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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Der Privatier Tillmann bezog klar Stellung: "Ich habe Markus Lewe gewählt" - Punkt!

Besuch in der Daumier-Ausstellung

Die Kunst der Karikatur ließen sich in der Daumier-Schau Markus Lewe (v.l.) und Dr. Berthold Tillmann vor dem Pressetermin von Prof. Markus Müller, Chef im Picasso-Museum, augenzwinkernd erläutern. [Foto: Halberscheidt]

[28.08.2009 | Münster | HDT]

Der Privatier Berthold Tillmann, „freier Bürger in einer freien Stadt“, sagte es ganz zum Schluss - ohne Umschweife. Ein Satz, dann war für ihn der Werbeblock allerdings schon beendet. „Ich habe bereits gewählt“, verkündete er auf der Pressekonferenz am Freitagmorgen, „habe für Markus Lewe gestimmt.“ Punkt.

Die PR-Strategen der CDU, sie hatten das Treffen mit der Journaille geschickt aufgezogen. Statt selbst – wie sonst bei derartigen Gelegenheiten üblich - Ereignisse und Erfahrungen aus den zurückliegenden Wochen zusammen zu fassen, übernahm Markus Lewe, OB-Kandidat der Union, lediglich die Begrüßung, gab dann das Wort rasch an den Amtsinhaber weiter - für dessen "Erfolgsbilanz". 

Persönliche Rückschau

Tillmann ließ fortan in einer Art persönlicher Rückschau seine Tätigkeit als oberster Macher Revue passieren – über längere Passagen hinweg durchaus kritisch. Und erinnerte an 1999, als er sich in einem mehrseitigen, extra an die Bevölkerung gerichteten Anschreiben um die Position im Rathaus bewarb.

Natürlich würde es ihn ärgern, dass der Haushaltsausgleich nicht gelungen sei. Und dass sich die hiesige Kultur-Szene ob der nach mustergültigem Start letztlich doch gescheiterten Bewerbung um den Hauptstadt-Titel 2010 immer noch frustriert zeige, ginge ihm genauso nahe wie das Votum gegen die Musikhalle. Thema Hauptbahnhof? "Ein unerledigtes Kapitel - zweifellos, bei dem kein Big Bang zu erwarten ist." Das Problem werde sich "langsam, aber stetig" lösen.    

Markenzeichen

Auf der anderen Seite habe Münster, "was sehr erfreulich ist", den Sprung in die Liga der bedeutendsten europäischen Regional-Metropolen geschafft, habe sich neben Graz und Montpellier – die vielen bis dato erhaltenen Auszeichnungen wurden am Rande gestreift - deutlich etablieren können. „Von Schweden bis Italien werden wir wahr genommen, man kennt und schätzt uns“ – eine Entwicklung, die er sich bei seinem Amtsantritt ("Quo vadis?") sehnlichst wünschte. O-Ton: "Da gilt es nicht nachzulassen, da gilt es sich weiter anzustrengen." Und die Fokussierung auf Markenzeichen wie „Wissenschaft“ oder  „Lebensart“  sei ebenfalls richtig gewesen.

„Dabei“, resümierte Tillmann, „haben wir gespart wie die Weltmeister, haben aber auch zuweilen über unsere Verhältnisse gelebt. Doch die Investitionen trugen am Ende dazu bei, die Infrastruktur spürbar zu verbessern.“ Der Standort Münster könne sich heute mehr denn je sehen lassen. Ein Gemeinwesen, in dem sich der Einzelne zu recht wohl fühlen dürfe. 

Phase vertiefender Kontinuität

Aber: Die Stadt gehöre niemandem, betonte der Christdemokrat. Angesichts eines bereits über 1200 Jahre währenden „Staffellaufes“ sei derjenige an der Spitze allenfalls Erbpachtnehmer „auf  dem Weg durch die Zeit“ – ein Geschäftsführer im Auftrag der Bürgerschaft. „Glauben Sie mir“, wandte er sich mit hintersinnigem Schmunzeln an die vor ihm sitzende Redakteursschar, „Kommunalpolitik ist kein Flachwasser-Surfen.“  

Um daher die Errungenschaften der vergangenen Dekade fortsetzen zu können, bedürfe es nun einer Phase vertiefender Kontinuität. Gewiss – jedem stünde es frei, seine eigenen Bewertungen vorzunehmen. „Ich“, unterstrich Tillmann mit Nachdruck, „ich sehe keinen Anlass für einen Wechsel“ – und empfahl daher jene Programmatik, die auf Vertrauen gründe, überdies bewährte Inhalte voran treibe.  

"Bündnis der stabilen Mitte"

Lewe hatte seinerseits zu Beginn des Gespräches ein „Bündnis der stabilen Mitte“ favorisiert – eines, das den bisherigen „klaren Kurs“ verlässlich aufgreife. Der Kreisvorsitzende bedankte sich zudem bei seinem Nachbarn für dessen beeindruckenden Stil, mit dem er das Kürzel MS in der Champions League verankert habe. Und dass unter Tillmanns Aegide 20.000 neue Arbeitsplätze eingerichtet worden seien, dank seiner souveränen Moderation sowohl das Picasso-Museum als auch das Max-Planck-Institut vor Ort heimisch wurden, dafür gab’s von dem Parteifreund großes Lob.

Wolfgang Halberscheidt

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