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Verhandlungsrunde in der Frauenstraße 24: Halberstadt (CDU) will mit "Versetzt"-Aktivisten Alternativen ausloten

Ratsherr Richard-Michael Halberstadt will "konstruktiv" verhandeln - und beraumte ein parteiübergreifendes Gespräch mit den"Versetzt"-Aktivisten an [Foto: PD]
Aufmerksam hatte Ratsherr Richard-Michael Halberstadt (CDU) in den letzten Tagen die Vorgänge um das besetzte Haus Nr. 53 an der Grevener Straße verfolgt. Je intensiver er die Presseberichte studierte, desto stärker reifte bei ihm der Plan, sich in die Angelegenheit einschalten zu müssen.
Fazit: Nach Auskunft des Christdemokraten soll nun am Mittwoch, 7. Januar, ein parteiübergreifendes Gespräch mit Vertretern des Vereins für Autonomie, Soziokultur und Kommunikation (ask e.V.) stattfinden. Der war bis zum 31. Dezember Träger des im besagten Gebäude untergebrachten Begegnungszentrums „Versetzt“ gewesen, gab dann einen Tag vor Silvester die Schlüssel zurück.
Suche nach Alternativen
Allerdings unter Protest: Nur zu gut erinnerten sich die Mitglieder an eine alte, bei Räumung der Uppenbergschule erhaltene Zusage von Politik und Verwaltung, dauerhaft Aufenthaltsräume bereitstellen zu wollen. Doch genau die standen nun, nach Kündigung des Mietvertrages durch die Wohn + Stadtbau, nicht mehr zur Verfügung. „Gemeinsam“, skizziert Halberstadt den Anlass der morgigen Unterredung, „möchten wir jetzt mit dem ask ausloten, ob anderweitig Alternativen für einen Treffpunkt existieren."
Um Bewegung in die Sache zu bringen, hatte der Kommunalpolitiker seit dem vergangenen Wochenende eifrig mit Kollegen aus anderen Fraktionen telefoniert, hatte sich zudem um Kontakte zu ask-Aktivist Jan Gebauer bemüht. Mittlerweile ist der Termin abgestimmt, der Veranstaltungsort festgezurrt: Zusammenkommen wird die Runde an einem symbolträchtigen Ort, im Hinterzimmer der Frauenstraße 24 – dort, wo sich Hausbesetzer einst erfolgreich behaupten konnten.
Bestandteil der Stadtgesellschaft
Was Halberstadt hier anstrebt, ist der „konstruktive Versuch“, über Gedanken- und Meinungsaustausch „auf Augenhöhe“ etwaige Lösungen anzudiskutieren. „Der ask und die von ihm repräsentierte Szene ist Teil unserer Stadtgesellschaft, also müssen wir uns auch mit diesen Themen auseinandersetzen.“
Zugleich macht der Mann von der Union aber deutlich, dass an den geltenden Beschlüssen zur Umgestaltung der Häuserzeile entlang der Grevener nicht gerüttelt wird. „Die haben Bestand, keine Frage.“ Trotzdem sieht er gute Chancen, nach Ende der Sitzung einen „deutlichen Schritt nach vorn“ getan zu haben.
Beratungen
Über die Ergebnisse will er Klemens Nottenkemper, Geschäftsführer der Wohn + Stadtbau, anschließend informieren - der Gegenzug dafür, dass das Unternehmen seinerseits die neuen Entwicklungen abwartet. Doch Nottenkemper hatte bereits unmittelbar nach der jüngsten Besetzung gegenüber echo-muenster erklärt, den Sachverhalt zunächst "in aller Ruhe" zu beraten. Überstürzt werde nichts.
Wolfgang Halberscheidt
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