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Gorilla-Nachwuchs im Allwetterzoo: Große Freude über den gesunden Neuankömmling

Stolz und gleichzeitig sehr behutsam trägt Gorilla-Dame "Gana" ihren Nachwuchs durch's Gehege im münsterschen Zoo. [Foto: PD]
Insgeheim hat Bärbel Uphoff, Revierleiterin bei den Menschenaffen im Allwetterzoo, an diesem Wochenende mit der Geburt von „Ganas“ drittem Kind gerechnet. Und sie sollte Recht behalten: Als sie am Sonntag, 2. August, den Dienst begann, präsentierte ihr das zwölfjährige Gorillaweibchen ein winziges Neugeborenes.
„Sie sah richtig stolz aus“, berichtet Uphoff. Mit ihr freuen sich das gesamte Revier, alle Zoomitarbeiter und unzählige Besucher, denn allen ist die einwöchige Trauer von „Gana“ um ihren gestorbenen Sohn „Claudio“ im vergangenen Jahr noch in Erinnerung.
„Mutterglück pur“
Schon an diesem Sonntag konnten zahlreiche Gäste die junge Mutter mit ihrem Baby im Allwetterzoo erleben. Es scheint „Mutterglück pur“ zu sein, wenn „Gana“ mit ihrer riesigen Hand den Kopf des Kleinen umfasst oder es sich auf den Bauch legt. Das Kleine, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mädchen, ist gut entwickelt und schon recht lebhaft. „Gana“ zeigt sich sehr besorgt um ihr Kind und trägt es meist eng am Körper, wenn sie sich über die Anlage bewegt. Sie hat viel von der dreizehnjährigen „Changa-Maidi“, der anderen Mutter in der münsterschen Gorillagruppe, gelernt, die ihren knapp zweijährigen Sohn „Thabo“ äußerst vorbildlich versorgt. Außerdem gibt es in der Gruppe noch die fürsorgliche „Fatima“: Das etwa 37-jährige Weibchen hat „Gana“ von Anfang an unter ihre Fittiche genommen und wird jetzt bestimmt auch auf das Neugeborene achten.
Rückkehr zum Alltag
Weil sich „Gana“ nach der Geburt als sehr ruhig erwies und die Gruppe ausgeglichen erschien, kehrten die Tierpfleger schnell zum Alltag zurück. Auch die Rotscheitelmangaben wurden schon am Tag der Geburt wieder zu den Gorillas gelassen. Diese kleineren Affen sind quasi „Untermieter“ und Spielgefährten der Gorillas.
„Gana“ hat sich verändert
Zur Menschenaffengruppe in Münster gehören überwiegend sehr junge Tiere, die erst ihre Erfahrungen mit der Aufzucht von Nachwuchs sammeln mussten. Das scheint inzwischen gelungen, denn der in den ersten Jahren ungestüme „N’Kwango“ ist deutlich ruhiger geworden. Und auch „Gana“, die lange sehr scheu war, hat sich verändert, ist zutraulicher geworden.
Erstes Kind vernachlässigt
Im Mai 2007 brachte sie ebenfalls ein weibliches Jungtier zur Welt. Es wurde „Mary Zwo“ getauft. Nach einer problemlosen Geburt sah es anfangs so aus, als ob die sehr junge Mutter sich gut um das Kleine kümmern würde. Doch sie zeigte sich bald nachlässig und versorgte „Mary Zwo“ nicht angemessen. Ende Juni ging es dem kleinen Gorilla so schlecht, dass er in der Notaufnahme des Uni-Klinikums Münster versorgt werden musste. Heute lebt das Tier in die Gorilla-Aufzuchtstation des Zoologisch-Botanischen Gartens Wilhelma in Stuttgart.
Sohn verloren
Im Mai 2008 kam erneut ein Baby auf die Welt, „Claudio“. „Gana“ zeigte sich nun etwas besorgter um ihren Sohn. Claudio entwickelte sich anfangs gut, starb aber Mitte August an einer akuten Darmentzündung. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung trauerte Gana tagelang um ihren toten Sohn und trug ihn ständig mit sich herum. Es dauerte eine knappe Woche, bis es den Tierpflegern gelang, ihr den mittlerweile fast verwesten kleinen Körper abzunehmen.
Die Zoomitarbeiter geben sich optimistisch, dass frisch gebackene Mutter dieses Kind gesund aufziehen kann. Denn für die von der Ausrottung sehr stark bedrohten Westlichen Flachlandgorillas sind Geburten in Zoos überlebenswichtig.
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