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Neuer Ärger am Preußenstadion: Polizei ist wachsam

Gelb und schwarz verunziert: Der neue Willkommensgruß am Preußenstadion blieb nicht lange so, wie der Macher desselben erhofft hatte. [Fotos: Hackmann]
In der letzten Woche sprach der SC Preußen auf seiner Homepage ein angebrachtes großes Lob aus. An eine Fangruppe, die sich der Verschönerung des Stadioneingangs gewidmet hatte. In stundenlanger Arbeit wurden nach Absprache mit dem Verein die Kassenhäuschen in Klubfarben gestrichen, ein Sprayer brachte ein Graffito an. Zum Teil ist die Aktion schon wieder ad absurdum geführt worden.
Denn das neben den Kassen aufgetragene „Herzlich willkommen im Preußenstadion“ wurde gezielt beschmiert und mit gelber wie schwarzer Farbe verunstaltet. Außerdem wurde eine Hasstirade niedergeschrieben, die sich wie eine Bedrohung gegen einen Fußballfan ganz persönlich richtet.
Vorsorge getroffen
In Internetforen diskutieren die schon lange entzweiten Preußenfans jetzt über Ursache und Wirkung, über Aktion und Reaktion. Im Wissen um die Rivalitäten sorgten vor dem Freitagspiel der Regionalliga-Ersten gegen Trier (4:0) Ordner und Polizeibeamte jedenfalls im Eingangsbereich dafür, dass zwei Fangruppen hier keinen Kontakt miteinander finden konnten. Augenzeugen beschrieben, die Trennung sei auch nötig gewesen zur Vermeidung von Auseinandersetzungen. Die Stimmung sei zum Teil sehr gereizt gewesen.
Bei vielen Auswärtsspielen wird seit Monaten ähnlich verfahren und darauf geachtet, dass sich die Fangruppen aus Münster möglichst aus dem Wege gehen, bis sie ihre Plätze eingenommen haben. Samstag geht es wie berichtet nach Essen, per Sonderzug. Nicht jede Fangruppe nimmt den Weg mit der Bahn. An der Hafenstraße aber wird es kaum zwei Stehplatzbereiche für Preußenanhänger geben.

Beweis für gelebtes Miteinander
Die jetzt vom SCP unterstützte Malaktion führten die Deviants durch, die zuvor mit dieser Idee an den Verein heran traten. Die Farben schwarz, weiß und grün für den Kassenbereich wurden den Akteuren besorgt, auch ein Betrag für den Graffito-Künstler saß drin.
Einhellig betrachteten beide Seiten die Aktion als neuen Beweis für funktionierendes Miteinander. Die Deviants malten und strichen neutral an – sie verzichteten darauf, ihre Gruppe zu verewigen, um anderen nicht vor den Kopf zu stoßen.
Die Untersuchung, wer nun genau die plangemäß besprayte Wand verunzierte und damit auch die Fangruppe sowie den Sprayer traf, lässt sich schwerlich bis zum Beweis führen. Auf frischer Tat wurde ja niemand ertappt.
Thomas Austermann
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