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Kirche ein Dialogpartner für die Wissenschaft

Prof. Dr. Margret Wintermantel (l.) erläuterte die durch den Bachelor-/ Master-Studiengang bedingten Änderungen. [Foto: Wolfram Linke]
„Bildung darf nicht auf das äußere Erlernen von Mitteln beschränkt werden“, mahnte Prof. Dr. Ursula Nelles, Rektorin der Universität Münster, zum Auftakt des Tages der Evangelischen Hochschularbeit im Gästehaus der WWU an der Hüfferstraße.
Soziale Kompetenz
Mit Blick auf das Tagesthema „Von der Alma Mater zum Bildzungskonzern“ betonte sie, Bildung diene auch dem Erwerb sozialer Kompetenz und der Bewusstseinsforschung. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Hochschulreform und des evangelischen Bildungsverständnisses.
Prof. Nelles betonte denn auch in ihrer Begrüßungsrede, mit dem Umbruch habe es auch eine lange Liste gravierender Veränderungen an den Universitäten gegeben: „Die Bedingungen für das Studium haben sich grundlegend geändert“, stellte sie fest. Die Reform sei „eine spannende Herausforderung, aber alles andere als einfach umzusetzen“. Autonomie und Ökonomie seien die Schlagworte der Zukunft.
"Nummer 1"
„Ihr Fachbereich ist bei uns die Nummer 1“, betonte die Rektorin bei der Frage nach den christlichen Werten an der Universität. Immerhin gehöre der münstersche Fachbereich zu den größten deutschen Ausbildungsstätten in evangelischer Theologie. In diesem Zusammenhang erinnerte sie an den in der vergangenen Woche unterzeichneten Vertrag zur Erforschung der Ursprungsversion des Neuen Testaments im Forschungsprojekt "Novum Testamentum Graecum. Editio critica maior" (ECM).
Dialogpartner
Zum Auftakt des Hochschultages begrüßte Alfred Buß, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, die Gäste im großen Saal des Alexander-von-Humboldt-Hauses. Er betonte, der Kirche komme an den Hochschulen eine zentrale Rolle zu – sie wolle auch Dialogpartner für Wissenschaft und Forschung sein: „Die Menschen in der Entwicklung der eigenen Verantwortung zu unterstützen, ist eine Schlüsselfunktion der Kirche“, erklärte der Präses. Dieser Hochschultag sei ein erster Beitrag dazu.
61,1 Prozent umgestellt
Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, erläuterte in ihrem anschließenden Vortrag die Änderungen, die das Bachelor-/ Masterstudium mit sich gebracht habe. „61,1 Prozent der Studiengänge“, so Prof. Wintermantel, „in Deutschland sind inzwischen auf Bachelor/ Master umgestellt“. Probleme ergeben sich laut Präsidentin vor allem beim Lehramtsstudium, „das mit Bachelor kaum vernünftig gestaltet werden kann“. So sei eine der großen Herausforderungen der Reform auch die Entwicklung fachgebundener Qualifikationsrahmen – vor allem etwa bei der Einführung des Bachelor-/ Mastermodells in den Staatsexamensfächern.
Wahnsinnige Bürokratisierung
Beim System der Akkreditierung stehe dem positiven Grundgedanken ein enormer Aufwand gegenüber: „Die Akkreditierung ist zu einer wahnsinnigen Bürokratisierung verkommen“, stellte Wintermantel fest. Nach einer Podiumsdiskussion – „Reform der Hochschule – Ziele und Perspektiven in der Kontroverse“ – wurde die Thematik in fünf Foren weiter vertieft. Mit einem musikalischen Vespergottesdienst und einer „Open End“-Party im ESG-Haus endete der Tag der Evangelischen Hochschularbeit in Westfalen. Wolfram Linke
Evangelische Studierendengemeinde Münster
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