Benutzeranmeldung
Stoßgebete begleiteten Präzisionsarbeit: Vier neue Glocken im Kirchturm von St. Lamberti

Die tonnenschwere Glocke Maria Droste zu Vischering wurde mit einem Autokran passgenau in den Kirchturm manövriert. [Foto: Frobusch]
„Bitte, bitte, mach‘, dass die Glocke nicht herunter fällt.“ Die Kinder vor der Lamberti-Kirche schickten heute Morgen manches Stoßgebet gen Himmel. Vorbei am zentnerschweren Geläut, das am 60 Meter langen Ausleger eines Kranes auf dem Kirchplatz baumelte, und das in die Glockenstube hinter der Turmuhr gehievt werden sollte.
Die Sorge der Kleinen und vieler Passanten, die den Atem anhielten und mit wachsender Spannung und ihren Kommentaren die Präzisionsarbeit in luftiger Höhe begleiteten, war unnötig. Die Facharbeiter verstanden ihr Handwerk und lieferten Maßarbeit.
Nicht nur für die jungen Zuschauer bot sich heute ein so spannendes wie seltenes Spektakel vor der Marktkirche St. Lamberti. Vier neue Glocken wurden in den Kirchturm gehievt.
"Da klettert jemand durch die Uhr"
„Guck mal, da ist jemand durch die Uhr geklettert“, machte ein Mädchen ihre Mitschülerin aufgeregt darauf aufmerksam, dass sich ein schwindelfreier Mensch in etwa 40 Meter Höhe an seine Arbeit machte. Die Jungen fanden’s eher „cool und witzig“. Vor allem, weil eine Stunde Mathe ausfiel.
Ein spezieller Morgen für die Kinder der umliegenden Schulen und Kindergärten, die zur Kirche gepilgert waren, um ein Spektakel mitzuerleben, das sie in ihrem Leben wohl nicht mehr werden geboten bekommen. Das Aufhängen der vier neuen Kirchenglocken von St. Lamberti.
Applaus brandete auf
„Hoffentlich passt das Teil dadurch und eckt nicht an“, konnte sich auch mancher Erwachsene der Spannung nicht entziehen. Als die erste und mit 1000 Kilo schwerste von vier Glocken, benannt nach der Seligen Maria Droste zu Vischering, in 40 Metern Höhe zwischen den Käfigen im Kirchturm verschwindet, brandet am Boden Applaus auf.
Mit dem Segen vom Pfarrer
Es passte und nichts eckte an. Pfarrer Dr. Ludger Winner (Foto) war am Boden geblieben, und schlug jede Glocke „Im Namen des Vaters…“ als Erster an und brachte sie so zum Klingen. So mit dem Segen des Seelsorgers ausgestattet, wurden die neuen Klangkörper Stück für Stück durch die Lücke im Kirchturm manövriert, die eigens für sie freigeschlagen worden war. Direkt zwischen den Wiedertäufer-Käfigen, die im Vorfeld zur Seite gezogen und festgezurrt worden wurden.
Hinunter in die Glockenstube
Durch diese Luke im Turm transportiert, waren sie noch nicht angekommen. Dort, wo hinter den Käfigen normalerweise die mächtige Ratsglocke hängt, klaffte ein großes Loch im Boden. Dadurch führte der Transportweg hinunter in die Glockenstube, wo das neue Quartett aufgehängt wird.
Fürwahr, ein historischer Tag nicht nur für die Kirchengemeinde.
Bruni Frobusch
Zum Thema siehe auch:
Kraftakt im Kirchturm von St.Lamberti: Käfige weichen - Glocken kommen
[04.05.2010 | ECHO]Die katholische Kirche sollte nach Ansicht von münsterschen Theologinnen und Theologen angesichts des Missbrauchsskandals ihre Sexualmoral und ihr Priesterbild überdenken.
[04.05.2010 | ECHO]Die Zahl der Kirchenaustritte im Bistum Münster ist im ersten Vierteljahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr klar angestiegen: von 1.695 in den Monaten Januar bis März 2009 auf nunmehr 1.851 - bezogen auf den gleichen Zeitraums.
- [21.04.2010 | ECHO]
Die öffentliche Debatte um sexuellen Missbrauch reißt nicht ab. Immer mehr Fälle aus kirchlichen und anderen Einrichtungen werden bekannt. Die katholische Kirche steckt in einer Krise, die weder Gläubige noch Skeptiker kalt lässt.
[12.04.2010 | ECHO]Die Freiwilligenagentur Münster sucht engagierte Bürger, die Spaß daran haben, anderen vorzulesen. Da ist zum Beispiel ein Projekt der Stadtbücherei, gedacht für Kinder zwischen fünf und sieben Jahren. Die Kinder lassen sich dort von Freiwilligen immer samstags Geschichten vortragen.
[26.03.2010 | SES]Das Bild der katholischen Kirche hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten verändert. Die bekannt gewordenen sexuellen Übergriffe und Missbrauchsfälle in katholischen Institutionen, Orden und Gemeinden haben eine öffentliche Debatte in Gang gesetzt, in der viele Katholiken leiden: Einmal mit den Opfern, aber auch am allerorten erlebbaren Vertrauensverlust.
Archiv
Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar:



