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Junge Liberale monieren Heuer-Plakate für die Europawahl - SPD-Mann Kujat kontert: "Empfindlichkeiten schlechter Verlierer"

Seit dem vergangenen Wochenenden wirbt die SPD für die Europawahl mit dem OB-Kandidaten Wolfgang Heuer. Bei den Jungen Liberalen empfindet man ein solches Procedere als schlechten Stil. [Foto: Heike Hänscheid]
Es waren deutliche Worte, die Jörg Wischinski, Bezirksvorsitzender der Jungen Liberalen Münsterland, da gebrauchte: „Erst sorgt die SPD dafür, dass die Kommunal- und die Europawahl getrennt werden, jetzt missbraucht sie die Europawahl für den Kommunalwahlkampf.“
Ein Kommentar, mit dem der Sprecher das jüngste Aufstellen von Werbeplakaten mit dem Konterfei des sozialdemokratischen Oberbürgermeisterkandidaten Wolfgang Heuer monierte. So hatten die Genossen bereits am vergangenen Wochenende – nach Meinung der Freien Demokraten sieben Tage zu früh - damit begonnen, auf den nächsten Urnengang am 7. Juni hinzuweisen. Und Wischinski legte gleich nach: „Der Wahlkampf hat noch nicht richtig begonnen, da manövriert sich die SPD in die nächste Glaubwürdigkeitskrise hinein.“
Wahlkampf-Abkommen
So sei er davon überzeugt, dass die Bevölkerung dieses Manöver durchschauen - und in geeigneter Form beantworten würde. Politiker sollten daher aufpassen, mit welchen "Winkelzügen" sie in der Öffentlichkeit meinten punkten zu können, fügte der FDP-Mann hinzu.
Aktionen wie die der SPD führten dazu, dass sich die Bürger, die es leid seien, "hinters Licht geführt zu werden", abwendeten. Ehrlichkeit im Auftreten der Parteien sowie fairer Umgang untereinander wären viel bessere Kriterien, um diesen Trend zu stoppen. Gemeinsame Vereinbarungen vor Ort, betonte Wischinski, "sind der erste Schritt in die richtige Richtung“.
Markante Worte
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Alexander Kujat nahm sich unterdes von dieser Kritik nichts an. „Wenn der Hund bellt, hat man ihn getroffen“, formulierte er ähnlich griffig. Dass die andere Seite den gesamten Vorgang jetzt derartig aufbausche, interpretierte Kujat als "Empfindlichkeiten" schlechter Verlierer.
„Die ärgern sich doch nur schwarz, weil sie nicht die Ersten waren und wir nun ungeteilte Aufmerksamkeit für uns verbuchen." Weder gäbe es ein Wahlkampfabkommen noch irgendwelche weiteren Regelungen, zudem werde die FDP schon ab dem kommenden Samstag ihrerseits nachziehen. „Also - wozu die ganze Aufregung?“
"Viel Rauch um nichts"
Dass Heuers Porträt auf den Tafeln erscheine, empfand Kujat als nicht ungewöhnlich: „Ich kann mich an 2004 erinnern, da brachte die CDU Schilder heraus, auf denen in trauter Eintracht Europa-Kandidat Markus Pieper und OB Berthold Tillmann abgelichtet waren.“
Außerdem, argumentierte der Politikwissenschaftler inhaltlich, finge Europa tatsächlich vor der eigenen Haustür an – so wie es der Slogan auf den Postern verkünde. Vor diesem Hintergrund mit einem prominenten Lokalmatador zu werben, sei der Versuch, vor Ort das notwendige Interesse für die Bedeutung des Brüsseler Parlaments einzustielen. „Kurzum – viel Rauch um nichts“, war das Thema für den 39-Jährigen so gut wie abgehakt.
Wolfgang Halberscheidt
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