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Charity-Konzert im großen Stil: Bigband der Bundeswehr swingt auf dem Domplatz

Sie hoffen beim Charity-Konzert der Bundeswehr-Bigband auf gute Publikumsresonanz: Karl-Heinz Neubert, Lars Motel sowie Dr. Klaus Anderbrügge. [Foto: Kehler]
Die Kultur- und Kongresshalle gibt’s nicht, die Wohltätigkeitsveranstaltung aber schon! Obwohl sich die Münsteraner beim Plebiszit Ende April gegen den Bau der Musenstätte aussprachen, welche ursprünglich durch das Konzert der Bundeswehr-Bigband unterstützt werden sollte, findet am Freitag, 8. August, das Gastspiel trotzdem statt.
So treten die hochkarätigen Instrumentalisten auf dem Domplatz (Beginn: 20.30 Uhr) zu Gunsten gemeinnütziger Anliegen der Westfälischen Schule für Musik an. „Die bereits vor längerer Zeit von uns geschlossenen Verträge wollten wir nach dem Bürgerentscheid nicht aufkündigen“, betont Dr. Klaus Anderbrügge, Vorsitzender des Vereins Musikhalle. „Stattdessen ist es gelungen“, schwärmt er voller Elan, „nun etwas Wunderbares zu fördern.“
Junge Talente
Konkret bedeutet das: Mit den am Ende der Veranstaltung hoffentlich prall gefüllten Spendendosen prominenter Sammler – der Eintritt ist generell frei - sollen zwei Projekte gezielt vorangebracht werden. Zum einen das Vorhaben „Jedem Kind seine Stimme“, welches jungen Talenten aus den Klassen eins bis vier durch gemeinsames Singen elementaren Zugang zur Musik ermöglichen soll. Zum zweiten wird das Modell „First Class Rock“ finanzielle Mittel erhalten.
Band-Sessions
Die Bigband der Bundeswehr setzt sich imposant in Szene. Unser Bild zeigt Impressionen vom Gastspiel auf der Kölner Domplatte. Mit ähnlich großem Aufgebot ist auch beim Konzert in Münster zu rechnen. Foto: PR
Heißt wiederum ganz praktisch: Die nach den Sommerferien startende Jahrgangsstufe 5 der Geistschule bekommt dann über den herkömmlichen Musikunterricht hinaus fachkundige Anleitung in puncto Rock und Pop. Sie wird lernen, wie man E-Gitarre, E-Bass, Keyboard und Schlagzeug beherrscht, wie man die Instrumente außerdem für gemeinsame Band-Sessions zusammenfügt.
Ausdrückliches Ziel des Charity-Abends: Kinder und Jugendliche aus Familien, die ihrem Nachwuchs nicht ohne weiteres zu den normalen Gebührensätzen musikalische (Früh-)Erziehung ermöglichen können, werden künftig dank der Benefiz-Einnahmen bewusster an die Töne und Takte herangeführt. So findet auch Lars Model, stellvertretender Direktor der Musikschule, dass „keine Selektion von Talenten nach dem Kriterium Geld stattfinden dürfe“.
"Chancengleichheit"
Vielmehr plädiert er für eine Art Chancengleichheit. Seite an Seite mit Karl-Heinz Neubert, dem Rektor der Geistschule, will er den Fünftklässlern alsbald ein „spannendes, interessantes Medium“ eröffnen. Die Eltern ihrerseits tragen die Begeisterung mit, steuern so gut wie sie es selbst ermöglichen können, ihr Scherflein bei.
Instrumentenbeschaffung
Nach den Worten der Gesprächspartner will man überdies Zeichen setzen. „Alle Welt hat erkannt, welch wichtige soziale Funktion der Sport einnimmt“, betont Anderbrügge. Dass gerade Musik zur Überwindung gesellschaftlicher Barrieren geeignet sei, gelte es mehr denn als Botschaft zu verankern. Die Kosten für den 24-monatigen Pilotversuch belaufen sich auf rund 20 000 Euro, wobei die Hälfte der Summe für die Instrumentenbeschaffung sowie für das Equipment verwendet wird – wodurch sich die Aufwendungen für Folge-Kurse deutlich verringern.
Super-Ensemble
„Ein solches Vorhaben“, beteuern die Drei, „ist bislang am Ort einmalig“, insofern komme die Aktion wie gerufen. Dass der Event hohes Niveau aufweise, steht für Motel, den Fachmann, außer Frage. „Wir werden erstklassigen Sound hören“, verspricht er – von einem „Super-Ensemble“, das Swing, Rock und Pop vortrefflich arrangiere. und bei vergangenen Open-Airs mit Leichtigkeit zwischen 15000 und 20 000 Fans in Schwung gebracht habe.
Letztlich hoffen die Organisatoren, dass trotz des gleichzeitig stattfindenden SCP-Fußballspiels gegen den VfL Bochum sowie anderer kultureller Angebote der Domplatz gut gefüllt sein wird.
Olesja Kehler
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