Betreff: "Schließung des Delfinariums Münster"

Zwei Große Tümmler und ein Sotalia-Delfin leben im Delfinarium. Letzter ist bereits 40 Jahre alt. [Foto: Linke]
„Schließung des Delfinariums im Allwetterzoo Münster“ steht als Betreff über einem Schreiben, mit dem sich am 2. Juni das „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF) ans Delfinarium, den Zoo, an Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann sowie an die drei Bürgermeister der Stadt wandte.
Inzwischen hat zu diesem Schreiben der Aufsichtsrat der Westfälischen Zoologischen Garten Münster GmbH getagt, und auch der Dezernent für Soziales, Integration, Gesundheit, Umwelt – und Verbraucherschutz, Stadtrat Thomas Paal, hat dem Vorsitzenden des WDSF, Jürgen Ortmüller, geantwortet. Fazit aller Schreiben und Sitzungen: Münsters Delfinarium wird auf der Grundlage gültiger Betriebsgenehmigungen betrieben. Darüber hat Dezernent Paal inzwischen auch die Vorsitzenden der Ratsfraktionen informiert.
Generelle Ablehnung der Delfinhaltung
Fünf Seiten lang ist das Schreiben des Vereins, der in Hagen-Hohenlimburg seinen Sitz hat und sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt hat, „Wissenschaftler, Aktivisten, Politiker und Interessenten zum Thema des Wal- und Delfinschutzes zu einer gemeinsamen Debatte anzuregen“. Das WDSF lehnt generell die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft und speziell die Delfin-Shows ab.
"Nicht mehr akzeptieren"
„Mit diesem Schreiben möchten wir Sie darauf aufmerksam machen“, so heißt es im Brief weiter, „dass wir auch die Delfinhaltung in Münster nicht mehr akzeptieren werden“. Und weiter: „Aus Kreisen der Tierschutzszene wurde uns mitgeteilt, dass z.Z. eine massive deutschlandweite Kampagne bezüglich des Delfinariums in Münster vorbereitet wird“. Ähnlich wie in Nürnberg bzw. beim Delfinarium im Heidepark Soltau „beabsichtigen Tierschützer, die gesamte Stadt Münster in einem Boykottaufruf einzubeziehen“. Dabei habe Nürnberg z.B. den Namen „Stadt des Tierleids“ bekommen.
"Bundesweiter Imageschaden"
Solcherlei „bundesweiten Imageschaden“ und die „sicherlich damit verbundene ökonomische Beeinträchtigung für viele andere Branchen in Münster“ zu verhindern, bietet sich das WDSF an: Man habe sich im Vorfeld mit den Bilanzdaten des Allwetterzoos und des Delfinariums befasst, schreibt Jürgen Ortmüller und beantragt im Übrigen Einblick in die „Überprüfung der Einhaltung der EU-Richtlinien bezüglich des Delfinarium“. Die ihm Stadtrat Paal grundsätzlich zugesagt hat.
Dabei ist Ortmüller gedanklich schon viel weiter: Er bietet nämlich an, mit seinem Partner – dem ehemaligen Fernsehtrainer von „Flipper, Richard O’Barry aus Miami – für eine Auswilderungsmöglichkeit der münsterschen drei Delfine sorgen zu können.
Trainer ist in Rage
Das allerdings bringt Delfin-Trainer Jörg Feldhoff aus dem Delfinarium in Münster in Rage. „Dieser Experte ist in den USA wegen Tierquälerei verurteilt worden“, berichtet er echo-muenster, weil er Delfine, die er für die US-Navy auswildern sollte, „einfach in den Ozean gekippt“ habe. „Wir haben hier ein ruhiges Gewissen!“, betont Feldhoff, der sich aber betroffen zeigt von den Angriffen und unverhohlenen Drohungen des WDSF. „Da wird mit nachweislich falschen Behauptungen an die Emotionen der Menschen appelliert, wird auf der Gefühlsschiene gespielt“.
"Wir haben nichts zu verbergen"
Münsters Delfinarium habe nichts zu verbergen, Genehmigungen seien rechtmäßig eingeholt und stets verlängert worden und auch der Besuch des Amtstierarztes als Reaktion auf den WDSF-Brief habe keinerlei Beanstandungen ergeben. Feldhoff kann sich zwar vorstellen, dass es Proteste geben könnte – er setzt dagegen verstärkt auf Aufklärung und Information, was das Leben von Delfinen in Gefangenschaft angeht. „Entweder man ist generell gegen Tierhaltung oder nicht. Nur die Delfine da herauszugreifen, das erscheint mir inkonsequent“.
Heike Hänscheid
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[15.05.2010 | ECHO]Dass ein Zoobesuch in Münster unvergesslich ist, davon berichtet so mancher Tierfan. Ein älterer Herr sowie ein Junge werden dem seit heute Mittag zustimmen - allerdings aus ganz anderen Gründen!
Denn beide machten unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Seitenarm der Aa, auf dem sonst eigentlich nur das Aasee-Boot Prof. Landois unterwegs ist.
Passanten halfen
[15.05.2010 | ECHO]Auf dem grünen Gras werden sich die Spieler des SC Preußen 06 e.V. Münster sicher wie im eigenen Stadion fühlen – solange, bis die Mannschaft von „Zebra Allwetterzoo“ das Feld stürmt. Am Mittwoch, 19. Mai, testen die beliebten Fußballer das neue Afrikapanorama im münsterschen Zoo – und laden ein zu einem tierisch-sportlichen Einweihungsfest.
[12.05.2010 | ECHO]Erst acht Monate alt ist Gürteltier „Norman“. Im Zoo Heidelberg geboren, lebt es nun im Allwetterzoo Münster. Gemeinsam mit Goldenen Löwen- und Zwergseidenäffchen bewohnt es die Südamerika-Anlage im Niederen Affenhaus.
- [30.04.2010 | ECHO]
Das seltene Exponat, es ist nur noch bis zum 17. Mai zu sehen: Die erste Giraffe eines europäischen Tierparks. Gezeigt wird das gute Stück im Westfälischen Pferdemuseum - im Rahmen der Ausstellung "ZooGeschichte(n)".
- [27.04.2010 | ECHO]
Der erste Nachwuchs bei den Mongolenponys im Allwetterzoo Münster ist am frühen Abend des vergangenen Sonntag (25. April) auf die Welt gekommen. Inzwischen begleitet das Stutfohlen auf seinen staksigen Beinen Mutter „Gaslan“ auf Schritt und Tritt. Die erfahrene Stute lebt seit 2005 im Kinder- und Pferdepark und hatte zuletzt 2008 Nachwuchs.
Archiv
Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar:








Delfin-Haltung
Herr Feldhoff sollte sich mal darüber informieren, wieso die Delfin-Haltung als "besonders tierquälerisch" angesehen wird.
free ur mind
gegen Delfinarien
Delfine sind für Delfinarienbesitzer ein gutes Geschäft: Sie locken Zuschauer an und lassen die Kassen klingeln. Doch hinter den Kulissen der scheinbar spielerischen Darbietung läuft ein unerbittliches, für den Delfin oft tödliches Geschäft ab: Viele Delfine sterben bereits während des Fanges und des Transports. Im chemisch aufbereiteten Wasser der engen, kahlen Becken und dem fehlenden biologischen und sozialen Umfeld leben die Tiere unter Streß und Haftpsychose. Die Sterblichkeit der gefangenen Delfine ist außerordentlich hoch. Die Tiere sterben häufig an Lungenentzündung, Herzversagen, Kreislaufkollaps und Vergiftungen. Die Lebenserwartung ist entsprechend niedriger als in Freiheit. Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.
Einfallslos, liebe/lieber fuerTiere...
Mal ganz abgesehen vom Inhalt: ziemlich einfallslos, quer über alle Publikationen zum leidigen Thema stumpf wortwörtlich kopierte Kommentare zu benutzen...
Profilierungssucht
Sicher haben Delfine in Delfinarien andere Lebensbedingungen als Delfine in freier Wildbahn. Ich finde es auch nicht gut, wenn Delfine, beispielsweise in Taiji/Japan niedergemetzelt werden und die prächtigsten Tiere an Vergnügngsparks verkauft werden. Meines Wissens leben in deutschen Delfinarien aber bereits Jungtiere in zweiter oder dritter Generation.
Darüber hinaus mache ich einen großen Unterschied zwischen Vergnügungspark-Delfinen und Delfinen in Zoos.
Einmal in Zoos (aber auch in Vergnügungsparks) beheimatete Tiere auszuwildern ist (mit Verlaub) eine "Schnapsidee". Hat das jemals geklappt? Neulich erst kam eine Reportage im Fernsehen, wo versucht wurde, Eilat-Delfine irgendwo im Schwarzen Meer auszuwildern. Vergeblich. Mindestens ein Delfin starb. Wenn schon auswildern, warum hat man in Eilat nicht einfach das Netz aufgemacht und die Delfine selbst entscheiden lassen, anstatt sie im Schwarzen Meer "zwangsauszuwildern"? Ich glaube nicht, dass man einem Delfinariumsdelfin damit einen Gefallen tut.
Weiterhin glaube ich nicht, dass ein Delfinariumsdelfin, dessen "Familie" vornehmlich aus Menschen bestand und besteht, "draußen" überhaupt zurechtkommt. Wie soll sich ein einzelner, plötzlich von "Flossenträgern" umgebener Delfin dort zurechtfinden? Wer gibt dem "Einwanderer" Futter? Wer beschäftigt ihn?
Ich denke, bei der Aktion des WDSF geht es nicht um Tierschutz sondern um puren Aktionismus und darum, dass manche Menschen gerne ihren Namen lesen, sei es im Internet oder in der Presse. Insofern kann ich Herrn Feldhoffs "Rage" voll nachvollziehen.
antwort
Sie haben Recht in Bezug auf die Auswilderungsvorhaben.
Sie haben definitiv Unrecht in Bezug auf die Motivationen des WDSF: Was Sie ihm vorwerfen, Aktionismus und Populismus, tun Sie im selben Absatz selbst ("...gerne ihren Namen lesen...")!
Es geht hier ganz klar um Tierschutz!
Es muss ein Ende haben mit Delfinarien!
Den jetzigen Tieren darf KEIN NACHWUCHS in welcher Form auch immer folgen!
Dafür werde ich mich persönlich einsetzen und bin dankbar , dass der WDSF diese alte Diskussion wieder forciert in die Öffentlichkeit bringt, wenn auch nicht 100% überzeugend.
free ur mind