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Facettenreiche Fotografie

Atemberaubend schön: Knut Piwodda ist der Faszination der Makrofotografie vollkommen erlegen und hat sie perfektioniert. [Foto: Knut Piwodda]
Früher war Knut Piwodda einer von jenen Fotografen, die beim „Knipsen“ gern den Finger vor die Linse hielten.
Heute muss der Makrospezialist schmunzeln, wenn er daran zurück denkt: „Eigentlich habe ich nur deshalb angefangen ernsthaft zu fotografieren, weil ich die Bilder meiner Frau fürs Internet aufbereiten musste“, erinnert sich der 43-Jährige – seine Gattin ist Malerin. Irgendwann habe er dann auch mal auf Blümchen gehalten und erwischte dabei auch Insekten: „Als ich auf einem Foto die Facettenaugen des Insektes erkennen konnte, war´s passiert“, erinnert er sich an die Anfänge im Jahr 2000.
Steile "Karriere"
Es folgte eine steile „Karriere“ als Amateurfotograf, der Computerspezialist wechselte recht schnell ins Lager der Digitalfotografie und versuchte sich zunächst mit einer Canon G1 mit Spezialvorsatz. „Bei Makro sind eben andere Qualitäten gefragt. Man muss nicht nur einen Blick dafür haben, sondern auch enorm viel Geduld aufbringen“, erklärt der gebürtige Sauerländer. Und gutes Equipment ist ebenfalls von Vorteil: Im März 2006 tauschte Piwodda seine „Kompaktkamera“ gegen eine semiprofessionelle Ausrüstung – aus gutem Grund: Mittlerweile erhielt der Münsteraner auch Anfragen von namhaften Fotomagazinen, für die seine Fotos allerdings in Größe und Auflösung zu klein waren.
Lupenobjektiv
Ein Zörk-Vorsatz – Piwodda steht bei diesem Hersteller als Referenz auf der Internetseite – und ein Lupenobjektiv erlauben mit der digitalen Vollformatkamera Abbildungsmaßstäbe von 5:1. Da er damit nur manuell scharfstellen kann, „schieße ich so viele Bilder wie nur möglich, denn die Tiefenschärfe beträgt nur 0,25 Millimeter“. Der in Wulfen aufgewachsene Amateur ist ein überaus findiger Fotograf – aus einem Fahrradreflektor und einem zerschnittenen Plastik-Ei bastelte er sich beispielsweise einen Reflektor für die Blitzanlage, der perfekte Ergebnisse liefert.

Kaum zu glauben: aus freier Hand und ohne Stativ schießt Knut Piwodda seine Makrofotos. Foto: Wolfram Linke
Mit Luftballon
Auch ein aufgeblasener Luftballon, per Tesafilm am Blitz befestigt, leistet in schwierigen Fällen gute Dienste. Gerade in der Makrofotografie ist die Lichtführung stets eine der größten Herausforderungen. Geht Piwodda auf die Fotopirsch, bleibt – und das ist mehr als nur ungewöhnlich – das Stativ zu Hause. Kaum zu glauben, aber wahr, seine Bilder entstehen aus freier Hand: „Ich komme mit Stativen nicht klar“, gesteht Piwodda. Dass es auch ohne mehr als sehr gut geht, beweist unsere Bilderstrecke.
Auf dem Balkon fängt´s an
Spezielle Locations hat er nicht: „Das fängt schon auf dem Balkon an“, verweist Piwodda auf Wespen, die sich an Kirschkuchen gütlich tun. Besonders vorteilhaft etwa seien Flussläufe, das Venner Moor oder auch die Rieselfelder. „Ich fotografiere grundsätzlich nur lebende Tiere“, unterstreicht Piwodda. Beste Zeit sei dafür zwischen vier und fünf Uhr morgens, wenn sich die Insekten – wenn überhaupt – nur sehr langsam bewegen können. Echte Feinde der Makrofotografie seien Regen und Wind, dann lohne es sich kaum, sich auf den Weg zu machen.
Angst genommen
Faszination Makrofotografie – seinen Neffen und Nichten nahm Piwodda damit die Angst vor allem, was kriecht und krabbelt: „Sie schauten sich die Bilder an, verloren nach und nach die Scheu vor den Tieren und interessieren sich heute selbst für diese Form der Fotografie“, freut sich Piwodda, für den seine Passion „aber auf jeden Fall in erster Linie ein Hobby bleiben soll“. Kein Grund, sich nicht weiter zu entwickeln – Piwodda ist Mitglied in zahlreichen, auch internationalen, Makrofotografenforen, unter anderem in dem renommierten makro-forum.de.
Makroclub in Münster?
Durch unsere Serie bekam Knut Piwodda Kontakt zu Thomas Holzlehner, den wir hier bereits vorgestellt haben und der zurzeit einen Makrofotografen-Club für Münster ins Leben ruft. Dieser Club befindet sich noch im Aufbau – neue Interessierte sind stets willkommen. Wer sich daran beteiligen möchte kann eine E-Mail an Thomas Holzlehner (thomas.holzlehner@citykom.net) schicken.
Wolfram Linke
Sie sind ein ambitionierter münsterscher Amateurfotograf, haben daheim kleine optische Kostbarkeiten liegen und keine Möglichkeit, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren? Ungewöhnliche Perspektiven, fantastische Farben, kuriose Situationen, magische Welten, furiose Fotos – wir zeigen sie. Melden Sie sich – wir stellen Sie und ihr Fotos vor. Interessierte können sich per E-Mail unter foto@echo-muenster.de gerne bei uns melden.
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