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Warum Alexa Hexenangst hat und Willi verschimmeltes Brot hortet

Barbara Stahr und Lothar Busch stehen Menschen, die an einer Pflegeelternschaft Interesse haben, gern mit Informationen zur Verfügung. [Foto: PD]
Alexa, 7 Jahre alt, hat in ihrem ganzen Zimmer Bänder gespannt. Jeden Abend überprüft sie, ob sie auch richtig sitzen. „Das sind Hexenfallen!“ erklärt sie, „ darin wird die Hexe gefangen, wenn die mich holen will!“ So drückt sie aus, dass sie Angst hat, von diesem sicheren Ort im Kinderheim wieder weg zu kommen.
„Das brauche ich aber!“ erklärt Willi, 5 Jahre, mit Tränen in den Augen, als die Erzieherin verschimmelte Brote unter seinem Bett findet. „Ich verhungere sonst!“ So drückt er seine verzweifelte Angst aus, nicht genug zu essen zu bekommen.
Verständnis und Geduld Voraussetzung
Beide Kinder warten darauf in einer Familie, bei „Eltern“ leben zu können. Alexa und Willi benötigen einen sicheren Ort und (Pflege) Eltern, die ihr Verhalten deuten können als ein sinnvolles und richtiges Verhalten auf dem Hintergrund der bisherigen Lebensgeschichte.
Herausforderung mit Unterstützung
Solche (Pflege)Eltern suchen die Fachkräfte des Sozialdienstes katholischer Frauen e. V. Münster. Das Leben mit Alexa oder Willi oder einem anderen Kind ist eine Herausforderung für Pflegeeltern. Es stellt ihr bisheriges Leben auf den Kopf. Um diese Aufgabe gut zu machen, bedarf es der Unterstützung durch geschulte Fachkräfte.
Das Team „Westfälische Pflegefamilien“ im SkF e. V. Münster besteht aus Mitarbeitern, die Familien kontinuierlich sehr eng betreuen, damit das Zusammenleben mit dem Pflegekind auch gelingen kann. Langjährige Erfahrung und kontinuierliche Fortbildung der Berater ist eine wichtige Voraussetzung für diese Arbeit.
Einfühlungsvermögen
So gut wie alle Pflegeelternbewerber sind in der Lage, Kinder zu erziehen und liebevoll mit ihnen umzugehen. Um Alexas Angst vor Hexen immer wieder neu zu verstehen, bedarf es aber eines besonderen Umgangs und eines außergewöhnlichen Einfühlungsvermögens in Alexas Erlebniswelt. Um Willi zu verstehen, reicht es nicht zu sagen: “Bei uns gibt es immer genug zu essen!“ Willi will in seiner Angst verstanden werden, immer wieder, über Monate, vielleicht sogar Jahre.
Seminare bereiten vor
Der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Münster bereitet daher Pflegeeltern in Seminaren und Einzelgesprächen gut auf ihre neue Aufgabe vor. Das unter der Leitung des Landesjugendamtes entwickelte Konzept „Westfälische Pflegefamilien“ garantiert intensive kompetente Begleitung, bis die Pflegekinder selbstständig sind. So werden die Pflegefamilien, die Alexa und Willi aufnehmen, kontinuierlich fachlich begleitet und beraten bis zur Verselbständigung der Kinder.
Kontakt
„Hoffentlich finden wir Eltern bzw. Familien, die sich die Aufnahme von Alexa oder Willi vorstellen können!“ wünschen sich die Fachkräfte des SkF-Teams „Westfälische Pflegefamilien“. Wer Interesse hat, kann sich bei Lothar Busch oder Barbara Stahr (0251/53009-416 Mail: busch@skf-muenster.de) melden.
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