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Die Stadt steht bei den Hausbesetzern im Wort
Die Uppenbergschule. Besetzt – und anschließend Schutt und Asche. Das Haus an der Grevener Straße. Besetzt – und anschließend Schutt und Asche. Der Bürokomplex am Hafenweg. Besetzt – und anschließend Schutt und Asche. Insofern dürfte der heutige Einsatz auf dem Stadtwerke-Areal gewiss nicht der letzte gewesen sein.
Denn die Aktivisten - während der am Abend initiierten Spontan-Kundgebung machten die Wortführer keinen Hehl daraus - sie sinnen schon auf den nächsten Coup, werden sich bald ein neues Ziel ausgewählt haben. Und dann passiert’s vermutlich wieder nach dem gleichen Muster: Objekt XY für tauglich erachtet. Besetzt – und anschließend Schutt und Asche.
Rechtswidrige Handlungen
Gewiss: In jedem der genannten Fälle handelte es sich um illegale Nutzungen, um rechtswidrige Handlungen. Keine von denen soll hier beschönigt noch legitimiert werden. Trotzdem muss sich die Stadt fragen lassen: wie lange eigentlich will sie ein solches Katz-und-Maus-Spielchen noch treiben? Immerhin waren es einst ihre Repräsentanten, die sich bei Räumung der „Uppe“ anno 2000 offenbar derart weit vorwagten, dass die Initiativgruppe aus den Statements die Zusage für ein autonomes, soziales Zentrum ableiten konnte.
Aber dieser Treffpunkt ist bis heute nicht geschaffen worden – allen Sonntagsreden zum Trotz. Man hat die Protestler beschwichtigt, vertröstet, sie später schlichtweg ignoriert und wohl heimlich darauf gehofft, dass die ganze Bewegung eines Tages in sich zusammenbricht.
Jugendlicher Mainstream?
Okay – jene Protagonisten, die da so gern mit schwarzen Klamotten, schwarzen Kapuzen und schwarzer Sonnenbrille zur Demo auflaufen, verkörpern sicherlich nicht den jugendlichen Mainstream. Aber sind sie deshalb weniger ernst zu nehmen? Versprochen ist versprochen. Deshalb gilt es jetzt möglichst rasch zwischen der Kommune und den Kommunarden abermals auszuloten, wie sich die einst avisierte Begegnungsstätte doch noch verwirklichen lässt.
Ein interfraktioneller Arbeitskreis hat dies Anfang des Jahres bereits versucht, allerdings sein Bemühen nach den ersten Komplikationen wieder eingestellt. Und der Vorschlag von CDU-Ratsherr Richard-M. Halberstadt, den mitten im Wohngebiet befindlichen alten Kinosaal zum jugendlichen Versammlungsraum umzufunktionieren, war letztlich auch kein Bringer. Nur: Will man nicht alle paar Monate den gleichen politischen Grundkonflikt aufs Neue heraufbeschwören, gehören sämtliche Beteiligten mehr denn je an einen Tisch. Auch wenn der ein oder andere dabei über den eigenen Schatten springen muss.
Wolfgang Halberscheidt
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