Benutzeranmeldung
Barfuß, Straßen- oder Flamenco-Schuhe: Das Tanzfestival vereint sie alle auf der Bühne

Berührte und begeisterte: Gasttänzerin Tanya Acevedo mit ihrem Solo [Alle Fotos: Hänscheid]
„Tanzen Sie, meine Damen und Herren!“. Moderator Tobias Karsten fand das passende Schlusswort für das 16. Tanzfestival, das am Sonntagabend über die Bühne des Großen Hauses ging.
Tanz als Begleiter im Alltag, in Trauer und Freude, für Jung und Alt, allein oder in der Gruppe – das war es, was die münstersche Tanzszene im ausverkauften Theater präsentierte.
Qualität der Beiträge war hoch
Ein durch und durch gelungener Abend, an dem von Anmoderation bis Zauber alles stimmte. Die Qualität der Beiträge – und das zeigte sich nicht nur in den standing ovations nach dem grandiosen Finale aller Gruppe! – hat einen Grad erreicht, an dem man wohl von Professionalität sprechen muss – egal, ob man von den Gruppen aus hiesigen Ballettschulen oder von bereits Auftritt gewöhnten Companies spricht.
Schaut her - wir lieben das Tanzen! Die gemeinsame Choreografie zum Finale hat bereits Tradition.
Geschichte des klassischen Balletts
Mit der Idee, künftig jedes Tanzfestival mit einem kleinen Vortrag über einen speziellen Tanzstil beginnen zu lassen, haben die Organisatorinnen und Organisatoren aus der Tanzkooperative rund um Ingrid Heid eine neue Duftmarke gesetzt: Die Besucher sollen nämlich auch ein wenig Hintergrund über das bekommen, was ihnen da in den unterschiedlichsten Facetten der einen Tanz-Kunst begegnet. Peter Jahreis, Theatermann in Münster seit Jahrzehnten, lieh seine Stimme diesem ersten Exkurs durch die Jahrhunderte: Mit was sollte ein Tanzfestival dabei starten, wenn nicht mit dem Werden des Klassischen Tanzes!?
Modern dance - zauberhaft und vom Publikum mit Szenen-Applaus belohnt.
A propos Tradition: Natürlich gehörte der stürmische erste Applaus der Gruppe „Schrittwechsel“, bei der Lebenshilfe beheimatet und dieses Mal ungewohnt aggressiv: Ihr Fächer an „Begegnungen“ zwischen Menschen reichte von der (angedeuteten) Ohrfeige über die freundliche Zuwendung bis zu zum Kampf.
Klassik eroberte Herz und Auge
Wie ein Schattenspiel: Donvena Pandurskys "Terra Nova".
Nach der kleinen Theorie-Stunde in Ballett-Geschichte führte der souveräne Moderator Tobias Karsten (selbst begeisterter Lindy Hop-Tänzer) dann die Zuschauer direkt in den Ballett-Saal: Drei Gruppen der Ballettschule von Heidi Sievert demonstrierten an der Stange Beispiele für das ABC des klassischen Ballett. Ihre Übungen aus verschiedenen Schwierigkeitsstufen erwiesen sich als echte Hingucker – die Synchronität und die die offenkundige Begeisterung der jungen Tänzerinnen war sicht- und spürbar. In einen ganz anderen Ballettsaal führte das opulente zweite Bild des Abends: Nämlich mitten hinein in Gemälde von Degas nahmen 18 Mädchen und ein junger Tänzer die hingerissenen Besucher mit. Die perfekten Kostüme komplettierten die Strauß’schen „Geschichten aus dem Wienerwald“ zu einem Walzerfest für die Augen!
Vom Walzerfest auf die Straße
Dort die Harmonie des höfischen Treibens, hier die brutale Wahrheit des Tanzes auf der Straße: Battlesonic-s (Foto rechts; bekannt aus der Zusammenarbeit mit dem Jugendtheater Cactus) mischten die Bühne mit knallharter Musik und akrobtischem Breakdance auf – und rissen die Zuschauer einfach von den Sitzen mit Muskelkraft und Dynamik.
Schnell und mit Spaß
„Groovie Legs“, die junge, frische Gruppe um Tänzerin und Choreografin Yvonne Laudon, stand ihr allerdings in punkto Schnelligkeit und Spaß in nichts nach. Ihre beiden einfallsreichen Hip Hop Stücke straften alle Lügen, die – so Tobias Karsten – bei dieser Tanzkunst eher an Gangster-Rapper denken: Dieses junge motivierte Team wird sicher noch viel von sich hören und sehen lassen – rasant, rasant.
Das ist die Kunst, aus klar komponierten (Bossa Nova-) Schritten ein wunderbar harmonisches Stück zu bauen, das das Auge keine Sekunde überfordert, sondern gleich in die Beine wandert: Donvena Pandourskys Ballett-Tänzerinnen haben exakt umgesetzt, was die erfolgreiche Choreografin mit sicherem Instinkt kreierte. Mit gleich drei hervorragenden (Teil-)Stücken – unterschiedlich und doch klar die Sprache von Lajos und Sabine Orozs sprechend – sorgte das Tanztheater Orosz für stürmischen Beifall; besonders Gasttänzerin Tanya Acevedo fesselte die Zuschauer mit ihrem Solo in einer Welt der Farben.
Ania Stolte mit dem Stück "Estrella" - Flamenco meets Classic.
Freundschaft, die der Tod nicht zerstört
Ein Stückchen Spanien holte Ania Stolte (Flamenco Blanca Nieves) bei ihrem Stück „Stern“ auf die Bühne: Von Live-Gitarre und Gesang begleitet, tanzte sie die Geschichte einer Freundschaft, die auch der Tod nicht zerbrechen kann – die Flamenco-Diva holte mit der klassischen Tänzerin Jessica Hoskins ihr „Spiegelbild“ an ihre Seite.
Zwei Neue Companies dabei
Bleiben zwei neue Gruppen und ihr großer Erfolg zu vermelden: Sowohl die in Münster bekannten Tänzer Katrin Banse und Topze (als Company Dreiklang - Foto links - aber erst kurz gemeinsam aktiv) als auch die Batfisch Dance Company setzen auf spannende Angebote: Das Duo auf eine Mischung aus Breakdance, Modern und Hip Hop, die erst Anfang des Jahres gegründete Truppe um den einstigen Tap 5-Weltmeister Thomas Kolczewski mit rasanten Musical-Choreografien und 13 Tänzerinnen und Tänzern, die wissen, wie’s geht!
Also: Nichts wie ran an die Ballettschläppchen, an die Flamenco- oder die Spitzenschuhe – oder doch lieber barfuß? „Tanzen Sie, meine Damen und Herren!“. Es muss ja nicht jeder und jede auf die Bühne beim demnächst 17. Tanzfestival – aber auf das Glück, das der Tanz schenkt, sollte niemand verzichten. Stimmt, Herr Moderator!
Heike Hänscheid
[16.05.2010 | ECHO]„Tanz. Hundertfach“ heißt die Werkschau von Tanzfotograf Matthias Zölle, die in den kommenden drei Wochen – bis zum 5. Juni – in Münsters Innenstadt zu sehen ist. Mit dem Fokus auf das Medium Tanz wird an verschiedenen Tagen eine Wanderausstellung im öffentlichen Raum geschaffen.
[13.05.2010 | ECHO]Nach sieben Jahren Gruppenproduktionen kehrt José Navas nun zu seiner Leidenschaft, dem Solotanz, zurück: In seinem neuen Stück „Miniatures“ offenbart er seine eigene Persönlichkeit mit allen Nuancen und Feinheiten eines erfahrenen Tänzers. Das Pumpenhaus bringt das Werk im Rahmen des „Statements“-Festivals am Sonntag, 23. Mai, auf die Bühne.
[10.05.2010 | HDT]In blau-grüner Streifenoptik präsentiert sich das neue Spielzeitheft der Städtischen Bühnen für die Saison 2010/2011. Neben den geplanten Produktionen des Musik-, Tanz-, Kinder- und Jugendtheaters, des Schauspiels sowie des Programm des Sinfonieorchesters enthält die Broschüre einen Rückblick auf die laufende Saison.
[07.05.2010 | CKR]Das ist ein Kultursommer: Nicht nur das Programm „Kulturgebiet 2010“ verspricht hochkarätige Kulturangebote, Gleiches gilt auch für „Statements“, das „Geburstags-Festival“ des Theaters im Pumpenhaus. Und es geht noch weiter: Vom 22. Mai bis 5. Juni bieten die „Internationalen Tanztage“ einzigartige Einblicke in die zeitgenössische Tanztheaterszene.
[03.05.2010 | ECHO]Aufgrund der großen Nachfrage lädt Münsters bekannte Jazzinterpretin, Christiane Hagedorn, am Sonntag, 9. Mai, um 18 Uhr zu einem Liederabend ins Kleine Haus ein, der ganz im Zeichen der großen Rock-, Pop- und Chanson-Diven des letzten Jahrhunderts steht.
Archiv
Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar:



