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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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79-Jähriger starb nach Sturz von der Treppe zu Gleis 3 - Bahnsprecher: Gewisse Mitschuld des Mannes "nicht zu verneinen"

Reisender mit Rad auf dem Weg zum bahnsteig

Nicht nur Reisende mit Rädern müssen sich auf dem Weg zum Zug quälen. Am Donnerstag stürzte ein Rentner mit Koffer die Treppe hinunter und starb wenig später an den Folgen seiner Verletzungen. [Fotos: Sircar]

[13.07.2009 | Münster | BFB]

Ein tragischer Unfall mit Todesfolge wirft einen langen Schatten auf die Diskussion um die Erreichbarkeit der Bahnsteige in Münsters Bahnhof. Am vergangenen Donnerstag hatte ein älterer Herr mit schwerem Gepäck am Aufgang zu Gleis 3 das Gleichgewicht verloren. Der 79-Jährige war die Treppe rückwärts hinunter gestürzt und hatte sich schwerste Kopfverletzungen zugezogen.

Eine Stunde später war der Mann, es war der emeritierte münstersche Verwaltungsrechtler Prof. Werner Hoppe, in der Uni-Klinik an den Folgen des Sturzes gestorben. Dies bestätigte Rainer Kerstins, Pressesprecher der Bundespolizei Münster, auf Nachfrage von echo-muenster.

Kein Aufzug, keine Rolltreppe, kein Transportband

Keine Fahrstühle, keine Rolltreppen und seit Mai stehen auch noch die seitlichen Transportbänder an den Treppen still. Sie waren nach einem Unfall in Köln bundesweit angehalten worden. In Münster existiert zwar ein Lastenaufzug, der aber kann nur nach Voranmeldung und in Begleitung des Bahn-Personal benutzt werden. Wie man sieht: Der Zugang zu den Gleisen birgt Hürden. Und Gefahren, wie das jüngste Unglück zeigt.

"Wer sich nicht helfen lässt ..."

Gefahren, die Udo Kampschulte, Sprecher der Deutschen Bahn AG in Düsseldorf, so nicht gelten lassen will. Er spricht von eigenem Verschulden.  „Der Mann ist über sein Gepäck gestolpert. Es gibt keine Garantie, dass immer ein Aufzug, eine Rolltreppe oder ein Gepäckband auf allen Bahnhöfen im Land zur Verfügung steht. Das gilt für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen ebenso wie für alle Reisenden.“

"Kein Ermittlungsverfahren"

Die Treppen in Münster jedenfalls seien in einwandfreiem Zustand gewesen.  Die Bahn hat nach dem Vorfall am Donnerstag sofort die Infrastruktur kontrolliert und keine Stolpersteine erkennen können.  „Wir können niemanden haftbar machen. Es wird kein Ermittlungsverfahren geben“, informierte Kerstins denn auch.

Wann werden die ohnehin anfälligen Gepäckbänder wieder rollen? Auf diese Frage hat Kampschulte keine Antwort. „Erst muss die Aufsichtsbehörde, das Eisenbahnbundesamt, ihr okay geben.“ Überhaupt erscheint es fraglich, ob die Bänder jemals wieder in Betrieb genommen werden, denn die Herstellerfirma existiert nicht mehr.

So müssen sich Bahnkunden in Münster weiterhin mit ihrem Gepäck die Stufen hoch quälen. Aller Wahrscheinlichkeit nach solange, bis der avisierte Umbau der Verkehrsstation umgesetzt ist. Mit Fahrstühlen und mit Rolltreppen. Doch darüber wird es nach dem jetzigen Zeitplan 2012 werden.

"Bahneigener Service"

Kampschulte verweist in dem Zusammenhang auf den bahneigenen Service für mobilitätseingeschränkte Reisende, der die Koffer von der Haustür bis zum Zielort transportiert. Doch der kostet. In Münster zum Beispiel helfe auch die Bahnhofsmission gerne. Oder man könne Mitmenschen um Hilfe bitten.  Man müsse sich nur vorher erkundigen und sich auch helfen lassen. „Wenn jemand aber eigensinnig ist, für den Fall kann man eine gewisse Mitschuld nicht verneinen.“ Zitat Kampschulte.

Bruni Frobusch    

Zum Thema siehe auch:

Politiker Halberstadt nach dem tragischen Unglück im Bahnhof: "Wir sind alle total bestürzt"

 

 

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    Schwerpunkt Beratung

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