login | registrierung

Benutzeranmeldung

TOP-Aktuelles

echo-Logo
[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

mehr
 

TOP-Thema

Mark Monhof
[07.07.2010 | LUH]

Allmählich wird es Zeit für Mark Monhof und seine Kollegen vom Münsterland-Racing-Team (MRT), ihre Maschinen wieder in den Bulli, respektive auf den Hänger zu laden. Am 11. Juli steht der zweite Meisterschaftslauf des German Endurance Cups (GEC) in Hockenheim für die beiden MRT-Teams auf dem Programm.

mehr
 

Langsamer Abschied von der St. Elisabeth-Kirche: Entweihung angekündigt

Das Gelände rund um St. Elisabeth

Um dieses Gelände rund um die St. Elisabeth-Kirche drehen sich die Planungen: Ob die Kirche und die anderen Gebäude stehen bleiben, wird der Architekten-Wettbewerb thematisieren. [Foto: Hänscheid]

[15.03.2008 | Münster | HH]

Was sich leise und langsam, aber immer deutlicher anbahnte, wird Wirklichkeit: Die St. Elisabeth-Kirche an der Dortmunder Straße wird zum Ende dieses Jahres profaniert – sprich entweiht. Das entsprechende Dekret aus dem Generalvikariat ist vor wenigen Tagen in der Gemeinde Herz-Jesu und St. Elisabeth angekommen und rückt nun den Abschied in greifbare Nähe.

Ob die Aufgabe der gottesdienstlichen Nutzung gleichzeitig auch das Ende des nach dem Krieg wieder errichteten Kirchengebäudes bedeuten wird, steht zwar noch nicht fest, doch ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass sich ein Nutzer für sie findet.

Die Filialkirche in der 2001 aus den Gemeinden Herz-Jesu und St. Elisabeth fusionierten neuen Pfarrei wird bisher von der Katholischen Polnischen Mission mit genutzt, im Pfarrhaus (Foto rechts) wohnt und arbeitet der polnische Pfarrer Marian Wagner. Doch Bischof Lettmann hat den Umzug der ausländischen Mission in Richtung St. Antonius-Kirche auf den Weg gebracht – irgendwann nach den Sommerferien werden Büro, Pfarrer und Gemeinde in ihre neue Heimat aufbrechen.

Finanzloch ist groß

Dass sie durch ihre Mitfinanzierung der Kosten für Pfarrhaus, -heim und Kirche seit Jahren die Weiternutzung des Gemeindezentrums inklusive Kirche ermöglichten, war allen Beteiligten in der Gemeinde klar. Das nun entstehende Finanzloch und die immer geringer werdende Zahl der Gottesdienstbesucher – schon seit längerer Zeit gibt es am Sonntag keine deutsch-sprachige Messe in St. Elisabeth mehr – stellen die Pfarrei vor die Entscheidung, was aus dem Gelände im Hansaviertel auf Dauer werden soll. „Spielplatz und der benachbarte St. Elisabeth-Kindergarten stehen aber in keinem Fall zur Disposition“, betont Dechant Pfarrer Martin Sinnhuber deutlich.

Beteiligte an einem Tisch

Dass man bei einer solchen Liegenschaft im Umbruch rechtzeitig das Gespräch mit vielen Beteiligten sucht, scheint vernünftig. So trafen sich jetzt Vertreter der katholischen Gemeinde, Mitarbeiter des Bischöflichen Generalvikariates und Stadtplaner, um über die Lage zu beraten. Pfarrer Sinnhuber: „Es gibt mehrere Anfragen für eine Nutzung des kircheneigenen Grundstücks“. Darunter ist z. B. die Bischof-Hermann-Stiftung, die bereits in der Nachbarschaft an der Schillerstraße Wohnangebote z. B. für ehemals Nichtsesshafte vorhält.

Die Nutzung des Geländes, für das es keinen Bebauungsplan gibt, eigne sich besonders für Wohnbebauung – wobei kleinere Büros und eventuell ein Café durchaus denkbar seien, so hieß es. Bis Ende April wird das Generalvikariat nun mehrere Architekten ansprechen und um Entwürfe für das Gesamtgelände bitten – übrigens völlig frei darin, wie sie den Bereich überplanen würden: Also mit oder ohne Kirche, mit Abriss oder Umbau von Pfarrhaus und -heim. „Im Juli wird dann eine Jury tagen“, so der Gemeindepfarrer gegenüber echo-muenster, „die sich die Vorschläge ansieht und mit möglichen Investoren bespricht“.

Wo bleibt die Inneneinrichtung?

Im Dekret zur Profanierung der Kirche wird auch auf eine „gewissenhafte Verwendung der Inneneinrichtung“ hingewiesen: Wo Glocken und Orgel, Bänke, Figuren, Bilder und Fenster sowie liturgische Geräte bleiben, ist zwar momentan noch eher zweitrangig, doch auch hier gibt es bereits Anfragen an die Gemeinde. Demnächst will die Kunstkommission des Bistums bei einem Rundgang durch die Kirche dazu Hinweise geben.

Die eher sachliche Ebene dieses Abschieds geht ihren vorgezeichneten Weg – die emotionale Seite, den Trauerprozess, will die Gemeinde ganz bewusst gestalten. Der Pfarrgemeinderat hat eine Arbeitsgruppe gebildet, die den Trauerprozess begleiten und über einen längeren Zeitraum mit Stationen, Symbolen und Gesten sichtbar machen will. Es soll ein würdiges Ende für die St. Elisabeth-Kirche geben, das die Betroffenheit jener Menschen ernst nimmt, die ein Stück ihrer Vergangenheit loslassen müssen.

Heike Hänscheid

Archiv

Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar: