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Nichts als Ärger an der Saar, auch durch Preußenfans

Schiefstand nach nur vier Spieltagen: Preußentrainer Roger Schmidt machte etliche Kilometer für die neue Enttäuschung. [Foto: Austermann]
„Das“, kommt Trainer Roger Schmidt ins Grübeln nach drei Niederlagen aus vier Versuchen, „kann einfach nicht unseren Ansprüchen genügen!“ Nach dem 0:2 an der Saar ist der Schiefstand des ambitionierten SC Preußen offensichtlich.
Und der Trainer weiß, was zu tun ist: „Es muss mehr Konstanz rein, eine andere Körpersprache, ein selbstbewusstes Auftreten.“
Im Ludwigspark war die Messe gelegen, noch ehe sie für Münster begonnen hatte. Schmidt empfand den Gastgeber „ultradefensiv“ positioniert, gleichwohl angebracht aggressiv im Bemühen ums Ballabjagen und Umschalten.
„Das war fahrlässig“
„Saarbrücken brannte kein Feuerwerk ab, vielleicht hatten wir das anders erwartet. Aber wenn das Spiel so läuft, muss man sich darauf einstellen.“ Seine Elf habe zu wenig auf Ballsicherheit gesetzt, zu große Ungeduld gezeigt und sei dem Konkurrenten sozusagen auf den Leim gegangen. „Wir haben Situationen genommen zum Attackieren, die gar nicht reif dafür waren.“
Zu schnell legte der FCS vor, der sein erstes Heimspiel gegen Trier noch mit 1:3 verloren hatte und nun die richtige Wahl getroffen hatte. Den Preußen wurde der Schneid abgekauft. „Wir haben Saarbrücken den Gefallen getan, alle Probleme fußballerisch lösen zu wollen. Wir waren gar nicht im Spiel. Das war sehr fahrlässig.“ Ehe sich alle orientiert hatten, stand es 0:2.
Vor dem ersten Einschlag, dem Elfmetertreffer, erlaubte sich Münster „einen Fehler nach dem anderen“, wie Schmidt kritisierte. Auch die Spieler mit Leistungsträger-Potenzial waren nicht präsent. Die Abwehr schwamm beinahe bei jedem hohen Ball.
Lorenz fehlt vier Wochen
Auf Tätlichkeit in zwei Fällen erkannte Spielleiter Färber in der 85. Minute. Saarbrückens Marcel Rozgonyi und Preußens Marc Lorenz beharkten sich nahe der Grundlinie. Den Schubser gegen den Münsteraner sah Färber, den angeblich vorgefallenen Tritt-Versuch von Lorenz nicht. Der flugs und aus Entfernung herbei geeilte Assistent erst beschrieb Färber gegenüber diesen Tathergang.
Nur deshalb gab es den Platzverweis gegen Lorenz. Mit vier Wochen Sperre muss er rechnen. Die TV-Bilder des Saarländischen Rundfunks sind freilich dazu angetan, Lorenz zu entlasten. Darauf nämlich ist kein Vergehen zu erkennen.
„Das passte zu unserem Spiel“, nahm Schmidt bittere Ironie zur Hilfe. „Ich weiß noch nicht, ob Marc sich da hat hinreißen lassen. Ich muss erst mit ihm selbst sprechen.“
Randale: 15 Fans kommen in Gewahrsam
15 Preußenanhänger durften das Spiel nicht verfolgen. Die Polizei nahm zwei Gruppen in Gewahrsam und brachte sie erst nach Abpfiff zum Bahnhof.
Ein Teil lieferte sich Auseinandersetzungen vor dem Eingangsbereich, ein anderer Teil zettelte Randale im Zuschauerbereich an. Denn ein paar Preußenfans marschierten nicht in den zugewiesenen Bereich, sondern in Richtung FCS-Anhänger. Es gab Auseinandersetzungen, ehe die Polizei eingriff und weiterem Ärger vorbeugte.
Thomas Austermann
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