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Publikumsträchtige Aktion der Piratenpartei: Bürger schrieben ihre ureigensten Ansichten auf Blanko-Wahlplakate

"Mehr bezahlbare Wohnungen für Münster": OB-Kandidat Wolfgang Heuer (SPD) ließ sich nicht lange bitten, um ein Blanko-Plakat der Piratenpartei mit seinem Slogan zu füllen. [Foto: PD]
Es war eine eher ungewöhnliche, obendrein publikumsträchtige Aktion: Zum Auftakt ihres Kommunalwahlkampfes zogen Mitglieder der Piratenpartei jetzt mit ihren Plakaten durch die Innenstadt und forderten Passanten auf, ihre Gedanken auf den Blanko-Postern zu verewigen.
"Was andere als Schmierereien bekämpfen", betonte Pressesprecher Till Achinger schmunzelnd, "erklärten die Bürgerrechtler zum Konzept." Er wies zugleich daraufhin, dass man Eigentum anderer respektiere, Plakatbeschädigungen ablehne.
Die leeren Schilder waren im aktuellen Fall mit Schlagworten wie “Transparenz” oder “Bildung” bedruckt. Jeder Bürger wurde eingeladen, seine Ansichten, Wünsche, Fragen oder Forderungen schriftlich darauf festzuhalten. Auch Angehörige anderer Parteien, die in der Innenstadt mit Informationsständen vertreten waren, wurden kurzerhand angesprochen, in die Veranstaltung miteinbezogen. Auf diesem Wege steuerten Grüne, Liberale und der OB-Kandidat Wolfgang Heuer ihre Positionen bei.
Transparenz
“Die Piratenpartei schreibt sich Transparenz und Bürgernähe auf ihre Fahnen. Deshalb ist es wichtig, ehrliche Statements der Menschen zu erfahren. Ganz getreu unseres Mottos 'Deine Meinung zählt!'", äußerte sich Pascal Powroznik, Listenkandidat der Piraten.
Die leeren Schilder waren im Nu beschriftet: Bürger machten von dem Angebot der Piratenpartei, Plakate mit ihren Slogans zu füllen, eifrig Gebrauch. Foto: PD
Auch wenn die den Plan für ihre Kampagne nach eigenen Angaben schon länger in der Schublade liegen hatten, besaß sie doch einen aktuellen Bezug: “Wir freuen uns, dass auch die anderen Parteien den Dialog mit der Bevölkerung suchen”, unterstrich Bastian Greshake mit einem Augenzwinkern und spielte damit auf die Geschichte um den grünen Ratsherrn Tim Rohleder an, der wenige Tage vorher dabei beobachtet worden war, wie er seine Überzeugung mit dem Filzstift auf einer FDP-Tafel hinterließ.
Die "beschrifteten" Plakate werden von der Piratenpartei in den nächsten Tagen in der Stadt aufgehängt und sollen auch dann noch von Bürgern mit ihren Meinungen ergänzt werden.
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