login | registrierung

Benutzeranmeldung

TOP-Aktuelles

echo-Logo
[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

mehr
 

Uwe Leifeld auf dem Weg zu sich selbst

Uwe Leifeld, Scout beim VfL Bochum

Früher für den VfL Bochum am Ball und heute unterwegs für den Bundesligisten: Uwe Leifeld (41). [Foto: TA]

[01.11.2007 | Münster | TA]

Da hat einer nach 13 Jahren eine radikale Kehrtwendung vollzogen. Begleitet von öffentlichem Tamtam. Aus voller Überzeugung, den 1994 eingeschlagenen Weg dringend korrigieren zu müssen. Das war mutig und zielführend: Uwe Leifeld steht mit 41 Jahren vor einer neuen beruflichen Herausforderung.

Und vor der Aufgabe, sein Leben neu zu sortieren. Den Schritt zurück in den Fußball und den Weg zurück zu sich selbst vollzieht der Ex-Profi an der Castroper Straße 145 beim VfL Bochum 1848. „Das ist der Verein, mit dem ich mich voll identifiziere.“

Ende August schloss Leifeld seine Lotto-Annahmestelle auf der Rothenburg, nachdem er endlich eine Nachfolgerin für die Räume gefunden hatte. Bei der Übergabe „habe ich Miese gemacht, aber das war klar.“ Und das war es ihm wert. Heute weiß Leifeld, dass er nie hinter der Theke hätte stehen dürfen, um Zeitungen und Zigaretten, Fan-Artikel und Feuerzeuge zu verkaufen. „Ich hätte das besser niemals gemacht.“ Der Job, der ideal zu sein schien, um einem ehemaligen Berufs- und Passionsfußballer die zweite Lebenshälfte zu sichern, fraß ihn mit der Zeit auf. Weniger störte es, zwölf Stunden lang auf den Beinen zu stehen, als vielmehr, sich mit dem Inhalt der Tätigkeit nicht wirklich anfreunden zu können. Da nützten auch Nebenbeschäftigungen im Lieblingssport wenig. Als B- und A-Juniorentrainer beim SC Preußen war Leifeld tätig, in der Kreisliga beim TuS Laer. Der grüne Rasen aber war nicht mehr sein Lebensinhalt.

Alles aus dem Lot

2006 spitzte sich Leifelds Lage zu. Privat geriet sein Alltag aus dem Lot. Als dann das Geschäft brannte, war der Grenzbereich erreicht. Während ganz Deutschland im WM-Taumel lag, musste Leifeld stationär behandelt werden. Die tiefe Unzufriedenheit ließ Depressionen entstehen. Er nahm Medikamente, irgendwann nahm er sie in Massen. „Ich habe sie gehortet. Und dann zugegriffen, wenn ich am Ende war. Das war Medikamentenmissbrauch, ganz klar.“ Die Dröhnung schützte ihn nicht vor Übergriffen gegen sich selbst. Es gab Selbstmordversuche. „Schon einer ist einer zu viel“, weiß Leifeld heute.


Sein Psychologe überwies den Familienvater ins Telgter St. Rochus-Hospital. In der Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie lernte der Patient, „über Probleme zu reden, statt sie herunter zu schlucken.“ Das Erkennen, das Sich-Öffnen ist für niemanden einfach, für einen prominenten Kicker schon mal gar nicht. „Es fiel mir total schwer, in einem Kreis von Fremden über mich zu sprechen.“ Aber Leifeld schaffte es dank der professionellen Hilfe. Und dank seiner selbst.


„Irgendwie war das klar: Es musste erst etwas wirklich Schlimmes passieren, um die Wende zu kriegen“, sagt Leifeld heute und hat das Schlimmste hinter sich. Er hat vielleicht das vorletzte Zeichen richtig zu deuten gewusst. Leifeld trieb seinen Abschied vom Lottogeschäft voran, er suchte gezielt den Kontakt zu den alten Bekannten des Bundesligafußballs. Er traf Werner Altegoer, den Aufsichtsratsvorsitzenden des VfL Bochum, zum Mittagessen. Er sprach mit VfL-Vorstandsmitglied Stefan Kuntz, für ihn warf sich mit Hermann Gerland einer seiner Ex-Trainer ins Zeug.

Bochum stellte seinem Ex-Stürmer dann eine Stelle in Aussicht. Leifeld griff zu. Und reist seither morgens um 8.03 Uhr mit dem Zug nach Bochum, setzt sich an seinen Schreibtisch und arbeitet seine Aufgaben ab. „Ich habe intensiv gespürt, dass man mich mit offenen Armen empfängt.“


Sechs Serien lang schoss Leifeld für Bochum Treffer in der Ersten Liga. Auf 48 an der Zahl in 179 Bundesligaspielen summierte sich die Ausbeute nach zwei Schalker Jahren. Schlussendlich war Leifeld noch einmal drei Serien lang bei seinem Ex-Klub Preußen Münster aktiv. Seine Knieverletzungen stoppen schon vorher die Ambitionen, in den Kreis der Großen zu stoßen. Vor der WM 1990 stand er im Blickpunkt von Teamchef Kaiser Franz, aber wieder hielt das Knie nicht.

Als Spion in halb Europa unterwegs

So einer wie Vollblutfußballer Leifeld vermag einzuschätzen, ob ein Spieler Talent hat oder nicht. Genau diese Einschätzungen gibt Leifeld jetzt für Bochum ab. Der Scout sichtet auf VfL-Weisung Balltreter in halb Europa. Und hat eine dezidierte Beurteilung seiner Spionage abzugeben. Im größeren Kreis wird dann zum Kandidaten gesprochen. Wenn ein Erstligist einen Spieler verpflichten will, „dann muss man den im Wettbewerb, im Training und im Gespräch erleben.“ Infos werden eingeholt, Urteile gesammelt. Zum direkten Kontakt kommt es nicht immer. „In Duisburg sprach ich neulich einen 17-Jährigen an. Der sagte nur, ich solle mich an seinen Berater wenden. So weit sind wir längst im Fußball.“

Der Sport hat sich verändert während Leifelds Abwesenheit, das hat der Berufsanfänger zu akzeptieren. Ihm ist erst einmal wichtig, wieder am grünen Rasen zu stehen. Und akzeptiert zu werden: „Ich merke deutlich: Hier in Bochum zählt meine Stimme.“ Thomas Austermann

  • Mümken (l.), Nas
    [07.07.2010 | TA]

    Etwas mehr als ein Jahr nach dem 8:0-Testspielsieg in der Stauseekampfbahn kreuzt der SC Preußen am Donnerstag (18 Uhr) wieder beim TuS Haltern auf. Spielertrainer Daniel Haxter (32) hat die Truppe inzwischen zum Landesliga-Aufstieg geführt und wird es folglich in der Meisterschaft auch mit dem MS-Quartett zu tun bekommen.

    mehr
     
  • Karten-VV
    [05.07.2010 | TA]

    Wer ganz vorne landen wollte, musste früh anrücken. Um 7.20 Uhr bezog ein routinierter Preußenfan am Montag bereits Stellung an den Stadionkassen – um 10 Uhr standen rund 350 Kartenkäufer Schlange, um sich ihr Ticket für das DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg zu sichern. Binnen einer Stunde war die Tribüne ausverkauft.

    mehr
     
  • M. Fascher
    mehr
     
  • Weverson vergibt
    [04.07.2010 | TA]

    750 Zuschauer sahen sich am Sonntag das von vornherein ungleiche Fußballduell zwischen dem TuS Hiltrup und dem SC Preußen an, der nach der großen Kilometerfresserei in der ersten Trainingswoche nur schwer in die Gänge kam, den Landesligisten am Ende aber deutlich mit 7:0 (2:0) besiegte. Überraschend: Fünf Treffer fielen durch Standardsituationen.

    mehr
     
  • Führung durchs Internat
    [04.07.2010 | TA]

    Nach den Ferien wird es voller im Sportinternat an der Salzmannstraße – wie erwünscht und für die Finanzierung auch notwendig kommt neues Leben in die Bude. Von elf auf mindestens 24 junge Köpfe wächst die Bewohnerschaft. Und bei der Präsentation des Angebots im Lettischen Centrum am Tag der offenen Tür hatte man das Gefühl, dass der Betrieb jetzt richtig Fahrt aufnehmen wird.

    mehr
     

Archiv

Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar: