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Coca Cola schließt Produktion in Münster - Betriebsrat: "Ein abgekartetes Spiel"

63 Arbeitsplätze will Coca Cola in der Produktion Münster abbauen. Der Vertrieb am Kesslerweg allerdings bleibt. Noch, wähnt der Betriebsrat über kurz oder lang andere Pläne des Arbeitgebers. [Foto: Frobusch]
Die Coca-Cola-Produktion Münster wird geschlossen und an benachbarte Standorte verlegt. Der Vertrieb mit mehr als 100 Mitarbeitern bleibt am Kesslerweg erhalten.
Dies teilte heute die Coca-Cola Erfrischungsgetränke (CCE) AG. Eine Entscheidung, die „nach intensiven Analysen sowie einem ausführlichen Dialog mit den Arbeitnehmervertretern gefallen ist.“
"Ein schäbiges Spiel"
Für den münsterschen Betriebsrat „ein abgekartetes, schäbiges Spiel“, das einen gesunden Standort zu Grunde richte. Die Botschaft, dass den 63 Mitarbeitern der Produktion in Herten oder Dorsten ein neuer Arbeitsplatz angeboten wird, diese Botschaft hören die Betriebsräte Claudia Antons-Wendland (Vertrieb) und Helmut Finkenbrink (Produktion) sehr wohl. Allein, es fehlt ihnen der Glaube, dass die Betroffenen dieses Angebot auch werden annehmen können. Bei der aktuell in Berlin laufenden Information des Gesamtbetriebsrates über die Entscheidung des Unternehmens schlagen deshalb die Wellen haushoch.
Angst um Arbeitsplätze bleibt
Die Furcht, dass mit dieser Entscheidung das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist, sie sitzt tief. Auf jeden Fall, so Antons-Wendland, sei von dem im Vorfeld angedeuteten Ausbau des Vertriebs Münster keine Rede mehr und durch die Blume sei ihnen sogar zu verstehen gegeben worden, dass der Vertrieb im Herbst des Jahres noch einmal auf den Prüfstand komme.
Unternehmenstarifvertrag läuft aus
Betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, mag Kollege Finkenbrink niemanden in Sicherheit wiegen. Denn zum Ende des Jahres läuft der Unternehmenstarifvertrag aus und der schließt zurzeit noch diese betriebsbedingte Kündigungen aus. Zurrt aber einen Anfahrtsweg von bis zum 100 Kilometern bis zu einem anderen Arbeitsplatz im Unternehmen fest.
"Härten werden ausgeglichen"
Allen betroffenen Mitarbeitern aus der Produktion, hebt Pressesprecher Geert Harzmann auf eben jenen Vertrag ab, würden Arbeitsplätze an benachbarten Standorten angeboten. Mit der Verlagerung verbundene Härten wie längere Anfahrtswege würden „gemäß des bestehenden Rahmensozialplans durch umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen – beispielsweise durch Fahrtkostenzuschüsse oder Umzugshilfen – soweit wie möglich abgemildert.“
Dienst nach Vorschrift?
Der Betriebsrat, so Finkenbrink, werde die Entscheidung nicht ohne Gegenwehr hinnehmen. So wird morgen bei der Betriebsversammlung über einen Dienst nach Vorschrift ohne Überstunden und ohne Samstagsarbeit zu reden sein. Die bislang 17 bis 20 Schichten würden so auf das Normalmaß 15 zurückgefahren werden.
Nur noch ein Unternehmen
Hintergrund der geplanten Produktionsverlegung ist der Zusammenschluss der deutschen Coca-Cola Konzessionäre vor gut einem Jahr zu einem Unternehmen und die „Notwendigkeit zur Effizienzstärkung und Kapazitätsanpassung angesichts des intensiven Wettbewerbs im Markt für alkoholfreie Getränke“, so Harzmann. Durch den Wegfall von Konzessionsgrenzen nach der Bildung eines gemeinsamen Abfüllunternehmens für ganz Deutschland im September 2007 bestehe die Möglichkeit, Kapazitäten stärker an größeren Standorten in der Nähe von Ballungsräumen zu bündeln.
Angesichts der hohen Standortdichte von Coca-Cola im Westen könne durch Verlagerung des bislang in Münster abgefüllten Produktionsvolumens an benachbarte Standorte die Wirtschaftlichkeit gestärkt werden.
Bei Coca-Cola in Münster arbeiten zurzeit 170 Mitarbeiter in Vertrieb und Produktion. In NRW verfügt der Konzern aktuell über zwölf Standorte mit rund 2.700 Mitarbeitern. Die CCE AG ist für die Abfüllung und den Vertrieb von Coca-Cola Produkten in ganz Deutschland verantwortlich.
Bruni Frobusch
Zum Thema siehe auch:
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