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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Sunny Domestozs feiern Silberhochzeit: Konzert im Club Favela

Gruppenbild: Sunny Domestozs

Wieder auf der Bühne - mit viel Power: "Sunny Domestozs" geben am 31. Oktober ein Konzert im Club Favela. [Foto: PD]

[13.10.2009 | Münster | ECHO]

Nach mehr als dreijähriger Pause gibt es wieder eine Show der Psychobilly-Legende "Sunny Domestozs" - ja, genau die - in heimischen Gefilden. Am 31. Oktober gastiert die Band ab 20 Uhr im Club Favela (Hawerkamp 31), als Support Act geben die neuen Lokalmatadoren namens "Wreck Kings" ihr Heimdebut!

Wir erinnern uns: Es passiert irgendwo an der niedersächsisch-westfälischen Grenze, Ende 1984. Der schlaksige Exil-Ostfriese, Serien-Devotionaliensammler und Gitarrenversteher Tex Morton trifft auf den hiesigen Feinschmecker, Anekdotenverwalter und Aus-dem-Stand-Schlagzeuger Sunny Domestozs. Beide wissen, wie man den Kloreiniger in Wirklichkeit richtig schreibt. Doch die Zwei beschließen, dies zu ignorieren und mit der falschen Schreibweise eine Combo aufzumachen.

Kooperation mit Götz Alsmann

In der Gronauer Pommesbude „Jan Patat“ fällt ihnen kurz darauf ein junger Psychobilly-Freak auf, dessen Flattop heller glänzt und stolzer dem Wind trotzt als alles, was sie bisher gesehen haben: Der zufällig genau kontrabasshohe Cartoonphilosoph Manni Feinbein stößt als weiteres Mitglied zur Gruppe.

Man singt und spielt gemeinsam, kooperiert mit dem heute längst in einer ganz anderen Liga tätigen Produzenten Götz Alsmann, lässt sich von ihm alias Professor Bop die erste LP supervisen: „Barkin’ at the moon“ entsteht - eine Mischung aus Surf, Trash, Punk, Rockabilly und noch ein paar weiteren Schubladen. Fast alles tanz- und mitgrölbar, alles voller juvenil-unbekümmerter Energie. 

Auf Dauer-Tour

Im Februar 1986 haben "Sunny Domestozs" ihr Publikum erobert, sie werden sogar in einem Atemzug mit Supertramp und den Suicidal Tendencies genannt - zumindest von jenen Plattenhändlern, die alphabetisch nachbestellen. Nach einer kurzen Stippvisite von Lloyd Tripp, Kontrabassist bei "The Vibes" und "Stingrays", der für den anderweitig gebuchten Feinbein einspringt, beschließen die Musikusse, die leere und zugige Ecke der Bühne zu füllen und holen sich die Keyboarderin Jennilee Lewis mit ihrer zweimanualigen 60s-Orgel hinzu.

Schon wieder muss die Truppe ins Studio – mit „Get ready for the Getready“, dessen Titelstück auch den Freunden in Motown gefällt, zeigt man der Welt, wie schön Psychotrash sein kann. Man tourt und tourt, es gibt zeitweilig keine Milchkannen in Süddeutschland, an der nicht eines der begehrten, von erfahrener Comic-Hand gezeichneten Plakate hing.

Frische Akzente

Anno 1987 schiebt die gewitzte Combo schnell noch eine Single hinterher, die ihre Lieblingsstücke in noch besseren Versionen verewigt: „Playin Favourites“ wird vom Wuppertaler Multitalent Tim Buktu produziert. Legendär ist, neben den einzelnen Songs, auch das Cover, das sozusagen ganz frische Akzente in der Szene setzte - behauptete jedenfalls einst der Zeichner.

Tex Mortons Nebenkarriere als Pseiko Lüde-Gitarrist zwingt ihn im Januar 1988 zum Ausstieg, der Blueskönig Teddy Conetti kann erfolgreich als Ersatzmann für weitere legendäre Konzertreisen akquiriert werden. Die Band gibt 1990 ihr letztes Konzert, dann weht der Wind sie auseinander und in ihre jeweiligen Erwachsenen-Karrieren hinein.

Reunion in Originalbesetzung

1993 werden die Songs digitalisiert und zusammen mit einem Samplerbeitrag als „The Complete Sunny Domestozs“ auf CD veröffentlicht. Und 2005 verspürt die wirklich so gut wie gar nicht älter gewordene Band plötzlich Lust auf einen zweiten Frühling: Nach erfolgreichen Proben haut der erste Reunion-Auftritt in Originalbesetzung beim Wildcat Weekend in Essen nicht nur die Original-Fans mit dem lichten Scheitel von den Socken, die Band schafft es auch noch im Nu, zarte Nachwuchspsychobillies und musikalische Trashfans durch Leidenschaft, Spielfreude und ewig junger Gitarrenakrobatik ala Tex Moton zu überzeugen.

Das darauffolgende Touren macht die wackeren Recken erst richtig heiß. weitere Gigs und Festivals folgen. Plötzlich hat man Ende 2009, und Leader Sunny höchstpersönlich fällt beim Nachzählen auf, dass 2010 der Anlass für 25-jähriges Bestehen bedeutet.

Da zwischenzeitlich genug Ideen für neue Kompositionen Format angenommen haben, beschließt das Ensemble tatsächlich, anlässlich der bandinternen Silberhochzeit sowohl eine lange als auch umfangreiche Reise durch psychobilly- und sixtiesfreundliche Läden der näheren und ferneren Umgebung durchzuführen.

Der Rest? Siehe oben.

 

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Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar: