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Von Mammuts und Leder-Eiern

Geht in sein 25. Jahr als Mammut: Footballer Marcus Burrichter. [Foto: Lutz Hackmann]
Eines steht schon mal fest: Mit diesem Ei wird kein Ostern gefeiert. Auch wenn 22 Mann wie wild hinter ihm her jagen. Und Hasen sind auch nicht im Spiel. Eher Falken, Schlachtrösser, Riesen, Bären oder - wie in Münster - Mammuts.
Die Rede ist vom American Football und seinem Spielgerät. Manche sagen zu dem etwa 28 Zentimeter langen und 400 Gramm schweren eiförmigen Lederteil auch „Pille für den Mann“. Das allerdings ist reichlich macho, und auch etwas obsolet. Schließlich werfen sich bei den Münster Mammuts auch Mädels wortwörtlich in Schale. Denn ohne Panzerung und Helm hätten die Krankenhäuser wohl nach jedem Match Hochkonjunktur.
Im Gegensatz zu dem Glanz und Gloria, den Football in den Staaten auslöst, führt der AFC Mammuts Münster in der lebenswertesten Stadt das Dasein eines Mauerblümchens. Nur Sport-Insider wissen überhaupt, dass es die Mammuts gibt, noch weniger Leuten wird bekannt sein, dass die hiesigen Footballer nun schon 25 Jahren allen Unbilden trotzen und anno 2008 ihr Silberjubiläum feiern können.
Ein Dauerbrenner
Marcus Burrichter ist ein Mammut der ersten Stunde. Zumindest fast, denn drei Monate nach der Klubgründung um Weihnachten 1983 stieß der ehemalige Preußen-Fußballer und Ex-Squasher als gerade 20-Jähriger zum Verein. Seither ist er Akteur der ersten Mannschaft, und hat im Klub bis hin zum 1. Vorsitzenden schon fast jedes Amt ausgeübt. Burrichter hat mit seinen Mammuts alle Höhen und Tiefen in diesem knappen Vierteljahrhundert durchschritten. Eines wird im Gespräch mit dem heute 44-Jährigen schnell klar: Football in Münster ist ohne einen exorbitanten Enthusiasmus undenkbar.
Platzprobleme
Was den Verein, der sich seinen Namensgeber und Maskottchen nach einem Skelett im paläontologischen Museum der Stadt ausgesucht hat, seit der Gründung am meisten beschäftigt, ist die Tatsache, nirgendwo richtig „zu Hause“ zu sein. Nach einer kleinen Odyssee über diverse münstersche Plätze sind die Mammuts seit vielen Jahren Pendler. Trainiert wird auf dem Kunstrasen in Hiltrup-Süd, die Matches in der Oberliga trägt das Team auf der Großen Wiese in Kinderhaus aus. „Um unser ganzes Equipment fürs Training und die Spiele lagern zu können, haben wir zwei Garagen in der Stadt angemietet“, berichtet Burrichter. Schließlich brauchen Footballer ungefähr „das Zehnfache von dem, was Fußballer haben müssen“, sagt er. Zumal eine Mannschaft aus 30 und mehr Akteuren besteht. Alles andere als ideal, doch um überhaupt diesem in Deutschland exotischen Sport ausüben zu können, bleibt dem Verein und seinen etwa 80 Aktiven bei Männern, Frauen und in der Jugend einfach nichts anderes übrig. Was zur Ausstattung dazu gehört, ob Dresses, Tore, Blockschlitten oder Markierungen, „das haben wir immer selbst gekauft.“
Immer wieder aufgestanden
Was sie nicht gekauft haben, ist die Tribüne, die ihnen zwei Jahre lang von der Stadt Münster überlassen worden waren. In diesen Zeiten, Ende der 80-er, Anfang der 90-er, konnten die Mammuts bei ihren Partien sogar 500 und mehr Zuschauer begrüßen. Doch das Kaufangebot der Stadt lehnten die Footballer ab. „Wir hätten bei jeder baulichen Veränderung oder Reparatur wieder eine TÜV-Abnahme beantragen müssen“, erklärt Running Back Burrichter, „das hätte im schlimmsten Fall Tausende gekostet. Unmöglich für uns!“
Als die Tribüne weg war, blieb auch das Publikum aus, „das war wieder so ein Absturz“, erinnert sich der 44-Jährige. Wie 1986, als der Klub mangels Spielermasse vor dem Aus stand. Doch irgendwie bekamen sie wieder die Kurve, durch enormes Engagement der Spieler und Funktionäre – was bei den Mammuts eigentlich immer ein und dasselbe war.
Doch kommt die Sprache auf den Sport, kehrt das Glänzen in Burrichters Augen zurück. „Warum wir immer wieder aufgestanden sind? Weil American Football so ein geiler Sport ist! Es waren halt immer ein paar Verrückte da, die nicht locker gelassen haben.“
"Big Joe" Julian neuer Headcoach
So haben die Mammuts auch das jüngste Tal durchschritten, als der Playing Headcoach Payman Dalili nach dem in der letzten Saison knapp verpassten Aufstieg in die Regionalliga zum Rivalen Recklinghausen Chargers abwanderte. Burrichter sieht es im Nachhinein sogar als Glücksfall. Denn der Zufall wollte es, dass vor einem Monat mit Joseph Julian eine große Nummer das Amt übernahm. Sieben Jahre war „Big Joe“ bei den Dresden Monarchs aktiv, führte sie in die German Football League. Nun wollte der Amerikaner, der ehemals mit Frankfurt Galaxy in der NFL Europe aktiv und heuer vom Erstligisten Hamburg Blue Devils umworben war, es etwas beschaulicher angehen lassen – und heuerte in Münster an. „Der Mann ist ehemaliger US-College-All-Star-Spieler“, schwärmt Burrichter, „er macht ein fantastisches Training!“ Mit ihm nehmen die Mammuts nun einen neuen Anlauf in Richtung Aufstieg. Ab Mai gehen sie dafür mit dem so gar nicht österlichen Ei in der Oberliga auf Touchdown-Jagd.
Lutz Hackmann
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[13.06.2010 | TA]Von zwei 2:0-Siegen am Sonntag gereichte nur einer zum Aufstieg: Die Hockeyherren des THC Münster schossen sich beim PSV Detmold zum Titel und springen in die Oberliga, die Damen des Klubs vom Dingbänger Weg siegten zwar bei der Bielefelder TG, müssen aber Iserlohn, das wegen der mehr geschossenen Treffer Meister wurde, ziehen lassen.
[09.06.2010 | TA]Das Klubheim kann zur Partyzone werden am Sonntag ab 17 Uhr, wenn die beiden Hockeyteams von ihren Auswärtsspiele heim kommen. Für den Fall des Doppelaufstiegs dürfte der THC Münster gewappnet sein, denn diese Seltenheit müsste gebührend gewürdigt werden. Noch sind viele Konjunktive angebracht, aber das ist oft so vor dem letzten Spieltag.
[08.06.2010 | TA]Hier von einem Durchmarsch zu sprechen, verbietet sich wohl. „Durchgetanzt“ in der Landesliga sind vielmehr die Mitglieder der Latein-Formation des Universitäts-Tanzsportclubs Münster (UTC).In Bochum krönten sie jetzt ihre allererste Saison im Sport mit dem Oberliga-Aufstieg.
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