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Nach dem besten Saisonspiel der Preußen: Lorenz untröstlich - Schmidt kündigt Protest an

Spielleiter Winkmann liegt falsch: Marc Lorenz (l.) sieht die Rote Karte, Josef Cinar (r.) muss mit Gelb-Rot runter. [Fotos: Sven Hänscheid]
Nur weil sich einer in Tatortnähe aufhält, ist er noch lange nicht der Täter. Das gilt auch im Fußball, das galt aber nicht am Freitag in der 33. Spielminute der Partie zwischen dem SC Preußen und Eintracht Trier. Weil er dabei stand, als es ein Gerangel und Wortgefechte gab, sah Marc Lorenz zum zweiten Mal in dieser Serie und innerhalb von 49 Tagen die Rote Karte. Eine schwache Schiedsrichterleistung trübte den großen Abend der Preußen ein.
„Restlos zufrieden bin ich nicht“, gab Trainer Roger Schmidt preis, was ohnehin in seinem Gesicht zu lesen war. Lorenz raus und dann auch noch Orhan Özkara (Foto, mit Jerome Assauer) mit Gelb-Rot. „In Essen fehlen uns zwei wichtige Spieler.
Für nichts.“
Die Tabelle sieht jetzt so aus.
Vier Punkte hinter dem Ersten Lotte liegt Münster noch – die Sportfreunde haben zum zweiten Mal nacheinander nur 0:0 gespielt. Vor dem direkten Duell am 7. November spielen die Adlerträger in Essen und in Leverkusen um Punkte.
Erstmals drei Siege am Stück
Laufen die nun reduzierten Preußen Gefahr, im Ausbau ihrer starken Bilanz beeinträchtigt zu werden? Drei Siege am Stück gab es in der neuen Regionalliga nicht zuvor, und seine solch runde Leistung wie beim 4:0 gegen Trier in dieser Spielzeit auch nicht. „Das war richtig guter Fußball“, lobte Schmidt, der tags zuvor schon ein gutes Gefühl hatte. „So eine Vorstellung ist auch eine Frage des Selbstvertrauens. Und wenn einem so ein super Angriff wie der in der 2. Minute gelingt, dann schafft man die beste Saisonleistung.“
Bis zum Lorenz-Aus erlebte Schmidt die Seinen „wie aus einem Guss.“ Und effizient wie bisher nicht. „Wir wollten kompakt stehen und dann aggressiv die Zweikämpfe suchen, mit Ball dann sofort in die Tiefe spielen.“ Das klappte bisweilen wie am Schnürchen, die Elf hatte keinen Schwachpunkt. Triers Trainer gratulierte den Preußen für „ein tolles Spiel, wir hatten hier zu keiner Zeit eine Chance.“ Mario Basler blieb objektiv bei der Beurteilung der Szene, die Lorenz Rot und Josef Cinar Gelb-Rot einbrachte: „Zwei unberechtigte Karten. Ich habe dem Assistenten gesagt, dass da nichts vorgefallen ist.“
SCP wird sich gegen eine Sperre wehren
Marc Lorenz verkroch sich nach den 90 Minuten verständlicherweise. Nach dem Platzverweis warf er erbost sein Trikot auf den Rasen, regelrecht geschockt von der Sanktion. Gerade hatte er wieder eine starke Phase erwischt und mitgeprägt, sein Treffer zum 1:0 war der Wegweiser des Spiels, das 2:0 legte er für Mehmet Kara auf.
„In der halben Stunde haben wir gesehen, wie gut Marc drauf ist“, so Schmidt. „Es ist tragisch für den Jungen. In Saarbrücken ist er schon runter geflogen, obschon er nichts gemacht hat.“ Seinerzeit aber legten die Preußen keinen Protest ein, obschon es die TV-Bilder zum Vorfall gab. Das Freitagspiel gibt es wie stets auf Video.
Schmidt: „Ich hoffe, man sieht darauf, dass nichts passiert ist. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen eine Sperre angehen.“ Schlimmstenfalls muss der Wiederholungstäter mit vier plus zwei Wochen rechnen.
Mit Orhan Özkara sah ein nächster Torschütze Gelb-Rot. Hier verließ Spielleiter Winkmann dann endgültig den Weg der Gleichbehandlung, denn Özkara traf Tayfun Pektürk eher zufällig. „Ich stolpere ihm in die Hacken. Und habe vorher genau einmal ein taktisches Foul begangen. Es ist bitter, deswegen das Spiel in Essen verpassen zu müssen.“

Marc Nimptsch (l.) geht zu Boden, weil Eintracht-Spieler Markus Anfang drückt.
Nimptsch findet Trier „grenzwertig“
Der diesmal nominierte Marc Nimptsch fand „die Trierer grenzwertig, die haben sehr schnell zu Fouls gegriffen.“ Und Sahr Senesie den ruhenden Ball an den Körper eines am Boden liegenden Preußen. „Das war dann Kampf ohne Ende heute – dabei haben wir vor den Karten die Treffer richtig gut heraus gespielt.“
Triers Torjäger Senesie war ernüchtert nach der zweiten 0:4-Packung hintereinander. „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis – jeder hat Angst, auf dem Platz einen Fehler zu machen, keiner will den Ball.“
Thomas Austermann
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