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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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"Ökologisch und Sozial", jetzt auch im ÖPNV: Münsters Grüne rufen zum Mitfahren auf

Gerhard Joksch, Jörg Rostek, Daniel Sandhaus

"Nimm mit", fordern die Grünen (v.l.) Gerhard Joksch, Jörg Rostek und Daniel Sandhaus Münsters Bus fahrende Studis auf. [Foto: Kern]

[09.07.2009 | Münster | CKR]

„Nimm mit!“, fordert der grüne Flyer Münsters Studenten auf, ihre Mitmenschen über das Semesterticket kostenlos Busfahren zu lassen. Am Freitag, 10. Juli, startet die „ökologisch und sozial“ orientierte Mitfahr-Aktion der Grünen.

Ein ebenso grüner Button soll dann von jenen Münsteranern getragen werden, die mit ihrem Uni-Ticket werktags ab 19 Uhr und am Wochenende sogar ganztags eine weitere Person einfach mit in den Bus nehmen dürfen. „Mit der Aktion verfolgen wir zugleich ein sozialpolitisches wie auch ökologisches Anliegen. Der Grundgedanke ist, Solidarität zu leben“, erklärt Daniel Sandhaus, der Ko-Sprecher des Grünen-Kreisverbands.

Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel

Nutznießer soll auch der Öffentliche Personennahverkehr sein: „Der ÖPNV ist eine Grundleistung, die für alle Menschen da sein sollte“, unterstreicht Gerhard Joksch, Grüner Spitzenkandidat für die Kommunalwahl 2009. Die Mobilität per Auto neige sich seiner Meinung nach dem Ende zu: „Wenn wir bald einen Benzinpreis von umgerechnet fünf D-Mark bezahlen müssen, dann sollten die Städte jetzt Vorkehrungen treffen, um einen massenhaften Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel möglich zu machen“, fordert der Politiker. Bus- und Bahnfahren, das sei lange Zeit ein „verkehrspolitisches Nischenphänomen“ gewesen – Mitte der neunziger Jahre habe es aber einen deutlichen Aufwärtstrend gegeben. „Eine Entwicklung, die seit 2000 wieder stagniert. Dagegen müssen wir etwas unternehmen.“

Steffi Stephan und Anne Maria Naegels

Gesagt, getan: 1.500 Buttons, 200 Flyer und 400 Plakate sollen in der Stadt und an Uni-Instituten verteilt beziehungsweise aufgehängt werden. Letztere präsentieren sich mit jeweils einem prominenten Schnappschuss: Auf dem einen lachen Musiker Steffi Stephan und Anne Maria Naegels von Campusgrün in die Kamera, ein anderes zeigt den DGB-Kreisvorsitzenden Peter Mai zusammen mit Daniel Sandhaus, auf der dritten Version schütteln sich der ehemalige Grünen-Vorstand Wilhelm Achelpöhler mit Poetry Slam-Star Andy Strauß die Hände, auf einem weiteren Plakat präsentieren der grüne Ratskandidat Jörg Rostek und Gerhard Joksch den grünen Button.

Mobilität für Menschen aller Altersklassen und Einkommensschichten

Sie alle eint die Auffassung, dass auf diesem Wege „gemeinsam sozial und ökologisch nachhaltige Mobilität für Menschen aller Altersklassen und Einkommensschichten“ geschaffen werden kann. „Nicht zuletzt sprechen wir mit der Studentenschaft auch eine große Bevölkerungsgruppe an. Je mehr von ihnen mitmachen, desto stärker werden sie selbst Teil der Stadt und Münster insgesamt lebenswerter“, sagt der Spitzenkandidat.

Angebot von Stadtwerken kalkuliert

Ob die Organisatoren sich Sorgen machen, mit der Aktion dem ÖPNV-Anbieter Stadtwerke einen Strich durch die Rechnung zu machen? „Nein, das Mitnahme-Angebot besteht ja längst und ist entsprechend kalkuliert worden. Wir machen jetzt lediglich verstärkt darauf aufmerksam“, erläutert Joksch und fragt sich: „Warum sind die Stadtwerke nicht selbst schon auf diesen Gedanken gekommen?“

Das Miteinander in der Stadt fördern

Doch ganz allein sind die Grünen mit ihrer Idee nicht: Bereits in der vergangenen Woche haben die Jusos ihr Programm zu einem eigens geplanten „Tag des ÖPNV“ vorgestellt, der eine ganz ähnliche Mitnahme-Aktion beinhaltet. „Abgekupfert“, räumt Sandhaus ein, „hat hier aber weder die eine noch die andere Partei. Wir begrüßen es, dass auch die Sozialdemokraten dem Anliegen, die öffentlichen Verkehrsmittel in den Mittelpunkt zu rücken, nachkommen. So wird das Miteinander in der Stadt umso mehr gefördert.“

Caroline Kern

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