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Futsal-Boys schauspielern nicht

Tor, Tor, Tor: Karim Ajnane, Marciano Boumann, Omar Nejjari und Appie Idlaasri zauberten beim 14:0 am Freitag über Tallin. [Fotos: Austermann]
Die Nationenfahnen können abgenommen werden, der Boden bleibt bis Samstag liegen: Die zum Leidwesen aller Beteiligten und vieler neugierig gewordener Sportfreunde reduzierte Vorrunde im UEFA Futsal-Cup ist vorbei. Am Freitag gaben die Niederländer in Berg Fidel noch eine zweite und letzte Darbietung ihres außergewöhnlichen Könnens am kleinen Ball.
Für das 14:0 (9:0) gegen den wie erwartet überforderten FC Betoon Tallin sorgten sechs verschiedene Torschützen des Zwölferkaders der Carillon Boys Beverwijk.
10.000 Euro von der UEFA
Da die nicht gespielten Partien für die drei anwesenden Teams jeweils mit 5:0 gegen die nicht angetretene Mannschaft Orlic Sarajevo gewertet wurden, hat die überragende Auswahl dieser Gruppe am Ende neun Punkte und 29:2 Treffer auf dem Konto. Dem UFC Münster bleibt Rang zwei, der ihm durchaus zur Ehre gereicht. 10.000 Euro aus dem UEFA-Topf erhält jeder teilnehmende Verein. In der Regel geht das Geld weiter zum jeweiligen Landesverband.
In der Klemme? Marciano Boumann weiß sich zu helfen und rollt den Ball mit der Sohle nach hinter weiter.
Beverwijk macht Gegner nicht lächerlich
Was Futsal ist und was man daraus machen kann, das zeigten die Boys aus Beverwijk, die ihren restlos bedienten Gegner aus Estland sportlich vorführten, ohne ihn der Lächerlichkeit preis zu geben. Marino Pusics glänzende Techniker versuchten stets, die am eigenen Sechsmeterraum oder kurz davor abwartenden Gegner in die Bewegung zu bringen. Denn dann waren die sehr statisch agierenden Esten unterlegen. Beverwijk drückte in den ersten Minuten dermaßen aufs Tempo, dass es nach acht Spielminuten 6:0 stand.
"70 Mal aufs Tor geschossen..."
„Es ist schwer, gegen einen solchen Gegner ein Spiel aufzuziehen, wie wir es gegen eine Spitzenmannschaft machen würden“, sah Trainer Pusic das Vorhaben nicht immer umgesetzt. Seine im Schnitt 25 Jahre junge Truppe habe „ungefähr 70 Mal aufs Tor geschossen. Da kann es mehr Treffer geben als diese 14.“ Mit großem Aktionsradius und läuferischer Überlegenheit zogen die Boys ihr Spiel konzentriert und konsequent durch. Nach Balleroberung, die zum Teil sehr leicht fiel, rollten die Angriffssysteme ab.
Tallins Torwart Viktor Kiolein wehrt den nächsten Schuss ab, den Boys-Spieler Joey Ngarigota anbringt.
Einstudierte Varianten
Einstudierte Standards wie diese Eckenvariante, bei der ein sich kurz anbietender Akteur den Ball in seinen Rücken zum heranstürmenden Mitspieler weiterleitet, hatten Erfolg. Gerne wurde vor dem Tor noch einmal quer gespielt oder gelupft. Ohne jede Hochnäsigkeit zogen die Boys ihre Tricks durch. „Ich habe klar gesagt, dass wir keine Schauspielerei wollen“, sah Marino die Vorgabe erfüllt. „Man muss immer Respekt wahren vor der anderen Mannschaft.“
Nach dem 13. Gegentor hatte der vielfacher Retter in der Not, Tallins Torwart und Kapitän Viktor Kiolein, die Nase voll und ließ Paul Gross in den Kasten. Kiolein fühlte sich in einer Szene zu hart attackiert und ungeschützt von den Spielleitern.Pech für die Unterlegenen: Schon vor der Pause schied mit Indrek Siska der gefährlichste Angreifer verletzt aus.
In Ungarn geht es weiter
Die Boys-Treffer markierten Zaid el Morabiti, Samir Makhoukhi, Omar Nejjari (je 3), Marciano Boumann (2), Joey Ngarigota und Brahim el Ajjouri (je 1). Ein Eigentor kommt hinzu. In der zweiten Runde des UEFA-Wettbewerbs treten die Niederländer in Ungarn an.
Thomas Austermann
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