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Tankstellen: Neue Marke kontra Kraftstoffpreise

Neue Strategien für die Zukunft: Michael Huger setzt in Hiltrup ab nächster Woche auf die Marke "Star" und bietet eine Prepaid-Karte an. [Foto: Wolfram Linke]
Die Meldungen der Konzerne tickern fast täglich herein - der Kraftstoffmarkt ist schwer in Bewegung. War es früher wesentlich günstiger mit Diesel zu fahren, liefert sich dieser Sprit heute ein echtes preisliches Kopf-an-Kopf-Rennen mit Super.
"Bis auf eine Differenz von lediglich vier Cent" staunt der Pächter der Hiltruper Orlen-Tankstelle, Michael Huger, "haben sich beide Kraftstoffsorten in der vergangenen Woche schon angenähert gehabt". Derzeit liegt die Differenz bei sechs Cent. Langfristig, ist sich der Experte sicher, werden beide Spritsorten preislich auf demselben Niveau angeboten. Bereits genauso teuer wie Super ist Benzin: "Der Preis ist aufgrund der Herstellungskosten und geringer Nachfrage gestiegen", weiß der Hiltruper. Langfristig werde, das sei absehbar, Benzin vom Markt gänzlich verschwinden.
Alternative
Die Preisentwicklungen sind für die Mineralölkonzerne Grund genug, mit Alternativen zu reagieren. Das in Polen ansässige Orlen-Unternehmen, das sich 2003 auch in Deutschland ansiedelte, beispielsweise setzt auf die Marke "Star", mit der ein Unterpreissegment geschaffen wurde - an den "Star"-Dependancen wird der Sprit um ein Cent günstiger angeboten. 420 der insgesamt 510 Tankstellen wurden mittlerweile umgerüstet - nächste Woche wird auch Hiltrup auf "Star" umgestellt. "Das", so Huger, "ist auch eine Reaktion auf die Entwicklung nicht nur der Preise, sondern auch auf das geänderte Handling der Ladenöffnungszeiten in Deutschland". Sowohl die Konkurrenz der Anbieter untereinander, als auch die Verlängerung der Öffnungszeiten von Lebensmittel- und Getränkemarkten habe für die Pächter eine Situation geschaffen, auf die es nun zu reagieren gelte.
Eigene Philosophie
"Wir werden den Sprit bei gleicher Qualität um ein Cent günstiger anbieten und setzen auf die Philosophie schnell, einfach und günstig", erläutert Huger seine Strategie. Unter dem Motto "Wir sind Star - einfach tanken, aber günstig" solle das Angebot noch weiter auf die Bedürfnisse der Kundschaft abgestimmt werden. Als Basis diene eine Rangliste, die das Ergebnis einer großangelegten Umfrage sei. Auf Platz 1 stehe bei den Kundenwünschen schnelles und einfaches Tanken, gefolgt vom Preis und dem Service. An vierter und fünfter Stelle folgen laut Umfrage Qualität und das persönliche Kennen: "Die Mitarbeiterfluktuation so gering wie möglich halten", erklärt Huger. Die Zukunft der Tankstellen liege im Shopsystem - neben der Zapfsäule wird von der Autowäsche bis hin zum Motoröl alles rund ums Thema KFZ angeboten und durch das Lebensmittelsortiment ergänzt.
Investitionen
Nicht minder beliebt seien Snacks und Kaffee: "Deshalb investiere ich nun auch nochmals in den Bistrobereich und schaffe gemütliche Sitzgelegenheiten", verweist er auf zeitnahe Planungen. Und wer nur tanken wolle, könne jetzt eine ganz neue Dienstleistung in Anspruch nehmen: Als erster Konzern biete Orlen eine Prepaid-Karte an, auf die ein Guthaben geladen werden könne. "Damit", so der Fachmann, "kann der Begünstigte dann in ganz Deutschland an allen Orlen-Tankstellen seine Rechnung begleichen".
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