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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Betreff: "Schließung des Delfinariums Münster"

Drei Delfine leben im Delfinarium Münster

Zwei Große Tümmler und ein Sotalia-Delfin leben im Delfinarium. Letzter ist bereits 40 Jahre alt. [Foto: Linke]

[16.06.2008 | Münster | HH]

„Schließung des Delfinariums im Allwetterzoo Münster“ steht als Betreff über einem Schreiben, mit dem sich am 2. Juni das „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF) ans Delfinarium, den Zoo, an Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann sowie an die drei Bürgermeister der Stadt wandte.

Inzwischen hat zu diesem Schreiben der Aufsichtsrat der Westfälischen Zoologischen Garten Münster GmbH getagt, und auch der Dezernent für Soziales, Integration, Gesundheit, Umwelt – und Verbraucherschutz, Stadtrat Thomas Paal, hat dem Vorsitzenden des WDSF, Jürgen Ortmüller, geantwortet. Fazit aller Schreiben und Sitzungen: Münsters Delfinarium wird auf der Grundlage gültiger Betriebsgenehmigungen betrieben. Darüber hat Dezernent Paal inzwischen auch die Vorsitzenden der Ratsfraktionen informiert.

Generelle Ablehnung der Delfinhaltung

Fünf Seiten lang ist das Schreiben des Vereins, der in Hagen-Hohenlimburg seinen Sitz hat und sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt hat, „Wissenschaftler, Aktivisten, Politiker und Interessenten zum Thema des Wal- und Delfinschutzes zu einer gemeinsamen Debatte anzuregen“. Das WDSF lehnt generell die Haltung von Delfinen in Gefangenschaft und speziell die Delfin-Shows ab.

"Nicht mehr akzeptieren"

„Mit diesem Schreiben möchten wir Sie darauf aufmerksam machen“, so heißt es im Brief weiter, „dass wir auch die Delfinhaltung in Münster nicht mehr akzeptieren werden“. Und weiter: „Aus Kreisen der Tierschutzszene wurde uns mitgeteilt, dass z.Z. eine massive deutschlandweite Kampagne bezüglich des Delfinariums in Münster vorbereitet wird“. Ähnlich wie in Nürnberg bzw. beim Delfinarium im Heidepark Soltau „beabsichtigen Tierschützer, die gesamte Stadt Münster in einem Boykottaufruf einzubeziehen“. Dabei habe Nürnberg z.B. den Namen „Stadt des Tierleids“ bekommen.

"Bundesweiter Imageschaden"

Solcherlei „bundesweiten Imageschaden“ und die „sicherlich damit verbundene ökonomische Beeinträchtigung für viele andere Branchen in Münster“ zu verhindern, bietet sich das WDSF an: Man habe sich im Vorfeld mit den Bilanzdaten des Allwetterzoos und des Delfinariums befasst, schreibt Jürgen Ortmüller und beantragt im Übrigen Einblick in die „Überprüfung der Einhaltung der EU-Richtlinien bezüglich des Delfinarium“. Die ihm Stadtrat Paal grundsätzlich zugesagt hat.

Dabei ist Ortmüller gedanklich schon viel weiter: Er bietet nämlich an, mit seinem Partner – dem ehemaligen Fernsehtrainer von „Flipper, Richard O’Barry aus Miami – für eine Auswilderungsmöglichkeit der münsterschen drei Delfine sorgen zu können.

Trainer ist in Rage

Das allerdings bringt Delfin-Trainer Jörg Feldhoff aus dem Delfinarium in Münster in Rage. „Dieser Experte ist in den USA wegen Tierquälerei verurteilt worden“, berichtet er echo-muenster, weil er Delfine, die er für die US-Navy auswildern sollte, „einfach in den Ozean gekippt“ habe. „Wir haben hier ein ruhiges Gewissen!“, betont Feldhoff, der sich aber betroffen zeigt von den Angriffen und unverhohlenen Drohungen des WDSF. „Da wird mit nachweislich falschen Behauptungen an die Emotionen der Menschen appelliert, wird auf der Gefühlsschiene gespielt“.

"Wir haben nichts zu verbergen"

Münsters Delfinarium habe nichts zu verbergen, Genehmigungen seien rechtmäßig eingeholt und stets verlängert worden und auch der Besuch des Amtstierarztes als Reaktion auf den WDSF-Brief habe keinerlei Beanstandungen ergeben. Feldhoff kann sich zwar vorstellen, dass es Proteste geben könnte – er setzt dagegen verstärkt auf Aufklärung und Information, was das Leben von Delfinen in Gefangenschaft angeht. „Entweder man ist generell gegen Tierhaltung oder nicht. Nur die Delfine da herauszugreifen, das erscheint mir inkonsequent“.

Heike Hänscheid

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Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar: