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Tester sind im Honig-Schlaraffenland unterwegs

Dr. Werner Mühlen, Referent für Bienenkunde, schaut den Testern über die Schulter. [Alle Fotos: Pellmann]
"So fünf bis sechs Gläser Honig hat nachher jeder von uns im Magen", scherzte einer der 30 Freizeit-Imker, die sich an diesem Wochenende durch ein Honigschlaraffenland schlagen werden. Vom 5. bis 7. September führt die Landwirtschaftskammer NRW in Münster eine Honigbewertung durch.
Dank der Vielfalt an Honigvariationen in Nordrhein-Westfalen erwartet die anerkannten Prüfer süße Schwerarbeit: 1,5 Tonnen flüssiges Gold werden in den Räumen der Kammer untersucht. Von Frühtracht-Honigen aus Obst, Löwenzahn oder Raps über Sommervarianten bis hin zu den würzig-dunklen Tauhonigen ist alles dabei.
Fast 1000 Honige testen
Fast tausend Honige werden an den fünf Stationen gewogen, probiert und bewertet. Vorab wird jedes Glas registriert und erhält eine eigene Losnummer, um die Anonymität der Prüfung zu gewährleisten.
Im ersten Schritt wird das Gewicht kontrolliert, exakt 500 Gramm sollen es sein. Danach werden die Gläser auf Tabletts mit Fragebögen an die Prüfer geleitet. Die testen der Reihe nach Sauberkeit, Ordnung und äußere Aufmachung der Verpackung, und schließlich den Honig selbst. Zunächst wird äußerlich z. B. auf Blasen an der Oberfläche geachtet - Punktabzüge gibt es für Fremdstoffe und Unreinheiten. Danach wird der Honig auf Konsistenz, Feincremigkeit und den typischen Geschmack untersucht. Bei der Endkontrolle geht es um die Stimmigkeit der Ergebnisse. Dabei werden auch kleine Proben für chemische Analysen über Naturbelassenheit und Reinheit abgefüllt.
Je ein Glas für die Tafel
Nach der Wochenendprüfung können die Imker ihre Erzeugnisse dann wieder abholen. Schöne Geste: Ein Glas von jedem Honig wird an die Münster-Tafel gespendet. Der Sieger dieses großen Testes wird schließlich am 19. Oktober im Maximilianpark in Hamm gekürt. Es wird spannend, denn von den hiesigen Honigen sind 90 Prozent rückstandsfrei - eine Situation, die deutschlandweit einmalig ist, so sagt Dr. Werner Mühlen, Referent für Bienenkunde an der Landwirtschaftskammer, durchaus stolz.
"Den Bienen geht es gut", sagt der Referent für Bienenkunde
I
n diesem Jahr sei die Honigernte mit rund 35 Kilo pro Imker sehr zufriedenstellend gewesen, so kann er feststellen. Es habe z. B. keine bedrohlichen Krankheiten gegeben: "Den Bienen geht es gut."
Deutsche beim Verzehr vorn
Übrigens: Im Honigverzehr liegen die Deutschen europaweit mit 1,4 Kilo je Bundesbürger im Durchschnitt pro Jahr vorn. Rund 20 Prozent davon stammen aus eigener Produktion, der Rest wird aus dem Ausland eingeführt. In Nordrhein-Westfalen gibt es etwa 9000 Imker mit 61 000 Bienenvölkern. Die fleißigen Insekten produzieren rund 1800 Tonnen Honig pro Jahr im Wert von 15 Millionen Euro.
Nele Pellmann
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- [25.08.2009 | ECHO]
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