Allwetterzoo um eine Attraktion reicher

Die wuseligen Erdmännchen haben jetzt deutlich mehr Platz in ihrem Außengehege. Das neiden ihnen die Nashorn-Nachbarn nicht, denn ihnen gehört nun auch ein adäquates Areal. [Foto: Maleska]
Wer so gegen 11 Uhr den Eindruck hatte, die Sonne würde etwas getrübt, erfährt hier die Ursache: Zoodirektor Jörg Adler strahlte noch mehr als sie: „Ich bin üüüüüüberglücklich!“
Die Pressevertreter mussten nicht lang nach dem Grund suchen, sprach er´s doch in einer lauschigen Lodge aus Baumstämmen mit Blick auf zwei funkelnagelneue Außenanlagen für Nashörner und Erdmännchen.
Dabei gelang das Kunststück, den Tieren deutlich mehr Fläche zu bieten, und gleichzeitig die Besucher näher heranzuführen. Bei den Breitmaulnashörnern sorgt dafür die Aussichtsplattform, die den unmittelbaren Blick auf die nunmehr 4000 qm große, naturnah und ansprechend gestaltete Fläche freigibt. Den quirligen Erdmännchen schaut man im Allwetterzoo nun nicht mehr nur von oben auf den sandfarbenen Pelz. Ein Tunnel ermöglicht das Beobachten durch Scheiben auf Augenhöhe - so dicht, dass man die Sandkörner auf der feuchten Nase zählen kann, wenn sie während der Buddelei inne halten.
Beobachten rund um die Uhr
Dass die Besucher dann und wann genauso die Hälse recken die Köpfe verdrehen, wie die kleinen Wächter selbst, liegt an einem Übergang, der die beiden Gehegeteile über den Zuschauertunnel hinweg miteinander verbindet. Es sieht zu possierlich aus, wenn die Erdmännchen herunter lugen. Ihr Areal beträgt nun stolze 460 qm und ist tiergerecht mit Klettermöglichkeiten ausgestattet. Einblicke gibt´s auch in eine heimelige Höhle, und wer sich auch nach Zoo-Feierabend nicht von dem Anblick losreißen kann, darf daheim am PC via Webcam weiterschauen. „Mit dieser Anlage setzen wir in der Haltung der Erdmännchen Maßstäbe“, ist sich Adler sicher und bekundet seine Neugier auf die Reaktionen der Fachwelt.
Kernbereich nun eine Augenweide
Eine spannende Nachbarschaft nun nicht nur innen, sondern auch außen: Das Elternpaar mit seinen unzähligen tobenden, raufenden, laufenden und kletternden Kindern und die bedächtigen, ruhebedürftigen Herrschaften Nashorn. Beschwert haben letztere sich allerdings noch nicht. Gelegenheit zum direkten „Zwiegespräch“ mit dem Zoodirektor gibt es aber bald in Fülle. Der hat in der „Lodge“ nämlich schon seine Kuschelecke auserkoren, in der er laue Abende genießen möchte. Bisher war dieses Areal als ein Kernbereich des Zoos unterrepräsentiert, bestand es doch nur noch aus einigen zusammengewürfelten Relikten früherer Gestaltung. „Nun geht mir das Herz auf, wenn ich hier entlang radel“, freut sich Adler.
Wissen pfiffig vermittelt
Besonderes Augenmerk verdient auch der edukative Aspekt. Auf ansprechenden Tafeln, die zum Mitmachen und Mitdenken auffordern, erfährt man viele spannende Details. Pfiffig ist ein Wissensquiz, das gleichzeitig einen Spendenobulus für den Artenschutz entgegennimmt. In nur 95 Arbeitstagen entstand der Komplex mit einem Finanzaufwand von 0,9 Mio Euro.
Adlers besonderer Dank gilt (neben dem Zoo-Verein für die Spende von 70.000 Euro)dem Architektur –Büro Wolfgang Kantorski, dem technischen Leiter Dirk Heese, den beteiligten Revierleitern Reinhold Evels (Tropenhaus, Erdmännchen) und Michael Adler (Elefantenhaus, Nashörner) sowie Ilona Zühlke und Stefanie Heeke, die für Pressebegleitung bzw. Marketing beim Projekt sorgten.
Eröffnungsfest
Eröffnungsfest mit Besucherprogramm ist am Samstag, 26. April, 11 bis 17 Uhr. Es gibt Führungen zu den Erdmännchen und Nashörnern (stündlich von 12 bis 17 Uhr), Fütterung der Erdmännchen um 14 und 16 Uhr, Fütterung der Nashörner 15 Uhr. Mal-/Bastelaktionen und Infos zu „kiss a frog“ in der Nashorn-Lodge sowie Ausstellung einiger Bilder des Wettbewerbs „Unsere Erdmännchen“ in der Nashornhalle.
Klaudia Maleska
Neue Anlagen: Zahlen und Daten
Neubau der Erdmännchen-Anlage
Größe der Freianlage: 460,0 m²
Größe der Innenanlage: 27,5 m²
(alte Anlage am Tropenhaus zum Vergleich: 32 m²)
Sandtiefe innen: 60 cm, außen: 80 cm, Sandmenge: rund 385 m³
Neue Freianlage für Breitmaulnashörner
Gesamtgröße der Freianlagen: 3.512 m²
(alte Anlagen zum Vergleich: 2.234 m²)
Ausführung: Architektur-Büro Wolfgang Kantorski, Münster
Projektleitung Zoo: H. Jörg Adler (Zoodirektor), Dirk Heese (Techn. Leiter)
Aufwand insgesamt: 0,9 Mio Euro inklusive Wegebau, Wandgestaltung und Edukation
Spende Zoo-Verein für die Erdmännchen-Anlage: 70.000 Euro
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[15.05.2010 | ECHO]Dass ein Zoobesuch in Münster unvergesslich ist, davon berichtet so mancher Tierfan. Ein älterer Herr sowie ein Junge werden dem seit heute Mittag zustimmen - allerdings aus ganz anderen Gründen!
Denn beide machten unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Seitenarm der Aa, auf dem sonst eigentlich nur das Aasee-Boot Prof. Landois unterwegs ist.
Passanten halfen
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[12.05.2010 | ECHO]Erst acht Monate alt ist Gürteltier „Norman“. Im Zoo Heidelberg geboren, lebt es nun im Allwetterzoo Münster. Gemeinsam mit Goldenen Löwen- und Zwergseidenäffchen bewohnt es die Südamerika-Anlage im Niederen Affenhaus.
- [30.04.2010 | ECHO]
Das seltene Exponat, es ist nur noch bis zum 17. Mai zu sehen: Die erste Giraffe eines europäischen Tierparks. Gezeigt wird das gute Stück im Westfälischen Pferdemuseum - im Rahmen der Ausstellung "ZooGeschichte(n)".
- [27.04.2010 | ECHO]
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Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar:







