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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Adam Riese Show: Ein bißchen frecher darf's ruhig sein!

Im Duett: Götz Alsmann und Nikola Materne

Es waren brillante Momente: Nikola Materne und Götz Alsmann swingen während der Adam-Riese-Show gemeinsam los. [Foto: Halberscheidt]

[30.03.2008 | Münster | HDT]

Nett ist er ja. Nett, zuvorkommend und stets souverän. Jemand, der mit den Gästen beredt zu parlieren versteht - was die Besucher gern mit Applaus goutieren: Samstagabend, Pumpenhaus, ausverkaufte Kulisse.

Szene-Talker Adam Riese hat die nach ihm benannte Show fest im Griff, hat sich beim Ablauf der Veranstaltung besondere Mühe auferlegt. Hat alte Filmschnipsel, vergilbte Schnappschüsse, eigens ausgedachte Quiz-Fragen zu spielerischen Intermezzi verarbeitet, um den Interviewpartnern via Groß-Leinwand leichter originelle Aussagen zu entlocken.

Rio Reisers Depri-Phase

Wer ahnte schon, dass Anarcho-Rocker Rio Reiser während der persönlichen Depri-Phase Anfang der Neunziger bei einem Text-Workshop nichts Besseres einfiel als Seminarteilnehmerin Nikola Materne, Münsters stimmgewaltige Jazz-Frontfrau, auf Da-Da-Da-Lyrics einzuschwören? Oder wer hätte gedacht, dass Hilla Stadtbäumer, verantwortliche WDR-Redakteurin bei der Sendung mit der Maus, ursprünglich Meeresbiologin werden wollte, bis ihr gleich die erste Schiffstour mitsamt prompter Seekrankheit den Job vermasselte?
Und dass Tausendsassa Götz Alsmann zu Penne-Zeiten lieber bei Tchibo ganz allein Kaffee trinken ging, während die übrigen Klassenkameraden am Lambertibrunnen abhingen, wird zahlreichen Besuchern im Publikum unbekannt gewesen sein.

Musikalische Duftnoten

Assistentin Alina führte während der Veranstaltung Götz Alsmanns exotische Kopfbedeckungen spazieren. Foto: Halberscheidt

Auch die Vorliebe des telegenen Tollenträgers für seltene, geradezu exotische Kopfbedeckungen verblüfft. Insofern besitzt die mehr als zweieinhalbstündige Plauder-Runde durchaus Unterhaltungswert, zumal Markus Paßlicks Original Pumpernickel-Band mit ihren kleinen, wohl pointierten musikalischen Duftnoten immer wieder aufhorchen lässt. Wenn das Ensemble mit Materne oder Alsmann zur Auflockerung dann noch gemeinsam los swingt, sind brillante Momente vorprogrammiert. Alles gut - einerseits.

Kein Zwiegespräch

Andererseits verhält sich Meister Adam viel zu brav. Okay - an seiner Leistung als eloquenter Stichwortgeber ist nichts auszusetzen. Doch als wissbegieriger Frager bohrt er zu wenig nach, hakt Antworten viel zu früh ab. So kann kein Zwiegespräch aufkommen. Statt das Gegenüber zu tiefsinnigeren, trotzdem kurzweiligen Ich-Bekenntnissen zu verleiten, reichen dem Moderator zumeist zwei bis drei oberflächliche Statements – da schneidet er bereits das nächste Thema an. Gerade Alsmanns Behauptung etwa, im Nachgang der wilden Sechziger bewusst nicht dem Hippie-Kult gefrönt zu haben, hätte sich herrlich zur gesellschaftlich-süffisanten Retrospektive der APO-Ära geeignet. Die Chance hierzu haben beide vertan.

Kaum Überraschungsmomente

Etliche der zwischen den Beteiligten an dem Abend geführten Dialoge wirken abgesprochen, muten fast wie vorher einstudiert an. Deshalb bleibt kaum Platz für Überraschungsmomente. Sowieso: Ein wenig frecher, flapsiger dürfte es Riese, einst Botschafter des schlechten Geschmacks, schon treiben. Nein, nein – nicht die Promis auf dem Sofa düpieren, das will keiner. Aber ihnen die eigene Selbstdarstellung schwieriger gestalten und gleichzeitig charmant auftreten, dies müsste machbar sein.

Gleicher Ort, gleicher Rahmen

Sei’s drum. Die Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen, bietet sich am 10. Mai. Gleicher Ort, gleicher Rahmen. Dann hat der Entertainer u.a. Comedian Carsten Höfer sowie Sänger Johnny Ketzel alias Wolfgang Scherbening neben sich sitzen.

Wolfgang Halberscheidt

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