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"Wir glauben an ein Bürgerbad Handorf"

Das Handorfer Hallenbad wird nach dem Willen der Stadt am 31. Juli geschlossen. Ein Förderverein möchte das Haus in Eigenregie übernehmen, um es für den ortsnahen Badespaß zu retten. [Foto: Austermann]
Peter Stiens ist Optimist. Aber auch Realist. Denn der Vorsitzende des neuen Fördervereins Bürgerbad Handorf weiß genau, was machbar ist und was nicht. „Mit vereinten Kräften können wir es schaffen, am 1. August – wenn das Dasein des städtischen Handorfer Hallenbades endet – darin das neue Bürgerbad zu eröffnen!“, so sagt er.
Das klappt natürlich nur, wenn sich viele Menschen die Idee zu Eigen machen – und wenn die Finanzen stimmen! Denn die jährlich 60 000 Euro, die der Verein zuschießen müsste, um das Hallenbad im jetzigen Zustand lebensfähig zu erhalten, würden z. B. 2000 Mal 30 Euro Beitrag bedeuten. „Wir haben derzeit etwa 250 Anträge auf Mitgliedschaft vorliegen“, berichtet der Vater zweier schwimmbegeisterter kleiner Jungen, „aber das reicht natürlich noch nicht“.
Da kommt es dem jungen Verein sehr zupass, dass auf dem vergangenen Treffen der Fördervereins-Mitglieder eine Medienagentur ihre Unterstützung zugesagt hat – und deren kleine Sympathie-Träger, ein Frosch im Schwimmanzug, gleich Begeisterung hervorrief. „Mit dem Slogan ,Sei kein Frosch – mach mit‘ starten wir jetzt gleichsam Teil II der Kampagne“, freut sich Peter Stiens.
Nicht mehr leise
Bisher, so ziehen die etwa 20 Mitarbeiter im Kern der Initiative selbstkritisch eine erste Bilanz, sei man doch eher bescheiden und leise daher gekommen. Die vielen Stunden, in denen Freiwillige von Haus zu Haus gelaufen seien, um Unterstützer zu überzeugen, seien ein guter Start gewesen – „aber der Zeitaufwand ist immens, die Methode einfach zu aufwändig für uns“. Jetzt, mit der professionellen Unterstützung der Ideen-Fabrik, geht es mit anderen Mitteln weiter: Da sind zwei große Banner in der Mache, die an den Haupteinfall-
straßen nach Handorf zum „Ich mach mit!“ einladen sollen, 1000e Luftballons warten aufs Aufpusten und tragbare Infostände sollen die Teams unterstützen, wenn es um Information und Mitgliederwerbung geht.
Viel Zeit wird eingesetzt
Peter Stiens und seine Mannschaft lassen sich ihr Engagement durchaus etwas kosten: Vor allem Zeit! Erst gerade hat der Vereins-Vorsitzende eine halbe Stunde Redezeit in der Sitzung der Bezirksvertretung bekommen – und genutzt, um die Politiker von der Machbarkeit eines Bürgerbads zu überzeugen. Zehn Arbeitsgruppen, aus den Reihen der Mitglieder gebildet, kümmern sich um notwendige Kontakte, besuchen Schulen und Kindergärten oder bügeln Fehlinformationen wieder aus – wie neulich in einer Schulpflegschaft geschehen: Dort hatten Eltern die – irrige – Annahme verkündet, dass die Schulen das Bad als „Bürgerbad“ gar nicht mehr benutzen dürften.
Was, wenn es trotz aller Ideen und allen Engagements nicht reichen sollte? Oder wenn ein Bürgerbad plötzlich vor der Notwendig steht, Pumpen oder Heizung erneuern zu müssen? Wie zu Anfang gesagt: Peter Stiens ist auch Realist. „Die Stadt hatte für eine Komplett-Sanierung des Hallenbads mehr als eine Million Euro angesetzt. Die könnten wir natürlich niemals stemmen. Aber bei einer Begehung mit einem Badtechniker haben wir erfahren, dass der Zustand der Technik durchaus so ist, dass das noch eine ganze Zeit gut gehen kann“. Stiens vergleicht die Chance mit einem Gebrauchtwagenkauf: „Der kann doch auch noch ein paar Jahre zur Zufriedenheit und ohne größere Macken funktionieren!“
Am Donnerstag geht das Planen weiter
Am Donnerstag, 6. März, um 20 Uhr startet in der Gaststätte Deutscher Vater in Handorf das nächste Treffen des Fördervereins – „jeder Interessierte ist uns dort herzlich willkommen!“ hofft Peter Stiens auf weitere Unterstützung, wenn die neue Werbekampagne vorgestellt, das grüne Wappentierchen seinen Slogan „Sei kein Frosch – mach mit!“ präsentiert und der weitere Weg bis zum 1. August ausgelotet werden soll. Wer sich vorbereiten möchte: Die Internetseite des Vereins steht inzwischen.
Heike Hänscheid
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