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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Neuer Kreisvorsitzender bei der CDU: Stefan Weber tritt Nachfolge von Markus Lewe an

Porträt: Stefan Weber

Mit 91,4 Prozent wählten die Mitglieder Stefan Weber zum neuen CDU-Kreisvorsitzenden. Damit ist der Amelsbürener Ratsherr Nachfolger von Markus Lewe. [Fotos: Halberscheidt]

[28.10.2009 | Münster | HDT]

Es war offenbar der richtige Schritt: Zum Wochenanfang hatte Stefan Weber gegenüber seiner Fraktion den Verzicht auf ein Landtagsmandat erklärt, um sich gar nicht erst dem etwaigen Verdacht auszusetzen, mitten im Verfahren würden Spielregeln zu persönlichen Gunsten verändert.

Dass ihn Markus Lewe, der scheidende CDU-Kreisvorsitzende, daraufhin am Dienstagabend als ein „Vorbild in Sachen Anstand und Demokratie“ bezeichnete, diese Meinung schienen die Delegierten auf der Mitgliederversammlung im VIP-Raum des Preußen-Stadions ihrerseits zu teilen. Denn sie honorierten Lewes Bemerkung nicht nur mit kräftigem Applaus, sondern kürten Weber später auch mit 256 Ja- bei 24 Nein-Stimmen zum künftigen Chef. 

Gründliche Aufarbeitung

Der hatte zuvor in einer kämpferischen Rede unterstrichen, was er mit Blick  auf die kommenden Jahre als „unbedingtes Ziel“ ansieht: „Wir müssen wieder Mehrheiten gewinnen“. Dafür benötige man aber einen Politikstil, der „nahe bei den Menschen“ sei.  „Deren Sorgen und Nöte sollten wir gezielt aufgreifen“, betonte der Amelsbürener Ratsherr unter dem Beifall der Basis - aufgreifen und ernst nehmen. "Ein Anspruch, der nicht immer beherzigt wurde. Wenn uns im Vergleich zu 2004 nunmehr 2600 Bürger  weniger ihr vertrauen schenkten, ist das Anlass für eine gründliche Aufarbeitung.“  

Um die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können, kündigte  der IT-Unternehmensberater eine „intensive Analyse“ an. „Fällt die falsch aus, legt man gleich den Grundstock für den nächsten Misserfolg.“ Um sich als „gestaltende Kraft“ zu profilieren, gelte es die Stärken des eigenen Programms herauszustellen. „Münster  - Stadt der Chancennutzer“, brachte der Mittdreißiger die individuellen Visionen auf  eine griffige Formel. Und noch etwas gab er den Zuhörern  – Stichwort:  NRW-Wahl -  mit auf den Weg: „Draußen muss jeder erkennen: wir, die Union,  wir sind voll da.“

Plus in der Kasse

Nachdem Versammlungsleiter Hubert Lenich das Ergebnis verkündet hatte, bedankte sich Weber für das überzeugende Votum: Gemeinsam mit dem Vorstand  werde er alles tun,  um den Status als Volks-Partei  - mit einem Potenzial von rund 50 Prozent – zu bekräftigen. 

Gruppenbild: Der neue CDU-Kreisvorstand setzt sich aus (v.l.) Dr. Hans Moormann, Frank Sölken, Günter Schulze Blasum, Dr. Gaby Bruchmann, Stefan Weber, Gaby Comos-Aldejohann sowie Oliver Teuteberg zusammen.   

Dem neuformierten Gremium gehören fortan als Stellvertreter Gaby Comos-Aldejohann (264 Ja-Stimmen), Oliver Teuteberg (227), Günter Schulze Blasum (249)  sowie als Beauftragte Frank Sölken (250) und Dr. Gaby Bruchmann (234) an. Schatzmeister bleibt Dr. Hans Moormann: „Ich habe mich sicherlich manches Mal unbeliebt gemacht, doch unterm Strich ist in der Kasse ein Plus“, lautete am Ende des Rechenschaftsberichts die gute Nachricht - aktuell  sind es 33.000 Euro.

"Ansprechpartner für alle"

Allein der Kommunalwahlkampf, berichtete er den knapp 300 Delegierten, habe rund 360.000 Euro verschlungen, andererseits seien 172.000 Euro an Spenden verbucht worden. Schulden? „Nein, die wurden vermieden“ – nicht zuletzt dank der sorgfältigen Überprüfung sämtlicher Ausgaben. So konnte Clemens Köyer namens der Kontrolleure eine einwandfreie Bilanz vermelden.

Zu Beginn der Veranstaltung skizzierte Lewe (s. Foto rechts) die Grundzüge seines Amtsverständnisses als OB. Ansprechpartner „für alle“ wolle er sein, wolle die „Türen des Rathauses“ weit öffnen. So möchte er die Bürgerschaft intensiver als bislang an den Entscheidungen  beteiligen, wünscht sich zudem – entlang von Sachthemen  – die breit angelegte Debatte über Münsters Zukunft.

Sowieso: „Wir brauchen eine erweiterte Verantwortungsgemeinschaft“, erinnerte Lewe an jene Forderung, die er schon früh propagiert hatte. Strategische Macht-Spielchen derer, die  „Rauch und Donner“  inszenieren würden, seien fehl am Platze. „Darauf haben die Menschen keine Lust.“ Sein Appell: „Zusammen, im konstruktiven Miteinander, sollten wir die drängendsten Fragen lösen.“

Wolfgang Halberscheidt

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