Fossile Flora erforscht: Heitfeld-Preise für junge Geowissenschaftler verliehen

Die Heitfeld-Preisträger mit Dekan Prof. Dr. Hans Kerp (r.), Dr. Christian Pott, Sandra Hassel und Maren Hübers, Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles und Prof. Dr. Ralf Hetzel (v.r.). [Foto: upm/Grewer]
Die diesjährigen Heitfeld-Preise für herausragende Absolventen des Geologisch-Paläontologischen Instituts der Universität Münster wurden am Freitag zum achten Mal verliehen.
Ausgezeichnet wurden Dr. Christian Pott für die beste Doktorarbeit sowie Sara Hassel und Maren Hübers für die besten zwei Masterarbeiten des Jahrgangs. Der Preis für die Doktorarbeit ist mit 2500 Euro dotiert, die Preise für die Masterarbeiten sind mit jeweils 1500 Euro dotiert.
Christian Pott, Jahrgang 1977, hat in seiner Doktorarbeit die Pflanzenfossilien von Lunz am See in Niederösterreich untersucht, die einer der bedeutendsten und reichhaltigsten fossilen Floren der alpinen Trias angehören. Bei diesen Fossilien sind die Oberflächenstrukturen der Pflanzen exzellent
erhalten. Anhand dieser Strukturen konnte Pott nicht nur die Arten und die Zusammensetzung dieser fossilen Flora eindeutig charakterisieren, sondern auch Eigenschaften des Ökosystems und die Lebensumstände der Pflanzen rekonstruieren. Bereits im Januar 2008 hatte Pott den mit 7.500 Euro dotierten Dissertationspreis der WWU erhalten.
Sara Hassel, Jahrgang 1981, hat in ihrer Masterarbeit Kohlenstoff- und Sauerstoffisotopenmessungen sowie eine Spurensulfatanalytik an verschiedenen Profilen von so genannten Cap-Karbonaten der Rasthof-Formation sowie der Keilberg- und der Maieberg-Formation Namibias durchgeführt. Die extrem geringen Spurensulfatkonzentrationen belegen, dass während der
Karbonatablagerung regional begrenzt nur sehr wenig Sulfat im Meerwasser vorhanden war und bieten wichtige Einblicke in den Schwefelkreislauf des Neoproterozoikums (1000 bis 542 Millionen Jahre
vor heute).
Maren Hübers, Jahrgang 1980, hat das Schalenwachstum von ausgestorbenen Kopffüßern, den Ammoniten,untersucht. Diese Tiere, die mit den heutigen Tintenfischen verwandt sind, haben sich schwebend im Wasser fortbewegt. Um Auftrieb zu
erzeugen, besaßen sie ein so genanntes Phragmokon, das mit Gas gefüllt war. Um die Gewichtszunahme durch Gehäusewachstum auszugleichen, mussten im Phragmokon rechtzeitig neue gasgefüllte
Kammern angelegt werden. In ihrer Arbeit hat Maren Hübers diesen Wachstumsprozess anhand von mittel- und oberdevonischen Ammoniten aus Marokko, Australien und Deutschland rekonstruiert.
Die Hildegard- und Karl-Heinrich Heitfeld-Stiftung dient der Förderung der Geologie und Paläontologie insbesondere durch die Vergabe von Stipendien an besonders förderungswürdige Studierende und von Preisen an herausragende Diplom- beziehungsweise Masterarbeiten und Doktorarbeiten. Sie wurde von Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Heinrich Heitfeld
gegründet.
Der Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse war nach Studium und Promotion in Münster viele Jahre Professor für Ingenieurgeologie und Hydrogeologie an der RWTH Aachen.
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