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Der lange Weg zur Perfektion

Chen Tao Wushu - zur freien Selbstverteidigung ist regelmäßiges Üben Voraussetzung. [Foto: SLR]
Chen Tao Wushu – wem das jetzt Chinesisch vorkommt, liegt gar nicht mal so falsch. Doch Hand aufs Herz, wer weiß schon auf Anhieb, was sich hinter diesem exotisch-klangvollen Namen verbirgt?
Des Rätsels Lösung offenbart sich bei einem Blick in einen Gymnastikraum. Um genau zu sein, handelt es sich hierbei um den Gymnastikraum in der Sporthalle am Horstmarer Landweg, und zwar immer dienstags zwischen 20 und 21.30 Uhr. Chen Tao Wushu ist eine Kampfkunst chinesischen Ursprungs, die alle traditionellen Übungsbereiche im Wesentlichen abdeckt. Meditations- und Atemübungen gehören ebenso zum Trainingsprogramm wie Lektionen für Kraft-, Ausdauer und Kondition.
Zweimal Training
Seit zwei Semestern bietet der Hochschulsport der Universität Münster diese Sportart an. Trainiert wird zweimal pro Woche, dienstags und freitags. Übungsleiter Thomas Gerritzma erklärt: „Chen Tao Wushu ist der Überbegriff für verschiedene Ausprägungen der Kampfkunst von Sifu Chen Tao Tze.“ Dazu gehören beispielsweise auch Shaolin Kempo, Dju Su und Tai Chi Chuan. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Die Techniken dieser Kampfstile wurden nach bestimmten Kriterien strukturiert und nach Schwierigkeitsgraden sortiert in das Übungssystem des Chen Tao Wushu eingepasst.
Freie Selbstverteidigung
Das Ziel sei die vollständig freie Selbstverteidigung, im Rahmen derer eigene Bewegungsmuster erlernt und perfektioniert würden. Der Weg dorthin ist allerdings lang. Es gibt zehn Schüler- und mehrere Meistergrade. Die Schülerprüfungen können am Ende des jeweiligen Semesters abgelegt werden. Zum Prüfungsstoff gehören ausgewählte Angriffs- und Abwehrtechniken mit Schlägen, Griffen, Hebeln, Tritten und Würfen, aber auch Kraftübungen. Und um die altbewährte Liegestütze kommt keiner drum herum.
Harmonisches Körpergefühl
Wichtig seien Konzentration, Flexibilität und ein harmonisches Körpergefühl, so Gerritzma. „Das wird beim Chen Tao Wushu geschult“, betont der 24jährige Schwarzgurtträger. Chen Tao ist keine Wettkampfsportart, doch wem das Training wichtiger ist als der Leistungsvergleich mit anderen, der ist hier genau richtig. Das finden übrigens auch Safira Jürgens und Greta Stahr. Die beiden studieren Kultur- und Sozialanthropologie und wurden von Freundinnen „mitgeschleppt“. Mittlerweile ist das Weitermachen für sie beschlossene Sache. „Hier geht es nicht nur ums Kalorienzählen“, schmunzelt Greta, „hier steht eine Philosophie dahinter.“ Weitere Informationen zum Chen Tao Wushu beim Hochschulsport gibt es im Internet unter: www.hsp-ms.uni-muenster.de
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