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Hochschultag: Studium zum (Be-)Greifen nah

Bevor es an echte Patienten geht, wird an diesen geduldigen Erstazpatienten geübt. [Foto: Maleska]
Sie kamen mit der Bahn oder in Bussen, sie kamen zu Fuß oder per Fahrrad, und sie kamen in Scharen: 17 000 Schülerinnen und Schüler teils mit, teils ohne Lehrerbeteiligung, denn der Hochschultag war in vollem Gange.
Die Straßen rund um die wissenschaftlichen Einrichtungen füllten sich mit Schülergrüppchen, erkennbar an den orange-blauen Flyern und dem aus dem Internet ausgedruckten Programm.
Keine theoretischen Vorstellungen über ein Leben als Studierender mehr, sondern Einblicke, Fragen dürfen, Erleben – das boten neben der Westfälische Wilhelmsuniversität und der Fachhochschule auch weitere Hochschulen Münsters. Aber auch für die Lehrer gibt es ein umfangreiches Weiterbildungs- und Informationsprogramm.
Umfangreiches Programm bot zahlreiche Einblicke
Die Hochschulen haben sich mächtig ins Zeug gelegt und Angebote zusammengestellt, bei der so mancher die Qual der Wahl hatte. An einem Medizinstudium interessierte Schüler konnten sich etwa im Themenbereich „Funktionelle Genomik“ in Verfahren zur Untersuchung von Biomolekülen einweisen lassen. Oder der Frage nachgehen, ob scharfes Sehen ohne Brille möglich ist. Einfache Patienten-Untersuchungstechniken wurden unter dem Motto „Sagen Sie mal Aah!“ gezeigt.
Angehende Zahnärzte – jetzt noch 13. Jahrgangsstufe an Gymnasium – standen staunend in einem Raum, in dem Zahnarztstühle mit so genannten „Phantomköpfen“ wie Kinosessel-Reihen angeordnet stehen und zum Üben am Patienten einladen, der weder schreien noch schimpfen kann.
Zeitgleich fragte man sich in der Philosophisch-katholischen Fakultät „Was ist Moral“ oder diskutierte über Fragen zur Spiritualität. In der Kunstakademie gab es unter anderem Einblicke in Bibliothek oder Filmwerkstatt. Die Interessentenn erfuhren etwas über Licht und Farbe und konnten in einer offenen Werkstatt Einblicke in Maltechniken erhalten.
Von musisch bis technisch
Von Querflöte bis Popmusik, von Kammermusik bis Ensemblebegleitung reichte die Themenpalette bei der Musikhochschule. Die soziale Arbeit stand im Mittelpunkt der Angebote der Katholischen Fachhochschule. Die Fachhochschule Münster gab Einblicke in 18 Fachbereiche – ein Busshuttle nach Steinfurt inklusive.

In einem großen und vor allem warmen Zelt auf der Zufahrt zum Schlossplatz hatten sich Vertreter von der Agentur für Arbeit, der Arbeitsstelle Griechenland, dem Hochschulsport Münster, der NRW.BANK, den Schulen des Gesundheitswesens, der Zentralen Studienberatung (ZSB), dem Zentrum für Lehrerbildung sowie vom Zentrum für Niederlandestudien zusammengefunden. Ihre Informationsstände waren dicht umlagert, die Gelegenheit für persönliche Gespräche wurde ausgiebig genutzt.

Ob Wunschberuf Geologe oder Chemikerin, ob der Traum von Juristerei oder Lehrberuf – so manches wurde heute gefestigt, in realistische Dimensionen gestellt (auch über Ausbildungswege, Tätigkeitsbereich und Verdienstmöglichkeiten) oder eventuell auch als Berufsperspektive verworfen. Sicher auch die Überlegung, ob das Studium und das Studentenleben, das vor allem auch gute Selbstorganisation und Lerndisziplin abverlangt, grundsätzlich für die jeweiligen Schüler in Frage kommt. Für solche grundsätzlichen Entscheidungen erweisen sich Hochschultage als unverzichtbar. Klaudia Maleska
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