus der Affäre.
Der routinierte UFC scheint nach dem Aus bei den Stadtmeisterschaften in Berg Fidel wieder voll auf der Höhe zu sein, denn er spielte einen glänzenden Ball beim hoch verdienten 5:2 (3:1) gegen den FC Montenegro Wuppertal und feierte den zweiten Sieg in der Liga. Die deutsch-brasilianische Mischung von Germania, dem einzigen Verein mit einer Futsal-Abteilung, hatte gegen den traditionell starken 1. MSC Standkaiser Krefeld nicht genug geeignete Akteure im Kader, um bei der 2:5 (0:2)-Niederlage die Momente des Vorteils nutzen zu können.
Gelb-Rot schwächt Germania
Denn auf 1:2 und 2:3 kam die von Spielertrainer Geraldo „Deci“ Marques eingestimmte und gecoachte Auswahl heran, weil der herausragend fähige Linksfuß Weverson de Olivera zwei Mal traf gegen die vielbeinige Krefelder Abwehr, die sich sehr auf den drahtigen Stürmer konzentrierte. Weverson, so heißt es, kann ein Spiel alleine entscheiden. Aber nicht gegen die Standkaiser, die schon lange im Bilde sind, was den Futsalsport angeht.
Eiskalt reduzierte Krefeld die An- und Abspielmöglichkeiten des Germania-Spielers, eiskalt schlug die Mannschaft zu, als es eng wurde und applaudierte sich beinahe selbst für das glänzend heraus gespielte letzte Tor. Wenig Schuld traf Germanias Keeper Christian Geldschläger, einem von nur drei deutschen Kickern im Kader.
Der auf der Linie sehr gute Altherren-Torwart aus dem Jahrgang 1971 ist nicht der älteste in dieser Gruppe. Der 39-jährige Defensiv-Organisator Rinaldo ragt von seiner Präsenz im Abwehrbereich heraus. Normalerweise hören die Mitspieler auf ihn, aber diesmal bekam Rinaldo was zu hören. Nach Gelb und Gelb-Rot war die Nummer acht kaum zu beruhigen und handelte sich nach einer Schiedsrichterbeleidigung einen Verweis und einen Eintrag in den Spielbericht ein. Die Sperre folgt, das ist mal sicher.
Diese Disziplinlosigkeit nervte die Germania-Auswahl spürbar. Tritt sie doch an, ihren Lieblingssport salonfähig zu machen. Den Weg dazu geebnet hat mit Detlef von Delft der 2. Vorsitzende des Vereins.
Sieben Könner im Feld
Klarer in Richtung deutsches Endturnier, das nicht Meisterschaft, sondern „DFB-Futsal-Cup“ genannt wird, strebt Georg von Coellns UFC. Acht Teams aus ganz Deutschland dürfen im April um den Titel kämpfen. Aus der starken westdeutschen Region werden zwei dabei sein. Samstag spielte eine nur siebenköpfige UFC-Feldbesetzung zum Großteil wie aus einem Guss gegen die Einzelkämpfer der eher körperbetonten Wuppertaler.
„Auf deren System haben wir uns gut eingestellt“, fand Gereon Quick, Vizepräsident des UFC und herausragender Akteur seit Jahren, den UFC bestens präpariert. Der FC Montenegro versucht, mit drei Defensivspielern den „Center“ vorne drin in Szene zu setzen. Taktisch bestens und hart am Mann aber stellte der UFC die Spitze zu, agierte deutlich harmonischer im Zusammenspiel und drehte auf einen Schlag an der Temposchraube, wenn es sein musste.
Bildschöne Spielzüge
Zum Hingucken schön wurden die Treffer heraus gespielt. Der kluge Querpass vor dem Tor ist dem Futsalspieler irgendwie ja ein Anliegen. „Wir hatten uns viel vorgenommen für dieses Spiel, wir haben in der Abwehr so agiert, dass dem FC schnell der Schneid abgekauft wurde“, durfte Quick loben. Dass dem UFC mit dem eingeplanten, aber erkrankten David Hellendrung ein Ass fehlte, schlauchte über die zwei Mal 25 Minuten Bruttospielzeit. Nach dem 3:1 zur Pause – Tore durch Till Vogel und zwei Mal Costantino Ruggio – ließ die Kraft ein wenig nach, aber die Phase beendete Chris Wenning mit dem 4:1. Das 2:4 konterte der UFC erneut, als Julian Offermann nach dem Superzuspiel von Ruggio traf.
Der UFC-Zweiten zeigte Furios Futsal Mönchengladbach die Grenzen auf. Die Münsteraner verloren mit dem 3:8 auch ihr zweites Spiel in der Liga.
Thomas Austermann
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