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Geo-Kunststoffe geben Halt

Fachgespräch beim VSVI-Seminar: Zusätzlich zu den Vorträgen informierte eine Ausstellung über die neuesten Entwicklungen auf dem Geokunststoff-Markt. [Foto: FH]
Rutschige Pisten, unebenes Gelände, lose Erde an Flussufern: Geokunststoffe können das Bauen auf solchen Untergründen ermöglichen.
Prof. Dr. Jochen Müller-Rochholz vom Fachbereich Bauingenieurwesen der Fachhochschule Münster und Leiter des Instituts für textile Bau- und Umwelttechnik (tBU) in Greven hatte zusammen mit der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure (VSVI NRW) zum Seminar Geokunststoffe im Straßenbau eingeladen. Über 130 Teilnehmer informierten sich im Fachhochschulzentrum über neue Entwicklungen. Bei den meisten der insgesamt 14 Vorträge drehte sich alles um die Einsatzmöglichkeiten von Geogittern, Vliesstoffen und kunststoffbewehrter Erde im Straßenbau.
Alternative
Das sei eine kostengünstigere Alternative zum klassischen Vorgehen, so Müller-Rochholz. Das interessiere sowohl die Auftraggeber als auch Partner. "Die öffentlichen Mittel sind knapp bemessen. Daher ist die Finanzierungsmöglichkeit durch Public Private Partnership mittlerweile im Straßenbau angekommen". Diplomingenieur Andreas Herold stellte praktische Erfahrungen mit einem solchen PPP-Großprojekt vor. Referent Dr. Ernst Reuter zeigte Beispiele von Unterwasserbaustellen. Seine Firma hat innerhalb von acht Wochen den Alzkanal nördlich des Chiemsees saniert.
Risse
Eindrucksvolle Bilder: Als sich nach dem Abpumpen des Wassers typische Risse in den Wänden des Kanals zeigten, ging ein Raunen durch die Reihen der Zuhörer. Die nächsten Fotos dokumentierten, wie ein Hochwasser den zuvor trockengelegten Bereich füllte. Ein Bagger bekam nasse Füße und musste von der örtlichen Feuerwehr geborgen werden. 7500 Quadratmeter flexibles Polypropylen wurde aber schließlich doch noch erfolgreich verlegt. Ein weiterer Baustellenbericht führte in die Ukraine. Dort dichten mit Beton gefüllte Sandmatten einen maroden Kraftwerkskanal in der Ukraine nun derart zuverlässig ab, dass ein Dorfsprecher aus der Umgebung ein offizielles Schreiben aufsetzte.
Grundwasserspiegel
Der Grundwasserspiegel sei um 30 Prozent gesunken, ob die Gemeinde das benötigte Wasser nun direkt aus dem Kanal entnehmen dürfe? Müller-Rochholz dankte den Referenten und seinem Team vom tBU Greven. Die Zahl der Anmeldungen für das VSVI-Seminar steigt seit Jahren kontinuierlich an. Daher haben die Veranstalter die Vorträge zum ersten Mal per DV-Netzwerk auch in den benachbarten Raum übertragen. Die Präsentationen und eine Begleitausstellung richteten sich an Fachleute aus der Praxis sowie an Studierende. Letztere vertieften anschließend noch in einem Blockseminar die Theorie hinter den konkreten Baustellenberichten.
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