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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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"Unhaltbarer Zustand": Münsters Grüne wollen mehr Durchblick im Fahrraddschungel am Hauptbahnhof

Helga Bennink, Gerhard Joksch, Carsten Peters

Beklagen sich über "Fahrradhaufen" am Osteingang des Hauptbahnhofes (v.l.): Die grünen Ratsvertreter Helga Bennink, Gerhard Joksch und Carsten Peters. [Foto: Kern]

[11.09.2009 | Münster | CKR]

Das Problem ist bekannt: Münster erstickt derweil unter der Masse seiner Fahrräder, vor allem am Hauptbahnhof stehen die Leezen dicht an dicht. Die Grünen wollen das nicht länger mit ansehen – und fordern Stadt und Bahn zum Handeln auf.

Treffpunkt Ostausgang: Die grüne Ratsfrau Helga Bennink blickt sich in dem Meer an Drahteseln um – und schüttelt wütend den Kopf. „Jeden Morgen, wenn ich mein Rad hier abstelle, denke ich: ,Das kann nicht wahr sein‘. Dieser Zustand ist alles andere als zufriedenstellend.“ Betroffene Gesichter bei den Vertretern der Deutschen Bahn und des hiesigen Ordnungsamtes: „Bei täglich bis zu 55.000 Reisenden können wir auf die verhältnismäßig wenigen Gäste, die mit dem Fahrrad ankommen, keine Rücksicht nehmen“, sagt der DB-Zuständige. Gerhard Joksch, ebenfalls Vertreter der Grünen im Stadtrat, hält dagegen und ist sich sicher: Unter dieser Situation leiden deutlich mehr Menschen. Doch wer soll zur Verantwortung gezogen werden?

Gemeinsame Lösung finden

Eigentümer der Fläche ist das Verkehrsunternehmen – da darauf geparkt wird, wird vom so genannten „ruhenden Verkehr“ gesprochen, der wiederum in der Aufgabenbereich der Stadt fällt. Die darf laut Gesetz aber nur eingreifen, wenn ein Rettungsweg versperrt ist oder das Fahrgerät gefährdend abgestellt wurde. „Die Frage richtet sich nicht an die Qualität, sondern an die Quantität dieser Verordnung: Ein einzelnes Fahrrad stört niemanden, tausende hingegen schon“, erläutert der Verantwortliche vom Ordnungsamt. Für Bennink ein besonderer Dorn im Auge: scheinbar herrenlose oder auch nicht mehr fahrtaugliche Exemplare. „Hier muss eine gemeinsame Lösung gefunden werden.“

Ressourcen-Problem

Die bisherige Handhabe: In regelmäßigen Abständen werden „Fahrradleichen“ mitgenommen, bis zu sechs Monaten bleiben sie in einer Halle am Industrieweg, wo ihre Besitzern sie abholen können. Die Grünen wollen mehr, wissen aber auch: „Wir stehen vor einem Ressourcen-Problem, es mangelt an Personal und Zeit.“ Seine Idee ist es, den Platz alle drei Monate „komplett zu räumen.“ Die Fachkräfte für diese Arbeit kämen von der Deutschen Bahn, die nötige Abstellfläche von der Stadt. Mit 25.000 Euro im Jahr würde dieser Aufwand im kommunalen Haushalt zu Buche schlagen, „das sind nur fünf Prozent der Kosten, die der Picasso-Platz verschlungen hat“, stellt der studierte Stadtplaner mit spottendem Unterton fest.

Und siehe da: Wie der Bahnvertreter verrät, wurde für Mitte Oktober bereits eine Aktion geplant, bei der eben das Prozedere derartiger Aufräumarbeiten testweise durchgegangen werden soll. Mit Blick auf die geplante zweite Radstation, die mit dem zugesagten Bahnhofsumbau entstehen soll, sind sich die Beteiligten einig: Bis dahin wird noch viel Zeit vergehen. Joksch pocht auf eine Übergangslösung: „Ich werde im Rat einen Antrag für eine entsprechende Vereinbarung stellen.“

Caroline Kern

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