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Kampf gegen winzigen Gegner
Ein einfacher Abstrich aus dem Nasenvorhof bringt Klarheit: Ist jemand Träger des antibiotikarestistenten Bakteriums MRSA oder nicht. [Foto: PR]
Der Gegner ist ebenso winzig wie intelligent und bösartig: MRSA heißt der Bakterienstamm, dem weltweit der Kampf angesagt wird – in der Euregio-Region Münster/Enschede allerdings stoßen diese Antibiotika-resistenten Staphylokokken auf mindestens ebenbürtige Gegner.
Gemeinsam haben sich nämlich Priv. Doz. Dr. Alexander Friedrich vom Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Münster (UKM) und Dr. Ron Hendrix vom Laboratorium Microbiologie Enschede als Väter eines grenzübergreifenden Projektes für die konsequente Bekämpfung der gefährlichen Bakterien (Methicillin-resistente Staphylokokken MRSA) eingesetzt. „Wir folgen Eurem Trampelpfad“, so der Deutsche zu seinem niederländischen Kollegen. Entstanden ist daraus das „EUREGIO MRSA-net“, inzwischen vom Robert-Koch-Institut als beispielhaft für ganz Deutschland ausgezeichnet und als Vorbild zur Schaffung weiterer regionaler Netzwerke benannt.
Konsequente Suche
Die Niederlande zeigen seit Jahren, was gezielte Bekämpfung von MRSA heißt und bewirkt. „Grundpfeiler unseres Erfolgs ist die konsequente Suche nach Erregern bei jedem Krankenhaus-Patienten“, so Dr. Hendrix gestern auf einer Pressekonferenz im UKM. Hinzu komme der absolut restriktive Einsatz von Antibiotika, die – so sein Kollege Friedrich „in der Vergangenheit in Deutschland allzu freizügig als ,Joker' gezogen worden sind“. Das clevere Bakterium habe sich inzwischen als widerstandsfähig gegen nahezu alle Antibiotika der jetzigen Generation entwickelt. Mit der bösen Folge, dass nur noch sehr wenige – oft sehr teure und mit starken Nebenwirkungen einhergehende – Antibiotika helfen. In Amerika und Japan z. B., so die Wissenschaftler, gebe es eine wachsende Zahl von Todesopfern aufgrund von durch das Bakterium ausgelösten Blutvergiftungen.
Jeder kann Träger sein
Panik sei dennoch fehl am Platze, so Dr. Christoph Hoppenheit, der Kaufmännische Direktor des Uni-Klinikums, der jährlich allein in seinem Haus rund 300 000 Euro investiert für das Screening jedes Patienten auf MRSA, sprich: Alle rund 40 000 stationär aufgenommenen Patienten im UKM werden über den Hintergrund des einfachen Nasenabstrichs aufgeklärt – und stimmen im eigenen Interesse, aber auch im Hinblick auf die Sicherheit von Mitpatienten und Personal eigentlich immer zu. Denn Träger des Hautkeims kann jeder sein – und es an andere Menschen weitergeben, bei denen es sich zum Wundkeim entwickeln kann. Das Universitätsklinikum hat inzwischen eine MRSA-Rate von vier Prozent – „ein Wert, der sich sehen lassen kann“, findet nicht nur der Kaufmännische Direktor, der an die letzte Schließung einer kompletten Station im UKM im September 2003 wegen eines akuten MRSA-Falles erinnert. „Das ist rasch ein Verlust von 100 000 Euro für eine Woche, abgesehen von dem Schaden für die Patienten“.
Zertifizierung
Das Universitäts-Klinikum ist eines von zahlreichen Krankenhäusern, die sich im Rahmen des EUREGIO-Projektes, das noch bis zum 1. Juli 2008 von der Europäischen Union und dem NRW-Wirtschaftsministerium gefördert wird, um eine Zertifizierung anhand von zehn Qualitäts- und Transparenz-Zielen bemühen. So haben die Fachklinik Hornheide und das UKM bis jetzt die ersten fünf dieser Ziele (u.a. Screening, Teilnahme an Qualitätsverbund-Veranstaltungen, Fortbildungen etc.) vollständig erreicht, Clemenshospital, Evangelisches Krankenhaus, Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup, Raphaelsklinik und St. Franziskus Hospital sind auf dem Weg dort hin.
Sichtbare Erfolge
Dennoch sei der Kampf gegen MRSA nicht allein Sache der Krankenhäuser. „Dafür müssen alle Beteiligten – von den Ärztekammern über die Praxen, Laboratorien, Patientenvertreter bis hin zu den Krankenkassen – in unserer Region beiderseits der Grenze immer wieder an einen Tisch geholt werden“, so die beiden Projektleiter des EUREGIO MRSA-net. Und diese gemeinsamen Anstrengungen zeigen ganz konkrete Erfolge: Transparenz für die Patienten, Eindämmung des Vorkommens von MRSA, allmähliche Aufhebung der strikten Quarantänemaßnahmen für deutsche Patienten, die in den Niederlanden behandelt werden sollen.
Stehen in den Krankenhäusern besondere Hygienemaßnahmen wie das Screening, Einzelzimmer, Mundschutz und konsequente Hände-Desinfektion bei MRSA-Trägern obenan, muss im „Alltag“ vor allem die „Sanierungstherapie“ für Betroffene bei den niedergelassenen Ärzten angestrebt werden, so die Fachleute. Nur so könne man auf Dauer die Ausbreitung der Erreger in den Griff bekommen. Heike Hänscheid
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Die belgische Film „Die Beschissenheit der Dinge“ ist ein tragikomisches Sozialdrama und eine bewegende Familiengeschichte, die auf dem autobiographischen Roman von Dimitri Verhulst basiert. Der flämische Regisseur Felix van Groeningen kommt am Mittwoch, 19. Mai, ins Cinema, um sein Werk in einer Vorpremiere vorzustellen.
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[23.03.2010 | HDT]Der Atem der Münsteraner geht um die Welt. Im Rahmen der Transaktion "in-out breath" des Aktionskünstlers Stephan US wurde der Atem von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt bisher in die weite Welt geschickt.
[16.03.2010 | ECHO/CKR]Zum Auftakt der bevorstehenden Verkehrssicherheitskampagnen 2010 beteiligte sich am Dienstagvormittag, 16. März, das Polizeipräsidium Münster mit rund zwanzig Beamten an einem gemeinsamen Einsatz zur Überwachung der zulässigen
Höchstgeschwindigkeiten. Leitidee der diesjährigen NRW-Initiative: "Komm' gut an! - Sieger rasen nicht!".
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