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Ein Schild, ein Datum, ein Kunstwerk

An einer Hauswand auf dem Weg zwischen Rathaus (re.) und Domplatz ist das Kunstwerk "Datum" angebracht. Christian Geißler musste hoch hinaus, um Platz für das neue Schild zu schaffen. [Foto: Peter Buddendick]
Es ist unscheinbar, wird – da es sehr hoch angebracht ist – leicht übersehen, wirft bei denen, deren Blick dann doch haften bleibt, viele Fragen auf. „Datum“ heißt das Kunstwerk, das aus einem 20 mal 30 Zentimeter großen Blechschild besteht und lediglich einen Tag, einen Monat, ein Jahr und eine Uhrzeit benennt.
1996 wurde an der roten Klinkerwand eines Hauses am Michaelisplatz bereits das zweite dieser Schilder angebracht. Premiere feierte das Langzeit-Kunstwerk, dessen letzte Tafel einen Tag und eine Zeit im Jahr 2040 beschreibt, mit der Anbringung des Schildes an einem Gebäude Am Hawerkamp.
Nur das Jahr ist gesetzt
Im Rahmen der Kunstaktion „Zukunft und Vergangenheitshandel“ entspringt das „Datum“ dem künstlerischen Schaffen von Mark Formanek. Die Stadt Münster kaufte die zehn Schilder und ging damit die Verpflichtung ein, alle vier Jahre – zum jeweils aufgeprägten Datum – das alte Schild gegen das neue zu ersetzen.
Der vier-Jahres-Intervall ist dabei zwar gesetzt, nicht aber der Tag, der Monat oder die Uhrzeit. Damit soll nach dem Willen des Künstlers verhindert werden, dass ein bestimmter Jahrestag initiiert wird.
Schilder-Freunde
Für die Freunde dieser Schilder ist das kein Grund, sich nicht bei jedem
Schilder-Wechsel gleich wieder zur nächsten Aktion zu verabreden. Das zeigte sich auch am Ostermontag. Denn da hätte das Städtische Kulturamt eigentlich um 17 Uhr den Schildertausch vornehmen sollen. Rund 200 Zaungäste sollen sich dazu vor zwei Tagen am Michaelisplatz im Schatten des Domes eingefunden haben. Sie warteten vergeblich.
Andreas Ermeling vom Kulturamt der Stadt bedauerte, dass Urlaub und Krankheit von Mitarbeitern letztlich dazu führte, dass man den Termin schlicht und einfach übersehen hatte. Nun aber, pünktlich zur Mittagszeit, begleitet von Geläute der Domglocken und unter den interessierten Augen vieler Zaungäste entfernten Christian Geißler (Foto li., auf der Leiter) und Sebastian Bertuleit das alte Schild und setzten das neue an seinen Platz.
Das soll hier warten - bis es am 28. März 2012 um 16.45 Uhr gegen das Nachfolgemodell ausgewechselt wird. Der 28. März 2012 ist übrigens wieder ein Mittwoch.
Peter Buddendick
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