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Münsters größter Tanzpalast: HSP-Schau ist Kult mit Soße

Die Lateinformation heizte in der Unihalle die Stimmung an - mehr als drei Stunden lang unterhielt die HSP-Schau bestens. [Fotos: Austermann / Lothar Krahl]
Gar nicht so leicht, Jahr für Jahr einer Traditionsveranstaltung eine neue Farbe zu verpassen. Die Macher der 30. Hochschulsport-Schau haben das glänzend geschafft - Hut ab! Vor geschätzten 1000 Zuschauern mutierte die rappelvolle Unihalle zu Münsters größtem Tanzpalast für diesen Abend.
Denn eingeklemmt zwischen B-Boying, Salsa oder Jazztanz mussten Turner, Basketballer und Akrobaten ihre Nische suchen und finden.
Mehr Anfragen als Platz dafür
Jahr für Jahr grübeln die Unisportler. Was ist zeigenswert, welche Programmpunkte passen zueinander, wie sieht das ganze Puzzle dann aus? „Wir haben immer mehr Anfragen als Platz dafür im Programm“, sagte uns Antje Ludwig, Öffentlichkeitsarbeiterin im Hochschulsport. Hatten vor Jahren zum Beispiel die Kampfsportarten Hochkonjunktur auch in der HSP-Schau, blieben sie diesmal komplett außen vor.
Bongard vortrefflich
Mittendrin stand aber wieder Matthias Bongard, den viele der jungen Schau-Besucher kaum aus dem Hörfunk (WDR 2) kennen dürften, der aber als Ex-WWUler zweitens nicht nur die Halle bestens kennt und den Hochschulsport, sondern erstens so vortrefflich moderiert, wie man es sich wünscht. Er verknüpft die Programmpunkte und erklärt da, wo es was zu erklären gibt. Er ist witzig, ohne grenzwertig zu sein. Und er stellt nie sich, sondern die Sportstudenten ins Licht.
UBC-Coach Götz Rohdewald (l.), Matthias Bongard: In "ihrer" Unihalle warben die Basketballer für sich und ihr Samstag-Heimspiel.
"Pete" springt nicht so hoch...
Akteur wie Tribünensitzer und Bodenhocker genossen den rasenden Programmwechsel, das Tempo auf glattem Boden oder weichen Matten. Selbstredend gaben sich die für die WWU werbenden UBC-Basketballer die Ehre und Götz Rohdewald, der Coach des Zweitregionalliga-Besten, verriet per Mikro, dass Center Andreas „Pete“ Peters „nicht der sprungstärkste Akteur“ ist.
Dass Breakdance eigentlich B-Boying heißt, erklärte Gruppenleiterin Anna Lena Hanke ganz außer Atem ebenso wie Bongard wusste, dass Salsa strikt übersetzt für Soße steht. In Spanien wählt man die Zutaten des Tanzes aus verschiedenen Bereichen.
Eleganz im Rhönrad
Seit drei Jahren wird Salsa, also der Tanz, an der Uni jetzt angeboten – viel älter ist die Sportart Rhönradturnen, die uns freilich keineswegs verstaubt präsentiert wurde, sondern ausgesprochen elegant. Seit 13 Jahren gibt es auch Akrobatik im Programm und „Anbieter“ Jörg Kühmichel ist genauso lange dabei. Semiprofessionell mindestens sind inzwischen die Jongleure Daniel Lorenz und Felix Lang, die als Hausmeister überzeugten durch ansteckenden Humor und lässiges Können.
Wessen Arme stecken in dem Kittel? Die bei den Jongleuren mitmachende Zuschauerin hatte auch ihren Spaß.
120 machen Tanztheater
Nach dem Rock´n´Roll, der immer noch lebt, steuerten 120 auf einmal auftretende Anhängerinnen des Tanztheaters auf den Höhepunkt des Abends zu – sie selbst waren mit der Hip-Hop-Performance der frenetisch gefeierte Höhepunkt. Die Kooperation mit Günther Rebel trägt noch immer Früchte.
Das Schöne an der Schau ist und bleibt, dass der Sport tatsächlich im Mittelpunkt steht und bewusst dahin gestellt wird. Wie sagen die Spanier? „Esa es la salsa de la vida“ – Das macht das Leben lebenswert.
Thomas Austermann
Das Video zur 30. HSP-Schau finden Sie hier
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