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Anonyme Anzeigen gegen Herzchirurgen am Klinikum: Durchsuchung
Die Herzchirurgie am Klinikum kommt nicht zur Ruhe. Erst das monatelange Hickhack um die Kündigung der renommierten Kinderherzchirurgin Prof. Sabine Däbritz und jetzt das: Dem Leiter des Instituts und einigen Ärzte seines Teams wird vorgeworfen, den Tod von 13 Patienten verursacht zu haben.
Heute Vormittag durchsuchte die Staatsanwaltschaft Privat- und Diensträume und stellte Krankenunterlagen sicher.
Reihe anonymer Schreiben
Eine Reihe anonymer Schreiben, die im Juni und Juli bei der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm eingegangen waren, brachten den Stein ins Rollen. „Darin wird den Ärzten vorgeworfen, auch durch Einsetzen von unerfahrenen Operateuren bei Transplantationen den Tod von dreizehn Menschen verursacht bzw. mit verursacht zu haben," so Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer.
Angebliche Missstände bei der OP
"Zwei weitere anonyme Schreiben gingen bei Hinterbliebenen von zwei 46- und 54-jährigen Männern ein, die im Klinikum operiert worden waren. Sie enthielten dezidierte Vorwürfe über angeblich vorgekommene Missstände bei den Operationen. Vorgefertigte Strafantragsformulare waren beigefügt," so Schweer weiter.
"Vorwurf der Untreue haltlos"
Zudem wurde in den anonymen Anzeigen der Vorwurf erhoben, medizinisches Material zu einem deutlich überhöhten Preis für die Klinik beschafft und dadurch einen persönlichen Vorteil erlangt zu haben. Die bisherigen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei haben aber ergeben, dass diese Vorwürfe haltlos sein dürften.
Zum einen wurden die Beschaffungen nicht von der Herzchirurgie durchgeführt, sondern von einer zentralen Stelle. Bei der Auswertung der Unterlagen wurde festgestellt, dass offensichtlich die Vergaberichtlinien beachtet worden sind. Weiter fanden die Fahnder heraus, dass die in den anonymen Anzeigen angegebenen Preise nicht stimmen.
Externe Gutachter prüfen
Die Staatsanwaltschaft Münster hat deshalb davon abgesehen, weitere Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Untreue zu führen. Abhängig von dem Ausgang weiterer Ermittlungen, wie Zeugenvernehmungen, werden die Krankenunterlagen durch externe Gutachter ausgewertet werden. Um die weiteren Vorwürfe gegen die Ärzte auszuräumen oder zu erhärten wird deshalb weiter ermittelt.
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