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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Olympia - wir kommen

Ingrid Klimke

Ingrid Klimke und FRH Butts Abraxxas: "Alles ist möglich" bei den olympischen Spielen. [Foto: Peter Buddendick]

[25.07.2008 | Münster | PB]

Mit „viel Vorfreude“ sieht Ingrid Klimke wenige Stunden vor dem Start nach Hongkong den olympischen Spielen in China entgegen. Vier- und Zweibeiner sind „gesund und munter“ – so die Vielseitigkeitsreiterin, die für den RV St. Georg Münster startet, in einem Gespräch mit echo-muenster.

Die Quarantänewoche in Warendorf nutzte Bundestrainer Hans Melzer, um seine fünf Sportlerpaare noch einmal intensiv auf die Aufgaben vorzubereiten, die ab dem 8. August auf die Buschreiter warten.

Die Dressuraufgabe stand immer wieder auf dem „Stundenplan“. Die in dieser ersten Teilprüfung erreichte Grundnote kann bei der anschließenden Geländeprüfung und dem abschließenden Springen nicht mehr verbessert, durch Fehler und/oder Zeitüberschreitungen nur noch verschlechtert werden. Nicht zuletzt deshalb ist eine gute Benotung in der Dressur für den weiteren Verlauf der Prüfung so wichtig.

Kondition getankt

Aber auch Geländesprünge und der Hindernisparcours gehörten zum Trainingsprogramm. Schließlich wurden alle Pferde noch einmal in einem den Quarantänebestimmungen entsprechenden Spezialtransporter zur Geländestrecke in die Nähe von Brochterbeck gefahren, um auf einer bergan-Galoppstrecke Kondition zu tanken.

„Wir treten alle hoch motiviert die Reise an“ ließ Ingrid Klimke keinen Zweifel daran aufkommen, dass die deutschen Vielseitigkeitsreiter erneut den Kampf um das Edelmetall aufnehmen werden. Sie weiß aber, dass die Konkurrenz groß ist. „Man braucht in den drei Teilprüfungen auch das nötige Glück.“

Konzentration gefordert

Und gerade bei der Geländeprüfung in jeder Sekunde ein Höchstmaß an  Konzentration. Wer wüsste das nach dem CHIO in Aachen nicht besser als Ingrid Klimke. Da hatte sie die Chance, den Wettbewerb zu gewinnen, landete aber am Ende „nur“ auf Rang 18. Ein Moment der Unachtsamkeit auf drei Galoppsprüngen in einer Hinderniskombination – schon war FRH Butts Abraxxas neben der Spur und das gute Endresultat dahin.

„Abraxxas hat sich in den vergangenen Monaten deutlich weiterentwickelt. Und ich mich seit Sydney ebenfalls“ sieht die sympathische Münsteranerin aber in der Aachen-Erfahrung nur einen ärgerlichen Ausrutscher.

Pflegeleicht und mutig

Überhaupt: Der elfjährige Hannoveraner Wallach ist ein sehr umgänglicher Vertreter seiner Rasse, Pflegeleicht eben. Aber im entscheidenden Augenblick ist er präsent, hat Mut und glaubt seiner Reiterin, dass er das, was diese ihm abverlangt, auch leisten kann. Eine ideale Kombination in der Vielseitigkeitsreiterei.

Auf ihre persönlichen Erwartungen beim olympischen Wettstreit angesprochen, gibt sich Ingrid Klimke locker. „Ich werden versuchen, eine optimale Leistung abzurufen. Wenn andere besser sind, dann haben sie die Medaillen auch verdient.“ Honkong bedeutet für sie zum dritten Mal Teilnahme an olympischen Spielen. Und wer weiß – vielleicht sind ja aller guten Dinge drei…

Elf Flugstunden

Während sie also noch im heimischen Münster auf gepackten Koffern sitzt, ist Carmen Thiemann, Pferdepflegerin und der gute Geist im Stall Klimke, wie die übrigen Pfleger/innen bereits auf dem Weg nach Asien. Heute (Freitag) Nachmittag werden die Pferde der deutschen Vielseitigkeits- und Springreiter von Warendorf aus nach Amsterdam gebracht und dort kurz vor Mitternacht zu ihrem elfstündigen Flug starten. Begleitet wird die Verladeaktion von den Reiterinnen und Reitern.

Die

Der Bundestrainer der Vielseitigkeitsreiter, Hans Melzer (hier mit Carmen Thiemann) ist zufrieden mit den Trainingsleistungen seiner Buschreiter.Foto: Peter Buddendick

Pferdepfleger/innen nehmen die Vierbeiner am Samstag in Hongkong in Empfang. Stunden später werden die zweibeiniger Sportler, die am Samstag den Flieger in Frankfurt besteigen, ebenfalls vor Ort sein. „Dann geht es zunächst darum, die Pferde an das Klima zu gewöhnen und sie mit leichtem Training fit zu halten“ beschreibt Ingrid Klimke die Aktivitäten der letzten Tage vor der ersten Prüfung.

"Alles ist möglich..."

Zu der werden fünf Reiter/innen aus Deutschland an den Start gehen. Die vier besten werden mit ihren Ergebnissen in die Teamwertung eingehen. Und die 25 besten Teilnehmer haben dann noch die Chance, in der Einzelwertung um Gold, Silber und Bronze zu kämpfen.

Auch wenn Ingrid Klimke sich nicht unter Medaillen-Druck setzen lassen will („alles ist möglich“), die Chancen, dass sie und Abraxxas beim Kampf um eine vordere Platzierung auf dem Gelände des Honkong Jockey Clubs ein gutes Wörtchen mitreden können, stehen nicht schlecht.

Peter Buddendick

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