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Schultheiß bleibt, Bahnhof kommt, Einkaufssonntag weg

Doctores unter sich: OB Tillmann begrüßte Veit-Christoph Baecker (r.) als neuen Ratsherrn. [Fotos:Clauser]
Der OB könnte guten Gewissens für die von der eigenen Verwaltung erarbeiteten Vorlage pro Einkaufssonntag im Advent stimmen – tut es aber nicht. Ali Atalan von den Linken ist für den Bahnhofsumbau – stimmt aber dagegen. Die UWG will sich beim gleichen Thema enthalten – und votiert am Ende dann doch dafür. Ball paradox am Abend im Rat.
So richtig harmonisch war eigentlich nur der Anfang der Sitzung. Da wurde CDU-Fraktionsgeschäftsführer Dr. Veit Christoph Baecker als Nachfolger für Dieter Maager als Ratsherr verpflichtet und freundlich willkommen geheißen.
Schultheiß im Amt bestätigt
Kontrovers ging es dann bei Personalie Nummer zwei zu: Gegen die Wiederwahl von Stadtdirektor und Planungsdezernent Hartwig Schultheiß (Bild l.) erhoben SPD, Grüne, ödp und Linke Einwände. Teils aus politischem Kalkül, teils aus Protest gegen eine verfehlte Planungspolitik. CDU, FDP und UWG stützten den Amtsinhaber – 39:34 hieß es am Ende bei der Abstimmung. Schultheiß bleibt damit für weitere acht Jahre im Amt.
Streitfall Adventssonntag
Die Geschlossenheit der CDU hatte dann beim Thema verkaufsoffener Adventssonntag ein Ende. Rolf Klein votierte für Sonntagsruhe, Marliese Kosmider plädierte für offene Geschäfte. Das tat auch die FDP, während SPD, Grüne, UWG/ödp und Linke dagegen stimmte. Das reichte für eine Ablehnung.
Und weil man gerade dabei war, wurde mit knapper Mehrheit auch die Sonntagsöffnung am 28. Dezember in Hiltrup abgeschmettert. Am 31. August dürfen die Hiltruper allerdings shoppen gehen und in Kinderhaus können am 9. November ausnahmsweise Geschäfte getätigt werden. Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann begründete seine Nicht-Teilnahme an der Abstimmung mit seinem „individuellen Verhältnis zum Thema Sonntag“. Er zollte Gegnern wie Befürwortern der Ladenöffnung Respekt und bekannte schließlich: „Die Ladenöffnung am Sonntag ist eine Maßnahme, die man vertreten kann und die ich auch vertreten könnte.“
Breite Mehrheit für Bahnhofspläne
Eine breite Mehrheit fand sich schließlich dafür, den Umbau des Bahnhofs mit fünf Millionen Euro aus dem Stadtsäckel zu bezuschussen. „Wir sollten uns, verdammt noch mal, schlicht freuen fand OB Tillmann und SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer sprach von der „wichtigsten Investitionsentscheidung der letzten Jahrzehnte.“ Die Ansicht hatte zuvor auch Richard Michael Halberstadt (CDU) vertreten. Bedenken äußerte Fritz Pfau (UWG), der zunächst die Enthaltung seiner Fraktion ankündigte.
Vehement gegen die seiner Ansicht nach an der falschen stelle investierten Millionen votierte Ali Atalan (Die Linke). Die Störungen seines offenkundig missliebigen Wortbeitrags von den CDU-Bänken aus ließ Tillmann als Vorsitzender ungeahndet, setzte am Ende mit der überflüssigen Bemerkung „Schönen Dank, Herr Atalan – auch wenns schwer fällt“ sogar selber noch einen drauf. Im Gegensatz zur UWG blieb Atalan aber bei seiner Position und stimmte am Ende als einziger gegen die Mitfinanzierung des Bahnhofs.
Stefan Clauser
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