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Tränenreicher Abschied von der Coca-Cola-Produktion in Münster - Aber: "Wir können mit dem Ausgleich der Interessen gut leben"

Noch im Februar haben sie für ihren Arbeitsplatz in Münster gekämpft. Eine Schließung der Coca-Cola-Produktion aber konnten sie nicht abwenden, wohl aber einen annehmbaren Ausgleich der erreichen. [Foto: Frobusch]
Die Gerüchteküche kochte über, es gab Proteste und lange, schwierige Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmer-Vertretern. Eine Zeit der Ungewissheit. Im Juli dann war nichts mehr dran zu rütteln: Die Coca-Cola-Produktion in Münster wird geschlossen und nach Dorsten und Herten verteilt, so die unumstößliche Nachricht. Allein der Vertrieb bleibt in Münster.
Gewiss: Die Mitarbeiter hatten Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ihr Berufsleben eine neue, eine andere Richtung nehmen würde. Und doch: Als es soweit war, flossen Tränen. Am vergangenen Freitag (24. September), als die letzte Coca Cola die Produktion am Kesslerweg verließ, zog es manchem den Boden unter den Füßen weg. Es war, Ehrensache, das Original. Die kleine 0,2-Liter Flasche.
Emotionen beim Abschied
Die Emotionen, sie schlugen noch einmal hohe Wellen, als am Abend bei der Abschiedsparty alle Mitarbeiter mit ihren Familien zusammen saßen und die vergangenen Monate Revue passieren ließen, sich von ihrem Arbeitsplatz und von manchem Kollegen verabschiedeten.
Morgen, am 30. September, ist definitiv Schluss in der Produktionshalle, wenn die letzten Reinigungs- und Wartungsarbeiten beendet sind und die Maschine Münster in Richtung Lüneburg zu Apollinaris verlassen hat.
Mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden
Die meisten Mitarbeiter sie schwärmen in eine andere Richtung aus. 60 Angestellte sind von der Schließung betroffen. Nicht für alle bedeutet dies den Verlust des Arbeitsplatzes, aber weitere Wege dorthin. Wie Helmut Finkenbrink, Vorsitzender des Betriebsrates Produktion (Foto r.), im Gespräch mit echo-muenster informierte, werden 18 Leute das Unternehmen verlassen. Sie haben neue Arbeit gefunden, richten sich auf den Ruhestand ein oder werden sich arbeitslos melden. Sieben Kollegen bleiben in Münster und kommen im Vertrieb unter, ein Kollege wechselt ins Werk Bremen, 15 gehen nach Dorsten und 18 nach Herten.
Shuttle-Service
Am Ende des Tages, so Finkenbrink, ist man zufrieden mit dem Ergebnis, das nach zähen Verhandlungen mit dem Arbeitgeber auch über eine Einigungsstelle erreicht wurde. „Der Interessensausgleich ist ansehnlich“ , zieht Finkenbrink die Bilanz eines „akzeptablen Abschlusses“. Akzeptabel vor allem, weil es vollen, unbefristeten Lohnausgleich gibt, weil Abfindungen gezahlt werden, weil keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen wurden. Und weil für die 30 Arbeiter, die nach Dorsten oder Herten wechseln, ein Shuttle-Service für mindestens die nächsten fünf Jahre eingerichtet wird, damit die Benzinkosten für die längere Anfahrt nichtden Lohn schmälern.
Fast 60 Jahre in Münster
„Mit diesem Ergebnis können wir gut leben“, sagt Finkenbrink. Aber es klingt auch Wehmut durch. Fast 60 Jahre war Coca Cola in Münster angesiedelt. 1950 eröffnete das erste Werk an der Steinfurter Straße, 1981 dann der Umzug an den Kesslerweg. Da hängen viele Erinnerungen dran. Wie der tränenreiche Abschied vom Arbeitsplatz in Münster zeigte.
Bruni Frobusch
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