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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Grüne: "Die Stadtgesellschaft hat jetzt schon profitiert"

[24.04.2008 | Münster | HH]

Die vergangenen Monate waren auf keiner Seite frei von Emotionen.

Und deshalb betonten die Grünen Gerhard Joksch und Hery Klas bei ihrem Resümee der „Wahlkampfzeit“ rund um die Kultur- und Kongresshalle heute Nachmittag besonders, dass sie – unabhängig vom Ausgang am Sonntag – diesen Bürgerentscheid mit seinem durchweg fairen und argumentativen Verlauf für einen Erfolg halten. „Ein Höhepunkt der direkten Demokratie“.

Natürlich würden die Gegner des städtischen Zuschusses für eine Musikhalle am 27. April um kurz nach 18 Uhr am liebsten jubeln und anschließend bei Pinkus im Stadthaus 1 einen Erfolg feiern. Doch auch, wenn die Münsteraner sich mehrheitlich bei der Abstimmung für den Ratsbeschluss zur Beteiligung am Bau entscheiden sollten, geht das politische Leben weiter: „Wir werden das akzeptieren“, so Hery Klas, „uns vor allem aber weiter um ein ,Bündnis für Kultur‘ in unserer Stadt bemühen“. Das beinhalte dann auch, ergänzt Gerhard Joksch, eine inhaltliche und konzeptionelle Mitgestaltung eines Musikhallen-Projektes.

"Spannend und lohnend"

Doch von diesem „Plan B“ für den kommenden Montag reden beide natürlich erst in zweiter Linie, denn sie sind sich sicher, dass die Argumente der Gegner bei den Münsteranern auf fruchtbaren Boden gefallen sind. „Kunst- und Kulturfragen lassen sich eben nicht von gesellschaftspolitischen Fragen trennen“, findet der Fraktionssprecher der Grünen, und, so Klas, „materieller und geistlicher Reichtum müssen gerecht verteilt werden“. Die nur sehr selten an Personen, dafür umso mehr an Argumenten aufgehängte Diskussion der letzten Zeit sei spannend und lohnend gewesen.

Von einer möglichen Vergiftung des Klimas könne nach Ansicht der beiden Grünen nicht die Rede sein, auch „wenn wir ab Montag gerne dabei helfen werden, Gräben wieder zuzuschütten“. Persönliche Beschädigungen sehen beide nicht - „vielleicht bekommen wir halt von einigen Leuten keine Wahlkampfspenden mehr“, sinniert Klas lächelnd. Auch ein künftiges Koalitionsklima zwischen SPD und Grünen halten Klas und Joksch nicht für belastet – „die anstehenden gewaltigen Sparentscheidungen brauchen im neuen Rat den Konsens, um wieder eine Politik der Balance für diese Stadt hinzubekommen“.

„Kaff oder Kapitale“ schließlich, dieser Slogan der Befürworter, sei schlichtweg falsch: Die Zukunft Münsters könne doch nicht an einem Gebäude hängen. Gelassen und dennoch gespannt warten die Grünen nun ab, was der Bürgerentscheid am Sonntag bringt: Für sie hat, so Hery Klas, die Stadtgesellschaft bereits heute von der Auseinandersetzung profitiert.

Heike Hänscheid

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