BVC-Sportchef Weusthof mag die Preußen

"Alo" Weusthof, Fußballlehrer auf dem Posten des Sportleiters. [Foto: BV Cloppenburg]
Normalerweise beobachtet der Sportleiter den nächsten Gegner, wenn der BV Cloppenburg selbst am Ball ist. Alfons „Alo“ Weusthof aber will die nächste Partie der „Nr. 1 im Oldenburger Münsterland“ partout vor Ort miterleben. Am Samstag kommt der Klub nach Münster zum Regionalligaduell.
Im Preußenstadion hat Weusthof selbst eine knappe Serie lang als Trainer gearbeitet. Nach wie vor denkt er gerne „an eine sehr intensive Zeit“ zurück.
Kontakte sind nie abgerissen
„Ich hatte ein gutes Präsidium“, hält der in Meppen tätige Leiter eines Berufsbildungszentrum des Handwerks dann und wann Kontakt zu Thomas Herda und Hermann Brück. Obschon Weusthofs Vertrag Mitte 1996 entgegen den Absichtserklärungen nicht verlängert wurde. Damals büffelte sich der Pädagoge zum Fußballlehrer und die Preußen glaubten, die Zeit würde dann zu knapp und er könne sich ums Team nicht recht kümmern.
An der Hammer Straße hat Weusthof beileibe keine ruhige Serie erlebt als Bischoff-Nachfolger, aber er hat sich in den Job hier reingekniet und mit dem SCP identifiziert. Er könnte Geschichten erzählen über die Brinkmanns und Sellmanns dieser Fußballwelt, aber er erinnert sich lieber an die sorglosen Phasen jener Tage in der West/Südwest-Liga.
Professor holt Sportdirektor
Im Oktober 2007 wurde Weusthof beim Oberligisten SV Meppen als Trainer
entlassen. Die gen Regionalligaqualifikation strebenden Cloppenburger holten den Fachmann, den der BV-Boss am liebsten Sportdirektor nennt. Cloppenburgs Präsident Prof. Dr. Joachim Schrader ist ein Klinikdirektor, der in einem gerichtlich bestellten Vorstand einst dafür sorgte, den BV aus der finanziellen Schieflage zu befreien.
"Liga annehmen"
Nach der Qualifikation schimpfte der Professor zunächst auf die Eingruppierung des BV in die Westgruppe. Inzwischen freundet man sich langsam mit dem Los an. „Wir müssen die Liga annehmen. Sie ist interessant, hat ein gutes Niveau und klasse Vereine“, wertet Weusthof gegenüber echo-muenster.
Mit zwei deutlichen Siegen gegen Trier und Worms hat Cloppenburg Punkte gemacht. „Wir müssen eigentlich jeden Zähler feiern“, findet er. Denn: „Von der ganzen Infrastruktur her muss sich Cloppenburg nach und nach richtig aufstellen. Preußen Münster, das heißt Tradition und Kult. Der BV kann sich mit solchen Vereinen gar nicht vergleichen.“
Routinier Breitenreiter
Bis auf den 34-jährigen Ex-Profi Andre Breitenreiter, der Mitte 2007 aus Kiel kam, „hat keiner aus dem Kader jemals zuvor so hoch gespielt. An diese neue Plattform und die neuen Gegner müssen sich die Spieler erst gewöhnen.“ Den Prozess soll Trainer Frank Schulz steuern, der aus Dülmen kommend gen Cloppenburg pendelt. In Herne hat Weusthof den 47-jährigen Ex-Profi losgeeist, der 14 Neuzugänge integrieren musste und beim letzten 3:0 über Worms fünf in der Startformation stehen hatte.
Inzwischen lässt Schulz auch mit der Viererkette und zwei „Sechsern“ spielen, was er in Herne nie gemacht hat. Ex-Westfalia-Mann Edin Terzic (vier Treffer) geht im Team oft als einzige echte Spitze voran. Auch er trägt die BV-Hoffnungen, die Weusthof auf die Serie gesehen so umschreibt: „Wir wollen bis zum Ende dabei bleiben.“
Thomas Austermann
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