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Demo von Anlegern in Pleitefonds: "Für dumm verkauft"

Diese Anleger in Pleitefonds der DZ Bank demonstrierten heute vor der Volksbank Münster. [Foto: von Dewitz-Krebs]
Sie fühlen sich falsch beraten und sehen ihre Altersvorsorge durch Anlagen in Pleitefonds vernichtet. Heute zogen sie mit einem großen Transparent vor die Zentrale der Volksbank Münster an der Neubrückenstraße.
Dort machten die Demonstranten ihrem Ärger Luft, forderten Entschädigung und Rücknahme der Immobilienfonds der DZ (früher DG) Bank, einem Partnerinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken. „Wir wollen Kunden auf unser Schicksal aufmerksam machen“, sagt Rentner Rüdiger Stangen, einer der enttäuschten Fondsanleger.
"Alles verloren"
Der 64-Jährige hat 1995 rund 160.000 Mark auf Anraten einer Volksbank in geschlossene Immobilienfonds der DG Anlage Gesellschaft investiert – und alles verloren. Er beziffert seinen persönlichen Verlust mit 150.000 Euro. Geld, mit dem der ehemalige Systemberater seine Rente aufbessern wollte. Jetzt verlangt er sein Geld zurück und wirft den Volks- und Raiffeisenbanken Abzocke vor. „Mir wurde von meinem Berater Sand in die Augen gestreut. Der Immobilienfonds sei eine sichere Geldanlage ohne Risiko. Sagte er. Ich habe ihm vertraut.“
Klagen auf Schadensersatz
Wie Stangen ging es bundesweit rund 20.000 Betroffenen, die in den 90er Jahren in Immobilienfonds der Volksbanken investierten, mehrere 100 Gerichtsverfahren über Schadensersatz gegenüber der DZ Bank sind anhängig. Der Verlust der Anleger liegt, so Stangen, bei weit über 500 Millionen Euro.
"Volksbank Münster in falschem Licht"
Michael Brinkmann, Assistent des Vorstandes, sieht die Volksbank Münster durch die Demonstranten vor der Tür zu Unrecht in ein falsches Licht gerückt. „Das waren keine Kunden unseres Hauses.“ Stangen zum Beispiel ist Kunde der Volksbank in Havixbeck. „Wir beraten bedarfsgerecht und halten den Kontakt zu unseren Kunden“, weist Brinkmann allgemeine Vorwürfe als unfair zurück.
"Nicht in einen Topf werfen"
Und moniert, dass die Demonstranten alle Volksbanken in einen Topf werfen. „Wir sind kein Konzern, sondern jede Volksbank ist selbstständig.“ Gewiss, auch die Volksbank Münster habe eine Handvoll jener Fondsanleger, habe aber nicht behauptet, dass es sich bei der Anlageart um eine inflationssichere Altersvorsorge sondern um ein Risiko behaftetes Steuersparmodell handele. „Steuern wurden gespart, aber der Wert der Immobilien ist gesunken. Das ist das Risiko.“
"Hingehalten und für dumm verkauft"
„Wir werden hingehalten, für dumm verkauft und es wird gemauert“, kann Stangen die Argumente des Bankers nicht gelten lassen. So sei er von einem Kunden der Volksbank Münster autorisiert, der aus Gesundheitsgründen nicht zur Demonstration kommen konnte, in der Sache für ihn zu sprechen.
Frage der Entschädigung
„Wir haben bewusst die Volksbank Münster gewählt, weil sie eine der Banken ist, die sich nicht in erforderlichem Ausmaß an einer Entschädigung der Anleger beteiligen will“, wirft Stangen vor, der mittlerweile in dem Verein „Geschädigte Genossenschaftlicher Immobilienfonds e.V.“ organisiert ist. Seine konkrete Frage nach Rückkauf-Angeboten seitens der Volksbank Münster jedenfalls habe Brinkmann nur ausweichend beantwortet.
Rückkaufangebote auf dem Tisch
Stangen bleibt dabei: Eine Schadensbegrenzung im Sinne der Anleger werde höchst unterschiedlich gehandhabt. Fakt sei, dass besagte Immobilien verkauft werden, „Häuser und Büros sind wahrscheinlich soviel wert wie die aufgelaufenen Schulden. Die Bank aber hat 15 Jahre Zinsen kassiert, gewinnt also. Nur der Anleger guckt in die Röhre.“ Zurzeit gebe es Rückkaufangebote, von 20 Prozent, je zur Hälfte von der DZ Bank und von einzelnen Volksbanken. „In NRW hat sogar eine Volksbank ein Rückkaufangebot von 32 Prozent auf den Tisch gelegt. Nur die Volksbank Münster gibt sich bedeckt.“
Bruni Frobusch
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