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Hommage an eine außergewöhnliche Bildhauerin

Einen Namen machte sich Elisabeth Ney mit den Büsten renommierter Persönlichkeiten wie etwa der von Arthur Schopenhauer [Foto: PR]
Sie gehörte zu jenen, die ihrer Zeit immer weit voraus waren: Elisabeth Ney, die Künstlerin, die Querdenkerin - und was kaum noch jemand weiß: Münsteranerin, geboren am 26. Januar 1833. Mit einer großen Retrospektive feiert das Stadtmuseum Münster den 175. Geburtstag der herausragendsten deutschen Bildhauerin des 19. Jahrhunderts.
„Die für sie organisierte Ausstellung“, berichtet Gudrun Söffker, Pressebeauftragte und zugleich wissenschaftliche Volontärin im Haus an der Salzstraße, über den Zeitplan für 2008, „wird parallel zu dem historischen Termin eröffnet, sie dauert dann bis Ende Mai.“
Leihgaben aus den USA
Das Schaffen der Ney wird anhand von Leihgaben aus den USA, wohin sie zusammen mit ihrem Mann 1871 auswanderte, sowie durch Skulpturen aus dem europäischen Raum exemplarisch verdeutlicht. Dank Unterstützung der Stadtmuseums-Förderer wurde eine Kinderbüste aus Marmor neu erworben, darüber hinaus werden internationale Exponate zu sehen sein. Darunter Arbeiten aus der ihr gewidmeten Erinnerungsstätte in Austin/Texas, die wiederum entstanden aus dem einstigen Atelier.
Mit Unterstützung des münsterschen Bischofs Johann Georg Müller gelang es Ney, als erster Frau an der Akademie in München das Examen zu beenden. Anschließend erhielt sie aufgrund ihres Talents ein Stipendium an der Berliner Hochschule, arbeitete hier in der Werkstatt von Christian Daniel Rauch, einem der seinerzeit bedeutendsten Protagonisten. Einen Namen machte sich Ney mit Porträts renommierter Persönlichkeiten wie Arthur Schopenhauer (1859), Giuseppe Garibaldi (1865), Otto von Bismarck (1867) oder Justus von Liebig (1868). Außerdem schuf sie Bildnisse der regierenden Könige Georg V. von Hannover und Ludwig II. von Bayern, arbeitete nicht nur in Frankfurt, Hannover und Berlin, sondern auch in London, Paris, Madeira sowie in Italien.
Hochkarätiger Auftrag
Nach dem Standort-Wechsel in die USA bewirtschaftete die Wahl-Amerikanerin zusammen mit der Familie zunächst eine Plantage. Während dieser Phase soll jegliches kreatives Tun als Bildhauerin geruht haben. Doch dann gelang wiederum der Neueinstieg: er bescherte ihr einen hochkarätigen Auftrag für die National Statuary Hall im Capitol zu Washington.
An die unterschiedlichen Lebensstationen, die facettenreiche Karriere, an die hohe Profession einer kurzum außergewöhnlichen Frau soll die Schau erinnern. Eine umfassende Hommage. Söffker skizziert den eigenen, ambitionierten Anspruch: "Wir haben uns viel vorgenommen."
Wolfgang Halberscheidt
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