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Wurde totes Baby misshandelt? - Jugendamt bestürzt: "Positive Entwicklung der Mutter"

Jugendamtsleiterin Anna Pohl: "Der Tod des kleinen Mädchens hat uns erschüttert." [Foto: echo-muenster]
Die Frage steht im Raum, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung beziehungsweise Totschlags: Wurde das elf Monate alte Mädchen, das am Sonntag, in der Uni-Klink starb, von den Eltern misshandelt?
Die Leiche des Babys, das mit einer Hirnschwellung eingeliefert wurde,ist obduziert. Starb es an einem Schütteltrauma oder an einer Infektion? Antwort auf diese Frage gibt es noch nicht. "wir müssen das Ergebnis der feingewebliche Untersuchung des Gehirns abwarten", so Staatsanwalt Martin Botzenhardt. Das werde frühestens in vier bis sechs Wochen vorliegen.
Jugendamt bekannt
Derweil laufen im Jugendamt Münster die Drähte heiß. Die Mutter der Kleinen war dort bekannt und in ein engmaschiges sozial-pädagogisches Programm der Familienhilfe eingebunden. „Der Tod des Mädchens hat uns erschüttert“, sagt Anna Pohl, Leiterin des Jugendamtes. Was geschehen ist, das kann sie sich nicht erklären. Sie muss die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft abwarten, wird sich nicht in Spekulationen verlieren.
Engmaschiges Hilfenetz geknüpft
Pohl informiert: Der 34-jährigen Mutter, die selber das Jugendamt um Hilfe gebeten habe, stand nach der Geburt des Babys im Dezember 2007 anfangs täglich eine Familienhelferin eines freien Trägers zur Seite. Seit September kam diese wegen der positiven Entwicklung nur noch zwei Mal wöchentlich, um im Haushalt zu helfen.
Hebamme kam täglich
Eine Hebamme besuchte Mutter und Kind täglich. Sie waren mittlerweile mit in das Haus der Eltern/Großeltern gezogen. Im Stadtteil, wo die Familie wohnt, war am vergangenen Montag noch eine Mutter-Kind-Gruppe gefunden worden. Am folgenden Freitag dann hatten die Eltern den Rettungswagen gerufen, der die kleine Tochter abholte und ins Uni-Klinikum brachte, wo sie zwei Tage später starb.
"Tragfähige Beziehung entwickelt"
Nach Auskunft aller beteiligten Helfer, die sich um die Familie kümmerten, so Pohl, „hat sich eine tragfähige Eltern-Kind-Beziehung entwickelt. Die Mutter war motiviert“, und alles habe sich sehr positiv entwickelt. „Alle Mitarbeiter der freien Träger waren sehr zufrieden.“ Der Kontakt zum Vater sei durchaus vorhanden, auch wenn die Mutter die Hauptbezugsperson gewesen sei.
Mutter im Methadon-Programm
Echo-Recherchen zufolge war die 34-Jährige Teilnehmerin an einem Methadon-Programm, um sich von ihrer Drogensucht zu befreien. Methadon ist ein Opiat-Ersatzstoff, der in der Heroin-Substitution eingesetzt wird. Auch hier, so die Information, habe die Frau jedes Kontroll-Screening durchlaufen, sei täglich unter ärztlicher Aufsicht gewesen, ohne Auffälligkeiten zu zeigen.
Bruni Frobusch
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