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Kein Open-Air-Festival vor dem Schloss anno 2008

Das Open-Air-Festival vor dem Schloss muss im Sommer 2008 ausfallen. Doch Simone Raschke (l.) und Sabine Hakvoort halten an der ambitionierten Reihe fest: Sie wird auf das nächste Jahr verschoben. [Fotos (2): Halberscheidt]
Das Lob kommt aus berufenem Munde – von Fritz Schmücker, Veranstaltungsleiter im münsterschen Marketing-Stab. „Die Schloss-Konzerte“, urteilt er, „waren gleich zur Premiere sehr, sehr wertig gestaltet, außerdem wurde der reizvolle Charakter des Areals optimal widergespiegelt.“ Dennoch muss die Reihe in diesem Jahr pausieren: Sie wird auf 2009 verschoben.
Der Grund? Ein allgemeiner Trend, der inzwischen landauf landab zu beobachten ist, zudem selbst hochkarätige, publikumsträchtige Angebote wie im vorliegenden Fall nicht ausspart: überregional operierende Sponsoren reduzieren ihre PR-Etats, stellen gemeinhin weniger Beträge zur Verfügung als früher üblich.
Lob für lokale Sponsoren
"Von dieser Entwicklung sind leider auch wir eingeholt worden", erklären Sabine Hakvoort und Simone Raschke, die Chefinnen aus der Agentur „Erlebnisreich“, auf Anfrage unumwunden. Eine Entwicklung, die zwangsläufig finanzielle Lücken reiße. Große Komplimente hingegen stiften sie lokalen Geldgebern: Deren "tatkräftige, engagierte Unterstützung" wäre bei einer Neuauflage, genauso wie vor zwölf Monaten, wieder gesichert gewesen - Positionierungen, über die man sich außerordentlich gefreut habe.
Anno 2007, vor Schlauns prächtiger Barock-Kulisse, hatten beide Frauen mit ihren Gästen jeweils „drei tolle Feste“ gefeiert: Reamonn, Sasha, die Prinzen - jeder von denen legte dort, unter dem edlen, gläsernem Bühnenaufbau, die große Show hin.
Positives öffentliches Echo
Mit über 8500 Zuhörern wurde das ursprünglich avisierte Klassenziel zwar nicht vollends erreicht, als wesentlich wichtiger aber stuften Hakvoort/Raschke bereits damals das öffentliche Echo ein: „Durchweg positiv. Alle zeigten sich begeistert.“
Intensive Diskussionen
Angesichts nunmehr eingeschränkterer Mittel-Zusagen bei bundesweit werbenden Firmen habe man sich „nach langen, intensiven Diskussionen“ entschlossen, vorerst kein mehrtägiges Freiluft-Festival zu initiieren. Allerdings: Gänzlich gecancelt wurde der Termin – das Wochenende vom 15. bis 17. August 2008 - aber nicht. „Als Alternative denken wir gerade darüber nach, ein Künstler-Gastspiel zu arrangieren“, betont das Duo. Mit welchem Star bitte? „Zu gegebener Zeit“, lächeln die Agentinnen charmant, „teilen wir Näheres mit.“
Chartsstürmer Lindenberg
Zu gern hätten sie für die Schlossplatz-Party Chartsstürmer Udo Lindenberg verpflichtet – vielleicht sogar gemeinsam mit Jan Delay. Jener Sängerkollege, der dem Altrocker aus Gronau bei der Produktion des Erfolgsalbu
ms „Stark wie Zwei“ zur Seite stand. Um dem Plan Nachdruck zu verleihen, wurde dann auch Steffi Stephan, Bandleader des Lindenbergschen Panikorchesters (s. Foto links), um Hilfe gebeten.
Gastspiel in Essen
Doch der Kapellmeister vermochte trotz „viel guten Willens“ wenig auszurichten. „Ich kann zwar Einfluss nehmen“, bekennt der Rock-Promoter, „aber ich gehöre nicht zu den maßgeblichen Entscheidern.“ Am Ende blieb’s beim kategorischen „Nein“: Meister Udo rollt zwar mit seinem Tross in die Ruhrgebietsmetropole Essen, steuert aber nicht das westfälische Oberzentrum an. So ist er eben.
Egal: Die Macherinnen vertrauen darauf, dass ihr ambitioniertes Open-Air-Projekt bis zum nächsten Sommer die dem Konzept gebührende Beachtung bei überörtlichen Mäzenen findet.
Wolfgang Halberscheidt
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Nähere Informationen unter: Erlebnisreich
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