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Bürger begehren auf: 26 373 Unterschriften bis jetzt

Gemeinsamer mit seiner Band "Die Guten" trat Rock-Musiker Roger Trash auf der Solidaritätsparty für das Bürgerbegehren im Heaven auf. [Fotos: Halberscheidt]
Punkt 22.15 Uhr. Geraune, Getuschel, als Protokollchef Rainer Bode die Bühne betritt. Dienstagnacht im Heaven. Für die Gegner einer mit städtischen Subventionen unterstützten Kultur- und Kongresshalle der lang erwartete Moment.
„Wir haben ein Bürgerbegehren geschafft“, hält der Organisator auf der Solidaritätsparty das Klemmbrett voll aktueller Zahlen freudestrahlend in die Höhe, „haben auch genügend Masse für zwei. Falls wir uns in dieser Woche abermals ins Zeug legen, wird der Entscheid gleich miterledigt.“ Die letzten Worte verhallen unter tosendem Applaus, doch plötzlich kehrt im Club erneut absolute Ruhe ein - der Sprecher greift wieder zum Mikro. „Bislang wurde unser Aufruf von 26 373 Personen unterzeichnet.“
Fetter Tusch
Da bricht sich der Jubel endgültig Bahn, aus der Verstärkeranlage dröhnt ein fetter Tusch. Je nach Temperament fallen sich die Aktivisten überschwänglich um den Hals oder klopfen einander anerkennend auf die Schulter: Die Initiative hat das erforderliche Quorum von 8307 Signets deutlich übertroffen – selbst wenn nun Fehlerquoten von etwa 20 Prozent zugrunde gelegt werden.
Bodes (zweites Foto)
großes Lob gilt daher den „fleißigen Helfern und Helferinnen“, die während der vergangenen zwei Monate, bei Wind und Wetter, Passanten um den notwendigen Namenszug baten. Auf der Straße, auf dem Markt, sogar rund um das Weihnachtsfest waren die Sammler in den örtlichen Veranstaltungshäusern unterwegs, um für das gemeinsame Anliegen zu werben.
Prall gefüllte Aktenordner
Und nach wie vor trudeln Listen ein. Kaum verlässt Bode das Podium, händigt ihm Gerhard Joksch, designierter OB-Kandidat der Grünen, einen dicken Packen mit weiteren Exemplaren aus. „Verlier` die bloß nicht aus den Augen“, frotzelt der frühere Stadtbaurat, „wir brauchen die alle“ - und empfiehlt, sie unverzüglich an einem sicheren Ort aufzubewahren. Am 21. Januar werden die prall gefüllten Aktenordner nun Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann im Dienstzimmer überreicht - 12 Uhr mittags. High noon, auf die Minute genau. „Wir treffen uns aber schon eine Stunde zuvor am DGB-Gebäude“, hat Bode die Menge per Boxen noch wissen lassen, „ziehen anschließend gemeinsam in die City.“
Künstler zeigen Flagge
Dass sich die Gruppe geballten Engagements von außen sicher sein darf, demonstriert den ganzen Abend über Münsters versammelte Künstlerszene. Bekannte Musiker - darunter Pit Budde, die Bracht-Zwillinge, das Frank Biermann Sextett, Dr. Ring-Ding, Ernie Rissmann, Roger Trash oder Steffi Stephan – zeigen Flagge, verzichten der Sache zuliebe auf die Gage. Singen, swingen, rocken. Beherrschendes Thema hinter den Kulissen: Kommunale Gelder für eine Musenstätte zu veranschlagen, deren Bau an anderer Stelle zwangsläufig empfindliche Etatlücken reiße - nein, das sehen etliche der Protagonisten als nicht erstrebenswert an.
Qualitätsdebatte
Trotzdem ist es wiederum Bode, der Erwachsenenbildner, welcher hier für den geistreichen Dialog mit der Gegenseite plädiert. „Ja“, verkündet er dem Publikum optimistisch, „wir wollen die Qualitätsdebatte, stellen uns der Herausforderung durch die Damen und Herren Befürworter.“ Dass die jüngst mit Markus Müller einen versierten Promoter verpflichteten, vermag den Pädagogen nicht aus der Ruhe zu bringen: „Ein Gewinn" behauptet er, "wenigstens verläuft dann die Diskussion auf anderem Niveau. Uns als Banausen abzustempeln, ist doch eher platt.“ Die GAL-Prominenz im Saal, von Wilhelm Achelpöhler bis Hery Klas, von Maria Klein-Schmeinck bis Manni Kehr, hört's gern.
Wolfgang Halberscheidt
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